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Tupolew Tu-154

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Die Tupolew 154 (NATO-Code: Careless) ist ein Verkehrsflugzeug mittlerer Reichweite für 150 bis 180 Passagiere, deren drei Strahltriebwerke Kusnetzow NK-8-2U mit je 103 kN Schubkraft (Version TU-154A, B) bzw. Soloviev D-30 KP/KU mit 108 kN Schubkraft (Version TU 154M) am Heck angebracht sind. Je ein Triebwerk ist rechts und links am Heck angeordnet. Diese Triebwerke verfügen zur Verringerung der Landestrecke über ein System der Schubumkehr. Das dritte Triebwerk saugt seine Luft oberhalb des Rumpfes, mittig an der Seitenleitwerkswurzel, an. Der Abgasstrom wird unterhalb des Leitwerkes, im Heck des Flugzeugs, geführt (etwa so, wie es bei der Lockheed L-1011 TriStar passiert). In Form und Größe gleicht die Tupolew 154 am ehesten der sehr erfolgreichen Boeing 727, als deren Gegenstück sie vermutlich konstruiert wurde.


Die TU-154 ist ein freitragender Tiefdecker mit 35° gepfeilten Flügeln (sog "kritisches" Tragflächenprofil) in Ganzmetallbauweise mit 3 Holmen. Die beiden 3-achsigen Stützen des Hauptfahrwerks sind für Einsätze auf unbefestigten Pisten ausgelegt und werden nach hinten in eine Fahrwerksgondel, welche sich an jeder Tragfläche befindet, eingezogen. Im Gegensatz zu den hydraulisch betätigten Start- und Landeklappen wird die Nasenleiste elektrisch angetrieben.


Es gibt drei Baureihen der Tupolew 154, die sich optisch kaum unterscheiden. Unterschiede sind vor allem in der Technik zu finden. Die Tupolew 154A ist die Grundversion, die heute nur noch in Russland und den GUS-Staaten fliegt. Die erste verbesserte Version war die Tupolew 154B, die in Europa heute auch verschwunden ist. Lediglich die Tupolew 154M entspricht den europäischen Bestimmungen zum Schutz vor Fluglärm so weit, dass sie heute noch Ziele in Westeuropa, insbesondere auch in Deutschland, anfliegen darf.


Die TU 154 gilt generell als eines der unsichersten Luftfahrzeuge weltweit, was sicher einerseits auf die - im Vergleich zu einem modernen Jet westlicher Herkunft - äußerst komplexe Bedienung, andererseits sicher auch auf das problematische Wartungssystem der langjährigen russischen Mangelwirtschaft zurückzuführen ist.


Die Tupolew 154 flog vor allem für viele Fluggesellschaften Osteuropas und für die Aeroflot. Nur wenige Exemplare waren unter anderem im Mittleren Osten in Einsatz. Heute ist sie immer noch das Rückgrat für viele Flotten der kleineren GUS-Fluggesellschaften. Auch in der Aeroflot wird sie noch, vor allem auf den russischen Inlandsrouten, eingesetzt.


Von diesem Flugzeugtyp gab es eine Reihe von Spezialausführungen, so z.B. als fliegendes Lazarett, für die Kosmonautenausbildung oder als reine Frachtversion.


Eine Weiterentwicklung der TU-154 wurde als TU-155 bezeichnet.Diese Maschine war ein reines Versuchsflugzeug, dessen Triebwerke anstelle von Kerosin mit Wasserstoff bzw. Erdgas betrieben werden konnten.


Nach der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm die Flugbereitschaft der Bundeswehr zwei TU-154M aus dem Bestand des Transportfliegergeschwaders 44 (TG 44) der Luftstreitkräfte (LSK) der DDR. Am 14. September 1997 stürzte davon eine Maschine (takt. Nr.: 11+02) nach einem Zusammenstoß mit einem amerikanischen Militär-Transporter vom Typ Lockheed C-141 "Starlifter" in den Süd-Atlantik. Alle 33 Insassen der beiden Flugzeuge, darunter der Flugkapitän der TU-154M Ralph Reinhold, der Sohn des ehemaligen langjährigen (03/1976-11/1989) Chefs der LSK/LV der DDR, Wolfgang Reinhold, kamen dabei ums Leben. Die Ursache dieser Katastrophe wurde offiziell nie gänzlich aufgeklärt. Diese Katastrophe belastet die deutsch-amerikanischen Beziehungen danach noch eine geraume Zeit.


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