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Ussher, James
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Biografie / Biographie / Biography

* 4. Januar 1581 - † 21. März 1656

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James Ussher (auch Usher) (* 4. Januar 1581 in Dublin, † 21. März 1656 in Reigate, Surrey) war ein irischer anglikanischer Theologe und Verfasser einer Vielzahl theologischer und historischer Werke. Am bekanntesten darunter ist seine Weltgeschichte, in der der Schöpfungszeitpunkt auf das Jahr 4004 v. Chr. datiert wird.


Ussher entstammte einer wohlhabenden englisch-irischen Familie. Er war ein begabter Linguist und trat am 9. Januar 1594 im Alter von dreizehn Jahren in das erst kurz zuvor (1591) gegründete Trinity College in Dublin ein. Er machte dort 1600 seinen Abschluss und erhielt 1601 seinen Grad als Master. Im Jahr 1602 wurde er durch seinen Onkel, den Erzbischof von Armagh und Primas von Irland, an der Kapelle des Trinity College als Diakon und Priester ordiniert.


In der Folgezeit wurde er Fellow (Collegemitglied) und 1607 Professor für Theologie sowie zweimaliger Vizekanzler des Trinity College, in den Jahren 1614 und 1617. Er veröffentlichte 1615 seine 104 Irischen Artikel, mit denen er zwischen der anglikanischen und der kalvinistischen Richtung vermitteln wollte. 1621 wurde er zum Bischof von Meath ernannt und 1625 durch Jakob I. zum Erzbischof von Armagh berufen. Mit diesem Amt einhergehend wurde er Primas von Irland, d. h. Vorsteher der protestantischen Kirche von Irland, damals wie heute eine höchst streitbare Position auf der überwiegend katholischen Insel. Er vertrat wie viele seiner Zeitgenossen eine stark antikatholische Haltung und äußerte häufig Anklagen gegen Katholiken. So beginnt beispielsweise seine 1626 veröffentlichte Schrift Judgement of the Arch-Bishops and Bishops of Ireland (Urteil über die Erzbischöfe und Bischöfe von Irland) folgendermaßen:


Die Religion der Papisten ist abergläubisch und götzendienerisch; ihr Glaube und ihre Lehre irrig und ketzerisch; ihre Kirche [...] apostatisch; ihnen Nachsicht entgegenzubringen oder der freien Ausübung ihrer Religion zuzustimmen, [...] ist daher eine schwere Sünde.

Ussher führte ausgedehnte Debatten mit katholischen Theologen und drängte darauf, scharfe Maßnahmen gegen irische Katholiken zu ergreifen. Das übliche Bild von Ussher zeigt ihn als leicht weltfremden Gelehrten, der bestenfalls ein mittelmäßiger Politiker und Verwalter war. Tatsächlich war er ein Bischof und Erzbischof von vollkommener Effektivität, und seine Gelehrsamkeit trug ihm beträchtliches Ansehen in politischen Kreisen ein.


Die letzten sechzehn Jahre seines Lebens verbrachte Ussher in England. Er war 1640 dorthin gereist und konnte als Folge des katholischen Aufstands in Irland (1641), des englischen Bürgerkriegs (1642) und der Errichtung der Commonwealth-Regierung Oliver Cromwells (ab 1649) nicht wieder nach Irland zurückkehren.


Er wurde 1641 zum Bischof von Carlisle ernannt und war ab 1643 Mitglied der Westminstersynode. Obwohl er vom Parlament hofiert wurde, blieb er während des Bürgerkriegs an der Seite des Königs Karl I. und fiel daher bei Cromwell in Ungnade.


Er starb 1656 im Alter von 75 Jahren und erhielt trotz seiner royalistischen Gesinnung ein Staatsbegräbnis in Westminster Abbey.


Das bekannteste Werk Usshers sind seine Annales veteris testamenti, a prima mundi origine deducti (Annalen des Alten Testaments, hergeleitet von den frühesten Anfängen der Welt), die 1650 veröffentlicht wurden. Es begründete die heute als Ussher-Lightfoot-Kalender bekannte Zeitrechnung, die sich allein auf Bibelstellen stützt. Danach fand der Schöpfungsakt im Jahr 4004 v. Chr. statt und die Sintflut 2501 v. Chr.. Das Werk wird u. a. von den Young Earth Creationists herangezogen, nach deren Glauben die Erde tatsächlich ca. 6000 Jahre alt ist; es wurde indes auch häufig als Symbol des religiösen Obskurantismus verspottet.


In Bezug auf die irischen Geschichte war Usshers Hauptbeitrag die Gleichsetzung der protestantischen Kirche von Irland mit der frühen Irischen Kirche des hl. Patrick, ein »Gründungsmythos«, dessen sich die Kirche von Irland bis ins 20. Jahrhundert hinein rühmte.


Siehe auch: Kreationismus


Weblinks



Literatur

  • R. Buck Knox: James Ussher, Archbishop of Armagh. University of Wales Press, 1967.
  • Stephen Jay Gould: Fall in the House of Ussher, in: Eight Little Piggies, Penguin Books, 1993.


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