Die Tuberkulose (kurz TBC oder Tbc, früher auch Schwindsucht oder Morbus Koch) ist eine Infektionskrankheit.
Der Erreger der Tuberkulose ist ein Bakterium (Mycobacterium tuberculosis), die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.
Ein Erkrankter mit "offener Tbc" ist daher eine besonders gefährliche Infektionsquelle, da die einmal ausgehusteten Keime stundenlang im Raum umherschwirren.
Da Rinder ebenfalls an der Tuberkulose erkranken können, war früher die Milch eine verbreitete Infektionsquelle.
Diese Erkrankung ist eine der ältesten Plagen der Menschheit und ist auch ein Indikator für die Lebensbedingungen in einer Gesellschaft, da sie wahrscheinlich durch eine gute Ernährung und ausreichende hygienische Verhältnisse auch ohne spezielle medizinische Maßnahmen zurückgedrängt werden kann.
Von einer Ansteckung bedroht sind besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung ist heute mit TBC infiziert, 8 Millionen erkranken pro Jahr und 2 Millionen sterben an der Erkrankung - v.a. aufgrund unzureichender Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Die TBC führt die Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an und die WHO schätzt, dass in den nächsten 10 Jahren 30 Millionen Todesfälle eintreten werden.
Besonders in Osteuropa ist durch den Niedergang des Gesundheitswesens eine besorgniserregende Zunahme v. a. auch multiresistenter Stämme zu verzeichnen.
TBC ist u.a. unter HIV-Infizierten verbreitet, wo sie sehr schwer nachzuweisen ist.
Das geschwächte Immunsystem führt bei einer TBC-Routineuntersuchung oft zu negativen Ergebnissen, obwohl die Krankheit vorliegt (s. a. Fehler 1. und 2. Art).
Die WHO fordert eine weltweite Koordination der Tbc- und AIDS-Forschung.
Ein besonders schwerwiegendes Problem ist die weltweite Zunahme medikamentenresistenter Tuberkulosestämme ("Multidrug-Resistenz"), die immer häufiger die Ursache der Erkrankung sind.
So muss schon zu Beginn der Erkrankung eine Kombination verschiedener Tbc-Therapeutika verabreicht werden.
Der Erreger der Tuberkulose, Mycobacterium tuberculosis, ist ein langsam wachsendes gram-positives, aerobesBakterium, das sich nur alle 16 bis 20 Stunden teilt. Verglichen mit anderen Bakterien ist dies extrem langsam; diese haben Teilungsraten im Bereich von Minuten (eines der schnellst-teilenden Bakterien ist ein Stamm von E. coli, der sich alle 20 Minuten teilt).
Mycobacterium tuberculosis ist ein kleines stäbchenförmiges Bakterium, das in der Lage ist, schwachen Desinfektionsmitteln zu widerstehen. Endosporen von Mycobacterium tuberculosis können in trockener Umgebung Wochen überleben. Ein Zellwachstum ist jedoch nur in einem Wirtsorganismus möglich. Der mikroskopische Nachweis gelingt durch die typischen Färbeeigenschaften: Nach Behandlung mit einer sauren Lösung behält es seine Farbe und wird deshalb als "säurefestes Stäbchen" bezeichnet. In der gebräuchlichsten Färbung dieser Art, der Ziehl-Neelsen-Färbung, heben sich die roten säurefesten Stäbchen vor einem blauen Hintergrund ab. Der Nachweis von säurefesten Stäbchen gelingt weiterhin durch Fluoreszenzmikroskopie und durch die Auramin-Rhodamin-Färbung.
Zur gleichen Bakteriengruppe gehören drei weitere Mykobakterien, die teilweise der Tuberkulose sehr ähnliche klinische Beschwerden verursachen können: M. bovis, M. africanum, und M. microti. Die ersten zwei Erreger sind sehr selten, der dritte verursacht keine menschliche Infektion.
Desweiteren gibt es andere Mykobakterien, die jedoch keine Tuberkulose verursachen: M. leprae als Erreger der Lepra, sowie Mycobacterium avium und Mycobacterium kansasii.
Der Erreger ist gegen Umwelteinflüsse sehr resistent
Der Erreger kapselt sich im Körper ab und erweckt den Anschein, dass die Krankheit geheilt sei. Er ist aber nicht völlig beseitigt, sondern kann später wieder aktiv werden.
Der Erreger ist nur durch besondere Färbungen (Ziehl-Neelsen) nachweisbar
Der Erreger kann während der Behandlung resistent werden
Die Behandlung läuft oft über mehrere Monate. Dabei fühlt sich der Betroffene schon wieder gesund und nimmt seine Medikamente nicht mehr sicher ein.
Oft werden Menschen betroffen, die immungeschwächt sind, da sie an einer Zweiterkrankung leiden oder drogensüchtig sind.
Nach der Ansteckung über infizierte Tröpfchen bilden die Bakterien in den folgenden drei bis sechs Wochen in der Lunge der betroffenen Person kleine knötchenförmige Entzündungen. Häufig verursacht dieser Entzündungsvorgang keine Beschwerden. Es können aber auch Symptome auftreten wie beispielsweise
Müdigkeit und Schwäche
Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme
Geschwollene Lymphknoten
Leichtes Fieber, besonders in den Nachmittagsstunden
Nachtschweiß
Ständiges Hüsteln ohne viel Auswurf
Die Entzündungsherde werden von Blutabwehrzellen eingeschlossen. Es bilden sich kleine Knötchen ("Tuberkel"). So abgekapselt verursachen die Tuberkulose-Herde keine Beschwerden, können aber jahrelang im Körper überleben.
Nur bei fünf bis zehn Prozent der Menschen, die sich mit Tuberkulose angesteckt haben, bricht die Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aus. Die Patienten klagen dann über verschiedene Symptome:
Der Husten hält länger als drei Wochen an.
Beim Husten Schmerzen in der Brust und Atemnot.
Abhusten von gelblich-grünen Schleim.
Blutiger Auswurf (starke Lungenschädigung).
Die Tuberkulose-Bakterien vermehren sich in der Lunge und zerstören das Gewebe. Das zerstörte Gewebe wird ausgehustet und enthält die Bakterien - der Patient leidet jetzt an offener Tuberkulose. Im fortgeschrittenen Stadium können weitere Organe befallen werden. Dann treten schmerzhafte Schwellungen an Knie- und anderen Gelenken oder der Wirbelsäule auf. Eine Sonderform der Tuberkulose ist die Hauttuberkulose. Kleine Wunden, Risse und warzenartige Eiterherde, hauptsächlich an den Händen, sind die typischen Symptome der Hauttuberkulose.
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