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Vi (ausgesprochen [ wi: aI ], aber nicht [ vi: ] und auch nicht "sechs" oder "six" wie die römische Zahl VI) ist ein von Bill Joy für eine frühe BSD-Version geschriebener Texteditor. Der Name stammt von 'Visual Interface', weil sein Vorgänger ex ein einfacher Zeileneditor war.


Vi wurde schnell zum De-Facto-Standardeditor unter Unix (auch für Hacker), jedenfalls bis zum Aufstieg von Emacs um 1984 herum. Aufgrund seiner Schlankheit startet er schneller und benötigt weniger Speicherplatz als Emacs. Sogar auf einer Rettungsdiskette hat Vi auch heute noch Platz, so dass entweder Vi selber oder einer seiner Klone Bestandteil fast aller Unix-Installationen ist.


[Bild extern:] bild:Vim.jpg


Neueinsteiger brauchen für Vi eine hohe Frustrationstoleranz, da es sich um einen Editor mit drei grundsätzlich unterschiedlichen Arbeitsmodi (Einfüge-, Befehls- und Komplexbefehlsmodus) handelt. Im Befehlsmodus wirken die allermeisten Tastendrücke wie Editierkommandos (Text löschen usw.) Im Einfügemodus hingegen kann der Benutzer, wie eigentlich erwartet Text eintippen; die Escape-Taste bewirkt ein Zurückspringen in den Befehlsmodus.


Um wieder in den Einfügemodus zu gelangen, genügt die 'i'-Taste. Frühe Versionen gaben dem Benutzer kein Indiz in welchem Modus sie sich gerade befanden, so dass es auch heute noch typisch für den Vi-Benutzer ist, immer vorsichtshalber noch einmal ESC zu drücken um ganz sicher zu gehen, dass sie wirklich im Befehlsmodus sind (falls das vorher schon der Fall war, wird Vi einfach nur piepsen). Aktuelle Versionen von Vi deuten ihren augenblicklichen Modus auf der Statuszeile oder graphisch an.


Ein großer Vorteil des Befehlsmodus ist, dass mehrere Befehle nacheinander ohne gleichzeitiges Betätigen der ALT-, CTRL- oder sonstiger Modifier-Tasten abgesetzt werden können. Für den geübten Benutzer bedeutet das eine erhebliche Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit.


1991 benutzten ungefähr die Hälfte aller Teilnehmer einer Usenet Umfrage den vi. Auch heutzutage ist Vi zumindest in der Unixwelt noch sehr verbreitet, selbst Emacs Benutzer greifen ab und zu auf ihn zurück, wenn es mal schnell gehen soll.


Als professioneller Anwender kommt man an Vi(m) nicht vorbei, da man mit diesem Editor sehr gut in Kombination mit rsh oder ssh (früher mit Telnet) im Netzwerk auf anderen Rechnern arbeiten kann.


Die wichtigsten Vi-Kommandos


Tabelle


Befehlen im Befehlsmodus kann eine Zahl vorangestellt werden, die angibt, auf wieviele Objekte sich der folgende Befehl beziehen soll. So löscht z.B. 3dw gleich drei Wörter auf einmal.


Neben den genannten Beispielen verfügt vi noch über eine Vielzahl von weiteren Editier- und Navigationsbefehlen. Es empfiehlt sich ein Blick in die vi-Manpage.


Siehe auch:




Weblinks

- BVI - ein Editor für binäre Files, der mit den üblichen vi - Kommandos zu bedienen ist


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