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Transzendentale Methode

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Die transzendentale Methode bezeichnet bei Immanuel Kant eine Methode zur Untersuchung der Prüfung von der Erkenntnis.


Inhaltsverzeichnis


1 Zur Vorbedingung: zum synthetischen Charakter von Urteilen

  1.1 Die Bezeichnung der Methode : transzendentale Methode

2 Zur Bestimmung der Methodik des Erkenntnisgegenstandes bei Kant

  2.1 Zur apriorischen Erkenntnisart bei Kant

3 Die Momente der Erkenntnis: Anschauungsformen und Verstandesbegriffe

4 Kants Unterscheidung von formaler und transzendentaler Logik

5 Literatur


Zur Vorbedingung: zum synthetischen Charakter von Urteilen

Das Hauptwerk der Philosophie bei Kant besteht in seiner theoretischen Ausprägung in der "Kritik der reinen Vernunft"(1781 beziehungsweise 1787). Dieses Werk bezeichnet er selber als einen "Traktat der Methode". Damit soll gesagt werden, dass hier kein geschlossenes System der Philosophie vorgestellt werden soll, sondern durch welche Bedingungen und Prüfungen die Erkenntnis einer kritischen Prüfung unterzogen werden kann.


Somit stellt er hier die eigentliche Frage, ob und wie wissenschaftliche Erkenntnis überhaupt möglich ist. Mit den Worten von Kant ausgedrückt: wie sind synthetische Urteile a priori möglich?


Die Bezeichnung der Methode : transzendentale Methode

Die Methode der Prüfung der Bedingungen und der Möglichkeiten der Erkenntnis nennt Kant kritische oder tanszendentale Methode. Durch diese Bezeichnung will Kant sein eigenes Vorgehen sehr bestimmt von allen Methoden der bisherigen Philosophie abgrenzen. Diese beschäftigten sich nämlich hauptsächlich mit Gegenständen.


Diese Vorgehensweise hält Kant für falsch. Ehe man zu den Erkenntnissen von Gegenständen vordringen kann, müssen die Bedingungen und Möglichkeiten der Erkenntnis bestimmt werden. Somit ist die transzendentale Methode nicht auf die Erkenntnis von Gegenständen gerichtet, sondern auf die Erkenntnis selbst, das heißt die Erkennntnisart von Gegenständen>:


"Ich nenne alle Erkenntnis transzendental, die sich nicht sowohl mit Gegenständen, sondern mit unserer Erkenntnisart von Gegenständen, sofern diese a priori möglich sein soll, überhaupt beschäftigt."


Zur Bestimmung der Methodik des Erkenntnisgegenstandes bei Kant

Diese Aussage bestimmt den subjektiv-idealistischen Ausgangspunkt seiner Philosophie, hier der Erkenntnistheorie. Denn diese Bestimmung der transzendentalen Methode beinhaltet, dass sich die Erkenntnis nicht nach den Gegenständen, sondern sich die Gegenstände nach der menschlichen Erkenntnis richten müsse, wobei die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der Erkenntnis bei Kant zugleich allgemeine Naturgesetze sind.


Diese Methode zielt bei ihm allerdings nicht auf jede mögliche Art der Erkenntnis, sondern nur auf jene Erkenntnisart, die a priori möglich sein soll.


Zur apriorischen Erkenntnisart bei Kant

Unter apriorischer Erkenntnis versteht Kant die vor aller Erfahrung unabhängige, durch die Vernunft ermittelte Erkenntnis. Im engeren Sinne ist jedoch für Kant jede eigentliche Erkenntnis a priori, das heißt: rein, ausschließlich aus den Formen der Anschauung (in Raum und Zeit) und des Verstandes (in den Kategorien) sowie der Vernunftbegriffe (in den Ideen) gewonnen.


Sie stammt nicht aus der Erfahrung, ermöglicht aber erst Erfahrungserkenntnis, indem sie ihr notwendigen und allgemeinen Charakter verleiht. Sie geht sachlich-logisch jeder Erfahrung voraus - das heißt liegt vor der Erfahrung, ermöglicht erst eigentliche, also wissenschaftliche Erfahrung - zeitlich-psychologisch gesehen folgt sie ihr jedoch nach.


Die Momente der Erkenntnis: Anschauungsformen und Verstandesbegriffe

Kant bestreitet somit nicht, dass alle Erkenntnis mit der Erfahrung einsetzt und durch die Sinne vermittelt wird. Dies ergibt sich bei ihm aus zwei Aussagen (in "Kritik der reinen Vernunft"):


1. "Daß alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfange, daran ist gar kein Zweifel; denn wodurch sollte das Erkenntnisvermögen sonst zur Ausübung erweckt werden". Diese Aussage schränkt er jedoch, auf die transzendentale Methode abzielend, sogleich wieder ein:


"Wenn aber gleich alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung abhebt, so entspringt sie darum noch nicht eben aus der Erfahrung".


2. "Alles Denken_.... muß sich, es sei geradezhu (directe), oder in Umschweife (indirecte)_... zuletzt auf Anschauung mithin, bei uns, auf Sinnlichkeit beziehen, weil uns auf andere Weise kein Gegenstand gegeben werden kann."


Er entwickelt jedoch die These, dass zu jeder Erkenntnis ein logisches und transzendentales - ein apriorisches Moment hinzukommen muss:


  • Das Formale in Gestalt der reinen Anschauungsformen in Raum und Zeit


und


  • Die reinen Verstandesbegriffe in den Kategorien, welche die durch die Erfahrung gegebene Materie der Erkenntnis erst zu eigentlicher, wissenschaftlicher, eben notwendiger und allgemeingültiger (nicht für jeden Fall geltender) Erkenntnis gestalten.


Erkenntnis a priori führt zu "durch und durch apodiktische Gewißheit, d.i. absolute Notwendigkeit, bei sich", beruht "also auf keinen Erfahrungsgründen", ist "mithin ein reines Produkt der Vernunft, überdem aber durch und durch synthetisch" (das heißt die Erkenntnis erweiternd).


Kants Unterscheidung von formaler und transzendentaler Logik

Den Unterschied zwischen formaler und transzendantaler Logik hat Kant in einem Brief(1) an Christian Garve vom 7. August 1783 beschrieben. Darin heißt es:


"Die Logik welcher jener Wissenschaft [gemeint ist hier mit Wissenschaft die transzendentale Logik] noch am ähnlichsten sein würde, ist in diesem Punkte unendlich weit unter ihr.


Denn sie geht zwar auf jeden Gebrauch des Verstandes überhaupt, kann aber gar nicht angeben, auf welches Objekt und wie weit die Verstandeserkenntnis gehen werden, sondern muß desfalls abwarten, was ihr durch Erfahrung oder sonst anderweitig (z.B. durch Mathematik) an Gegenständen ihres Gebrauchs wird geliefert werden."


siehe auch: transzendente Logik


Literatur


  • M. Buhr, Der Anspruch der Vernunft, Berlin 1968


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