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Typografie

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Der Begriff Typografie stammt aus dem griechischen »typos«, was Schlag, Abdruck oder Figur und »graphein«, was malen, schreiben oder ritzen bedeutet.


Typografie bedeutet im engeren Sinne das Gestalten mit reproduzierbarer Schrift. Genauso zählt klassischerweise das Gestalten von Schrift zur Typografie. Im weiteren Sinne wird Typografie als Gestaltung mittels Schrift, Bildern, Linien, Flächen und "typografischem Raum" (optisch wirksamem Abstand) in einem visuellen Medium verstanden.


Je nach Fokus kann zwischen Mikrotypografie und Makrotypografie unterschieden werden.


Die Typografie gibt es nicht, da sich die typografische Gestaltung dem Medium und dem Ziel anpassen muss. Zum Beispiel Buch, Formular, Internet bzw. Lesbarkeit, Werbung oder auch experimentelle Typografie.


Siehe auch: Geschichte der Typografie, Elementare Typografie, Schweizer Typografie, Webtypografie, Liste bedeutender Typografen


Inhaltsverzeichnis


1 Anwendung von Typografie

2 Maßeinheiten

3 Mikrotypografie

4 Makrotypografie

5 Weitere Verweise

6 Literatur

  6.1 Typografie

  6.2 Schrift

  6.3 Layout

  6.4 Unbekannt

7 Weblinks


Anwendung von Typografie

Typografie verdeutlicht und unterstützt durch die Form Inhalt und Zweck eines Werkes.


Ihr Ziel ist es, dem Leser die Intention eines Textes nahezubringen. In den meisten Fällen soll eine optimale Lesbarkeit der dargestellten Informationen erreicht werden. Aber auch das Gestalten des Kleingedruckten in Verträgen und das gezielte Hervorheben bestimmter Informationen bei Werbeprospekten gehört zu den Aufgaben der Typografie.


Möglichkeiten typografischer Gestaltung sind der Einsatz unterschiedlicher Schriftarten, Schriftgrößen und Auszeichnungsarten, die Wahl der optimalen Satzbreite, des Zeilenfalls, des Formates u.v.m.


Typografen bemühten sich stets, Normen für die gute Gestaltung von Druckwerken aufzustellen. Regeln für gute Typografie sind allerdings immer an den historischen Kontext und die technischen Möglichkeiten gebunden. Im Laufe der Zeiten haben sich viele Konventionen gebildet und verändert, die ein Gestalter bei der Wahl einer Schrift und der Gestaltung zu berücksichtigen hat. Diese sind nach Zeit und Ort verschieden.


So werden Anführungszeichen, Gedankenstriche, Satzzeichen und Überschriften in verschiedenen Ländern der Welt und selbst innerhalb Europas mitunter sehr unterschiedlich dargestellt und behandelt.


In erster Linie soll aber die Aussage, die durch das Medium Text vom Autor an den Leser vermittelt wird, visuell unterstützt werden. Dabei ist es das Ziel des Typografen, ein definiertes Verhältnis zwischen Botschaft des gestalteten Werkes und der visuellen Aufbereitung einzugehen. Ein solches Verhältnis könnte hohe Lesbarkeit, klare Strukturierung oder Reduktion sein, was z. B. bei einem Warnschild angebracht wäre; genauso könnten Ironie oder beabsichtigte schlechte Lesbarkeit ein angebrachtes Stilmittel sein.


War Typografie seit Gutenberg Teil des Fachwissens der Drucker und Schriftsetzer, ist sie heute ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung von Grafikern, Mediengestaltern u.ä. Berufsgruppen. Allerdings kann heute jeder am Computer Schriftstücke erstellen und somit typografisch tätig werden. Ob Typografie eine Kunst im eigentlichen Sinn ist, ist unter Fachleuten umstritten. So behauptet z. B. Kurt Weidemann (u.a. Entwerfer der Hausschrift von DaimlerChrysler), dass Typografie als Kunst »belanglos« ist, da es ja auf Zurückhaltung zugunsten der Lesbarkeit und der angestrebten Wirkung des Schriftstückes beim Leser ankomme und es eben nicht um eine Selbstverwirklichung des Gestalters gehe.


Maßeinheiten

In der Typografie sind viele verschiedene Maßeinheiten gebräuchlich. Einige von Ihnen, z. B. Pica und Didot-Punkt gehen auf die historische Entwicklung der Typografie zurück. Buchstaben und andere typografische Elemente werden mit dem Typometer vermessen.


Maßeinheiten
Fuß324,90 mmFoot304,800 mm
Zoll(fr.)27,08 mmInch25,400 mm
Linie2,26 mmPica4,233 mm
Punkt0,38 mmDidot-Punkt0,375 mm
Cicero4,510 mm
Point (pt) nicht genormt0,353 mm

Mikrotypografie

Die Mikrotypografie oder Detailtypografie betrifft die Gestaltung des Satzes zwischen Buchstaben und Zeichen, Wörtern und Zeilen, d.h. die Schriftgröße, die Feinheiten der Zeichen-, Wort- und Zeilenabstände, den Buchstabenbildern, Trennungen und der Laufweite.


