Die Entwicklung der Tu-144 begann Anfang der 1960er Jahre und der Prototyp SSSR-68001 bewältigte seinen Jungfernflug am 31. Dezember1968 in der Nähe von Moskau, also einige Monate, bevor die Concorde ihren ersten Testflug hatte.
Das Muster ähnelte in Auslegung und Leistung der Concorde und wies ein gleichartiges Deltatragwerk mit hinten gruppierten Triebwerken sowie eine eine absenkbare Nase auf, die die Sicht der Piloten im Landeanflug verbesserte. Dies führte zu Gerüchten dass, die russische Entwicklung auf gestohlenen Plänen der Concorde basiert. Westliche Medien gaben ihr daher den Spitznamen Konkordski.
Bei einer Flugschau in Paris am 3. Juli1973 erlitt das Entwicklungsprogramm einen ernsten Rückschlag. Eine Tu-144 stürzte beim Flughafen Le Bourget ab. Dabei wurden die sechsköpfige Besatzung sowie 8 Personen am Boden getötet. Nach Untersuchungen funktionierte die Technik der Tu-144 einwandfrei. Es soll in der Nähe des Flugzeuges aber plötzlich ein französisches Jagdflugzeug vom Typ Mirage-3P aufgetaucht sein. Welcher Zusammenhang hier besteht, bleibt unklar. Gerüchten zufolge soll sich das Kampfflugzeug zu Spionagezwecken der Tupolew genähert haben, worauf der Tupolew-Pilot bei einem Ausweichmanöver die Kontrolle verloren haben soll. Die Tu-144 war zum damaligen Zeitpunkt eine Konkurrenz zur französisch-britischen Concorde.
Aufgrund eines schweren Brandes und Problemen mit der Aerodynamik und Teilen der Bordsysteme wurde der Betrieb aber bereits 1978 nach nur 102Linienflügen wieder eingestellt.
In den 90er Jahren wurden mit den verbleibenden Flugzeugen Testflüge von Russland und den USA durchgeführt.
Bei Tupolew existieren außerdem Pläne für einen Nachfolger, die Tupolew Tu-244.
Das Auto- und Technikmuseum Sinsheim verfügt seit Ende 2000 über eine Tu 144, und inzwischen auch über eine Concorde der Air France. Wer auf der Autobahn A6 von Heilbronn nach Mannheim an Sinsheim vorbeifährt, kann beide Flugzeuge auf dem Museumsgelände direkt neben der Autobahn sehen (Vorsicht Unfallgefahr!).
Technische Daten
Mantelstromtriebwerk und Nachbrenner: 4 Kusnetzow NK-144, je 20000 kp Schub
Maximale Reisegeschwindigkeit: 2.500 km/h (Mach 2,35)
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