Durch die geschickte Politik seines Vater Enno, der das Erbe der Norder Attena angetreten hatte und auch damit zum Häuptling von Norden geworden war, übernahm Ulrich ein bedeutendes Erbe. Über seine Mutter Gela, Tochter des Affo Beninga, Häuptling zu Pilsum und Manslagt, und der Tiadeka Siartza von Berum, erhielt er zusätzlich auch das Erbe der hoch angesehenen Familie Cirksena: Nachdem Gelas einziger Sohn aus erster Ehe, der Häuptling Liudward Cirksena ("Syrtza") zu Berum Mitte der 30er Jahre des 15. Jahrhunderts ohne Nachkommen verstorben war, waren Gela und deren Nichte Frauwa Cirksena ("Sydzena") die alleinigen Erben der Cirksena von Berum. Enno nutzte die Gelegenheit und verheiratete seinen Sohn aus erster Ehe, Ulrichs Stiefbruder Edzard, daraufhin mit Frauwa. Und er tat ein weiteres: Er und Edzard nahmen den Familiennamen und das Wappen ihrer Ehefrauen an, um die Erbfolge zu betonen. Als Edzard und Frauwa im Jahr 1441 ohne Nachkommen zugleich an der Pest verstarben, erbte Ulrich auch den Nachlass der Cirksena von Berum. Auch er übernahm diesen in Ostfriesland höchst angesehenen Familiennamen für sich und seine Nachkommen.
Zusammen mit seinem Vater und seinem älteren Stiefbruder Edzard trat Ulrich 1430 erstmals politisch handelnd in Erscheinung. Sie schlossen mit einigen ostfriesischen Landesgemeinden den Freiheitsbund der "Sieben Ostfrieslanden".
Ulrich erreichte durch vielfältigste Interventionen auf politischer Ebene die Erhöhung in den erblichen Reichsgrafenstand durch Kaiser Friedrich III. Am 23. Dezember1464 fand die offizielle Belehnung in der Kirche des Franziskanerklosters in Faldern statt. Ulrich musste dafür allerdings eine erhebliche Summe an die kaiserliche Kanzlei bezahlen. Die stets knappe Finanzlage des Kaisers und die aufwendige Hofhaltung begünstigte dahingehende Entscheidungen des Kaiser.
Ulrich Cirksena betrieb auch selbst eine kluge Heiratspolitik. Seine erste Frau war Folcka, die Erbtochter des Häuptlings Wibet von Esens. 1440 übertrug sie ihm die Herrlichkeit Esens mit allen ihren Rechten und Gerechtigkeiten. Seine zweite Gemahlin war Theda, Tochter von Uko von Oldersum und damit Enkelin des mächtigen Häuptlings von Leer, Focko Ukena. Auch sie brachte seinem Hause einen neuen und ansehnlichen Zuwachs.
Gestorben ist Ulrich I. am 25. oder 26. September1466 auf seiner Burg in Emden. Am 27. September dieses Jahres wurde er im Kloster Marienthal zu Norden beigesetzt. Nachdem dieses Kloster 1531 zerstört und Ulrichs Enkel, Graf Enno II., 1540 gestorben war, erfolgte nach der Fertigstellung des monumentalen Enno-Grabmals in der Großen Kirche zu Emden 1548 die Umbettung der Gebeine der Cirksena - und damit auch Ulrichs - von Norden nach Emden. Im Jahre 1948 wurde der Rest dieser Gebeine in der zerstörten Großen Kirche geborgen und in das 1875/76 auf dem Friedhof zu Aurich errichtete Mausoleum der Ostfriesischen Fürsten überführt.
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