[Bild extern:] Typographische Fachbegriffe


Makrotypografie

Im Gegensatz zur Mikrotypografie beschäftigt sich die Makrotypografie (nach Hans Peter Willberg) mit der Gesamtkonzeption, dem Format, dem Aufbau, der Gliederung und dem Verhältnis von Schrift zu Bild, der Schriftwahl und den Auszeichnungen.


Weitere Verweise

Antiqua-Fraktur-Streit, Aufstrich, Barrierefreies Internet, Bleisatz, Bleiwüste, Blindtext, Buch, Buchdruck, Buchdruckerwappen, Druckersprache, Grafikdesign, Grafikdesigner, Informationsdesign, HTML, Kalligraphie, kursiv, recte, LaTeX, Ligatur, Paläografie, Schriftklassifikation, ß, TeX, Textauszeichnung, Webdesign, Webtypografie,


Literatur

Typografie

  • Ralf Turtschi: Praktische Typografie. Niggli Schweiz, 5. Auflage, 2003 ISBN_3-7212-0292-9
  • Otl Aicher: Typografie. Ernst & Sohn Berlin / Edition Druckhaus Maack, 1988.
  • Hans Rudolf Bosshard: Typografie Schrift Lesbarkeit. Verlag Niggli, 1996.
  • Eberhard Dilba: Typographie-Lexikon und Lesebuch für alle. 2. Auflage. Selbstverlag, 2004. (Download auf der Website des Autors)
  • Duden Band 1: Die deutsche Rechtschreibung. 22. Auflage. Dudenverlag 2000, ISBN_3-411-04012-2.
  • Friedrich Forssman, Ralf de Jong: Detailtypografie - Der Typo-Knigge. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2002. ISBN_3-87439-568-5.
  • Friedrich Friedl, Nicolaus Ott und Bernhard Stein (Hrsg.): Typographie - wann wer wie. Könemann Verlagsgesellschaft, Köln 1998. ISBN_3-89508-473-5.
  • Hans Rudolf Lutz: Typoundso. Verlag Hans-Rudolf Lutz, Zürich 1996.
  • Gerrit Noordzij: Das Kind und die Schrift. Typografische Gesellschaft München, 1985.
  • Emil Ruder: Typographie. Verlag Niggli, Neuausgabe 2003.
  • Jan Tschichold: Die neue Typographie. Brinkmann und Bose 1987, ISBN_3-92266-023-1.
  • Hans Peter Willberg, Friedrich Forssman: Die neue Lesetypographie. Ein Handbuch für die tägliche Praxis, nicht nur ein Lehrbuch. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2003, ISBN_3-89261-186-6.
  • Hans Peter Willberg, Daniel Sauthoff, Gilmar Wendt: Schriften erkennen Verlag Hermann Schmidt, Mainz,1996.
  • Max Bollwage: Typografie kompakt Springer Verlag, Heidelberg, 2001


Schrift



Layout

  • Hans Rudolf Bosshard: Der typografische Raster. Verlag Niggli, 2000.
  • Cyrus Dominik Khazaeli: Crashkurs Typo und Layout - Vom Zeilenfall zum Screendesign. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 1995. ISBN_3-499-19815-0.
  • Philip Luidl: Desktop-Knigge. Setzerwissen für Desktop-Publisher. TLC The Learning Company 1994. ISBN_3-92180-385-3.
  • Andreas Maxbauer, Regina Maxbauer: Praxishandbuch Gestaltungsraster - Ordnung ist das halbe Lesen. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2002. ISBN_3-87439-571-5.
  • Josef Müller-Brockmann: Rastersysteme. Verlag Niggli, 2. Auflage 1985.
  • Petra Pawletko: Layouten, Gebundene Ausgabe - 95 Seiten - Verlag: Stiebner, Erscheinungsdatum: November 2002, ISBN_3830712286.


Unbekannt

  • Hans Rudolf Lutz: Ausbildung in typografischer Gestaltung. Verlag Hans-Rudolf Lutz, Zürich 1987.
  • Ralf Herrmann: index schrift. Addison-Wesley. ISBN_3-8266-1379-1.
  • Alex Sadkowsky: Der Titel. Verlag Hans-Rudolf Lutz, Zürich 1993.
  • Karl Gerstner: Kompendium für Alphabeten. Verlag Niggli, Neuausgabe 1985.
  • Karl Gerstner: Programme entwerfen. Verlag Niggli, 1964.
  • Armin Hofmann: Methodik der Form- und Bildgestaltung. Verlag Niggli, 4. Auflage 1988.
  • Erik Spiekermann: Ursache und Wirkung: ein typografischer Roman. Verlag Hermann Schmidt, Mainz, Neuauflage.


Weblinks



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