Eine VHS-Kassette enthält ein langes Magnetband, welches von einer Spule auf eine andere gewickelt wird. Dabei läuft es langsam am rotierenden Kopf des Videorecorders vorbei.
Es existieren viele verbesserte Versionen von VHS, am wichtigsten ist wohl S-VHS, ein weiterentwickelter, analoger Standard und D-VHS, der digitales Video auf einer VHS-Kassette speichert.
JVC, Betamax oder Video 2000 - Welches ist/war das bessere System?
Das eigentliche Urpatent von Sony, welches das VHS-System überhaupt erst möglich machte, wurde von der Firma JVC erworben, da Sony seine eigene Erfindung als zu schlecht erachtete. Ironie des Marktes: der eigentliche Erfolg von VHS kann nur mit dem JVC-Marketing erklärt werden, denn das eindeutig bessere System kam von Sony mit Betamax.
Marketing von JVC:
Alle Firmen, die unter ihren eigenen Namen Videorecorder vertreiben wollten und weder Patente auf noch Produktionskapazitäten für Videorecorder hatten, legten mit JVC lediglich ihr Firmen-Layout und eventuelle Besonderheiten fest und dann wurden vorerst alle Videorecorder, egal für welche Firma, unter deren jeweiligem Logo von JVC in Japan produziert.
Marketing von Sony:
Die Firma Sony bestand dagegen bei seinen außerjapanischen Partnern darauf, dass diese eigene Produktionsstätten in jeweiligem Vertriebsland aufbauten, was naturgemäß lange Produktions-Anlaufzeiten schaffte. Unverständlich an der ganzen Sache war auch die Preispolitik, denn Sony bot mehr Leistung für weniger Geld. Wer 1979 einen Sony Videorecorder kaufen wollte, musste oft suchen, dagegen gab es immer VHS-Recorder zu kaufen. Wer sich die technischen Daten dieser drei konkurrierenden Videosysteme anschaut, wird schnell erkennen, dass Betamax die Nase vorne hatte, dicht gefolgt von Video 2000; das Schlusslicht gab dann VHS ab. Es war für jeden im Sehvergleich leicht zu erkennen, dass Betamax die bessere Bildqualität lieferte, aber auch - so lange es noch Mono-Ton gab - die etwas schlechtere Tonqualität bot. Dieses hing ganz einfach mit der relativ geringen Bandgeschwindigkeit des Betamaxsystems zusammen, da der Ton in Mono längs und nicht mit der Video-Schrägspur aufgezeichnet wird; also geringere Bandgeschwindigkeit zwar die bessere Bildqualität, aber nicht bessere Tonqualität lieferte. Im übrigen sind auch die Betamax-Cassetten wesentlich kleiner und handlicher als bei VHS, der Nachteil von Betamax hierbei ist jedoch die deutlich niedrigere maximale Laufzeit. Später konnte dann Sony als erster mit Stereo- und HiFi-Ton auftrumpfen, aber dies hatte lizenzrechtliche Gründe und lag nicht etwa daran, dass JVC technisch nicht dazu in der Lage gewesen wäre.
Warum Video 2000 von Philips und Grundig eine Totgeburt war
Philips hatte einfach den Trend verschlafen und bot noch seine s/w Spulen-Videomaschinen an, als die Japaner schon mit Farbe und Cassetten statt Spulenband warben. So warf Philips dann sein noch nicht ausgereiftes Video 2000 auf den heiß umkämpften Markt. Die Folgen zeigten sich wenig später, denn die Reparaturanfälligkeit von Video 2000 war legendär. Eines der größten Übel war Bandsalat im allgemeinen und Bandrisse durch Umspulen im besonderen. Die Bildqualität konnte sich ohne weiteres mit der von Betamax messen und der Ton war auch besser, als der von den beiden anderen Systemen. Bemerkenswert ist auch die bis zu 8 Stunden betragende Spieldauer der Video-2000-Cassetten. Nach 4 Stunden wurde sie einfach umgedreht und konnte weitere 4 Stunden bespielt werden.
Was kosteten 1978/1979/1980 Videorecorder oder Cassetten?
Zwischen 1978 bis 1982 kostete z.B. eine 240 VHS-Cassette umgerechnet € 27,- bis € 35,- und eine L195 Betamax-Cassette ca. € 24,- bis € 27,- und eine Video-2000-Cassette € 31,- bis € 40,-. Abgesehen davon gab es kaum Cassetten mit den genannten Spielzeiten: diese lagen je nach System z.B. bei 180(Min) VHS, L500 (120 Min) Betamax und je 2x 180 Min bei Video-2000 oder die Spielzeiten waren geringer. Zum Vergleich: Philips bot noch 1978 s/w Spulenbänder mit einer Spieldauer von nur 30 Min. für sagenhafte € 50,11 (DM 98,-) an.
Bei den Videorecordern hielten sich fast alle Verkäufer (bis 1980) an die von den Herstellern empfohlenen Verkaufspreise. Diese lagen im Allgemeinen nicht unter € 1.508,- (DM 2.950,-) sondern eher weit darüber.
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