Der Übermensch ist ein Begriff aus Friedrich Nietzsches Werk "Also sprach Zarathustra":
"Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch, - ein Seil über einem Abgrunde." (Zarathustra S.14)
Im großen Plan der Evolution ist es aus der Sicht Nietzsches die Aufgabe des Menschen, seinen Nachfolger hervorzubringen, der höher entwickelt ist als er selbst. Diesen dem Menschen überlegenen Menschen nennt Nietzsche den "Übermenschen".
Hierbei sollte nicht außer acht gelassen werden, dass der Übermensch nicht eine neue Gattung nach dem Menschen sein soll, sondern aus dem einzelnen Menschen hervorgeht, wenn Nietzsche auch die Hoffnung hat, dass es in der Zukunft mehrere dieser Übermenschen gibt, ist das nicht so zu verstehen, dass sich eine Rasse Übermensch entwickeln soll. Ein Mensch kann zum Übermenschen werden, nicht aber ein solcher sein. Also: nicht neue Rasse "Übermensch", die den Menschen ablöst wie dieser das Tier, sondern der Einzelne, der sich über sich hinausschaffend als Übermensch verwirklicht.
Nietzsches Konzept des Übermenschen stellt eine radikale Lebensbejahung trotz des und entgegen dem Nihilismus dar. Der Übermensch gilt somit als Überwinder des Nihilismus. Er ist der Schöpfer neuer Werte, die er aus sich selbst bezieht und die anstelle der durch den Nihilismus zuvor zerstörten bzw. verneinten transzendenten Werte (Gott, Religion, ewige und unbezweifelbare moralische und erkenntnistheoretische Dogmen) nunmehr eine immanente, dem Leben zugewandte und dem Leben dienliche Entsprechung finden.
Der Übermensch wird in der Nietzsche-Forschung auch interpretiert als der Versuchende, Strebende, sich selbst Überwindende, als Ausdruck einer ursprünglich zum Menschen gehörenden Sehnsucht, sowie des Nicht-Genügens der eigenen Faktizität.
Nietzsche sagt, der Mensch soll diese Entwicklung des Übermenschen bewusst bejahen und wollen.
Nietzsche liebte die Menschen nicht. Was er positiv an ihnen fand, war, dass sie untergehen und zuvor etwas Neues hervorbringen würden: den Übermenschen. Für Nietzsche ist der ideale Mensch derjenige, welcher der Wegbereiter des Übermenschen ist, obwohl er weiß, dass der Übermensch der Untergang des Menschen sein kann. Der ideale Mensch ist also derjenige, der seinen eigenen Untergang freudig begrüßt, weil er so Platz für den Übermenschen macht. Nicht Menschheit, sondern Übermensch ist das Ziel, sagt Nietzsche.
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