Traunstein ist eine Einkaufs- und Behördenstadt, die als Sitz des Amts- und Landgerichts Traunstein überregionale Bedeutung besitzt. Der Innenstadtbereich mit dem sanierten und neu gestalteten Stadtplatz mit dem wiedererrichteten Jacklturm bietet mit seinen zahlreichen Cafés, Gaststätten und Geschäften einen angenehmen Tagesaufenthalt.
Außerdem ist Traunstein mit seinen 17 Schulen und fast 10.000 Schülern die wichtigste Schulstadt der gesamten Region.
Weithin bekannt ist der traditionelle Georgiritt alljährlich am Ostermontag.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Traunstein im Jahr 1245. Der Ort gehört seit 1275 zu Bayern (vorher zu Salzburg) und wurde Anfang des 14. Jahrhunderts zur Stadt erhoben. Bereits 1493 waren die Straßen und Gassen erstmals gepflastert worden. 1501 wurde die Oswaldkirche neu errichtet, 1526 der Lindlbrunnen mit Rossschwemme als Abschluss der städtischen Wasserversorgung.
Die Produktion von Salz infolge des Baus einer Soleleitung von Bad Reichenhall im Jahre 1616 war lange Zeit der wichtigste Wirtschaftszweig und brachte der Stadt großen Wohlstand. Von den Greueltaten des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) blieb Traunstein weitgehend verschont. Am 25. und 26. Juli1704 besetzten österreichische Truppen im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs Traunstein. Es kam zu einem verheerenden Stadtbrand, der das mittelalterliche Stadtbild veränderte. Trotz langjähriger österreichischer Besatzung gelang der Wiederaufbau. Die 1786/87 fertiggestellte neue Saline sicherte den Fortbestand der Salzproduktion in Traunstein.
In der Nacht vom 25. zum 26. April1851 zerstörte wieder ein verheerender Brand nahezu die gesamte Stadt. Seine Ursache konnte nie aufgeklärt werden. Für die Behauptung, es habe sich um einen Racheakt für die Verlegung des Pfarrsitzes von Haslach nach Traunstein gehandelt, fehlt jeglicher Beweis. Dem Großfeuer fielen annähernd 100 Häuser, unter ihnen das Rathaus, das Landgericht, das Hauptsalzamt und das Rentamt, die Kirche sowie sämtliche Tore und Türme (mit Ausnahme des oberen) zum Opfer. Wie schon nach 1704 gelang es auch diesmal, Traunstein innerhalb weniger Jahre neu aufzubauen.
1912 wurde die letzte Traunsteiner Saline in der Au aufgelassen. 1914 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Au nach Traunstein eingemeindet, die Saline diente im Ersten Weltkrieg als Lager für Zivil- und Kriegsgefangene mit über 1.000 Insassen. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1923 zu Hyperinflation, auch in Traunstein kursierte Notgeld mit Milliardenbeträgen.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam es seit 1933 wie auch anderswo in Deutschland zur Verfolgung politisch Andersdenkender und jüdischer Mitbürger. Während des Zweiten Weltkriegs war Traunstein viermal Ziel amerikanischer Bombenangriffe: am 11. November1944, am 21. Januar1945, am 18. April1945 und schließlich am 25. April1945. Die kampflose Übergabe der Stadt erfolgte am 3. Mai1945.
Von 1948 bis 1972 (wie schon zwischen 1876 und 1935) war Traunstein kreisfreie Stadt. Im Zuge der Gebietsreform wurde Traunstein in den Landkreis Traunstein eingegliedert und erhielt den Status einer Großen Kreisstadt.
Balthasar Permoser, * 13. August1651 in Kammer (heute Ortsteil von Traunstein), + 20. Februar1732, Einer der bedeutendsten Bildhauer des Barock. Ab 1689 Hofbildhauer am sächsischen Hof in Dresden. Hauptwerke u.a.: Entwurf des gesamten Skulpturenprogramms des Dresdner Zwingers, Kanzel in der Hofkirche zu Dresden. Von Permoser sagt man, er sei der einzige gewesen, der es sich erlauben durfte, im Beisein Augusts des Starken seinen Hut aufzubehalten.
Verkehr
Traunstein ist ein Verkehrsknotenpunkt, es liegt direkt an der Bahnlinie München-Salzburg und nur wenige Kilometer von der BAB München-Salzburg entfernt.
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