Die drei letztgenannten Staaten schlossen einen Vertrag über die Lieferung von 809 Exemplaren. Später wurde die deutsche Bestellung von 700 auf 324 Stück reduziert, der Preis des Waffensystems war während der Entwicklung um 800 Prozent auf etwa 60 Mio DM gestiegen. Der Jagdbomber hatte seinen Erstflug 1974, seit 1982 erfolgte die Auslieferung an die Einheiten.
Die Herstellung oblag einem Konsortium aus British Aerospace, Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) / DASA (Deutschland) und Aeritalia / Alenia (Italien), die hierzu 1969 die Panavia Aircraft GmbH mit Sitz in München gegründet hatten. Insgesamt wurden 977 Exemplare hergestellt.
Technische Daten
Die Besatzung besteht aus Pilot und Waffen-System-Offizier (WSO).
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Mach 2,2 in 11.000 Metern Höhe. In Bodennähe erreicht der zweistrahlige Schulterdecker mit Schwenkflügeln eine Geschwindigkeit von Mach 1,1. In Start- und Landestellung haben die Flügel eine Pfeilung von 25 Grad, in der Stellung für hohe Geschwindigkeit 67 Grad. Der Aktionsradius liegt bei 1.200 Kilometern, die Überführungsreichweite bei 4.830 Kilometer.
Besonderes Merkmal des Tornado ist seine Fähigkeit zu extremem Tiefflug in Baumwipfelhöhe. Der Terrainfolgeradar ermöglicht 60 m Flughöhe.
Bewaffnung
Ein Tornado kann eine Waffenlast von maximal 8.200 Kilogramm tragen und ist ein Mehrzweckkampfflugzeug.
Er besitzt zwei 27mm Mauser-Maschinenkanonen mit je 180 Schuss.
Als Zusatzbewaffnung kann der Tornado verschiedene Raketen und Bombenlasten tragen. Dazu gehören:
Neben der deutschen Luftwaffe (357 bestellte Exemplare) wird die Maschine noch von der britischen Royal Air Force (398 Exemplare), der italienischen Luftwaffe (99 Exemplare), sowie von Saudi Arabien (120 Exemplare) eingesetzt. In der Luftwaffe wird der Tornado bis voraussichtlich 2015 in Dienst bleiben.
Unfälle
Tornados waren mehrfach in Unfälle verwickelt. Zuletzt stießen am 21. April2004 zwei Bundeswehr-Tornados des Aufklärungsgeschwaders 51 Immelmann auf der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein zusammen. Zwei Piloten konnten sich mit ihren Fallschirmen retten, zwei weitere starben bei dem Unglück. Einer der beiden Geretteten ist der Kommodore, also Leiter, des Geschwaders. Bei dem Unfall verteilten sich die Trümmer über eine Fläche von acht Quadratkilometern. Die Unfallursache ist noch ungeklärt, der Flugschreiber wird ausgewertet.
Tornado ECR: ECR = Electronic Combat Recconaisance; verwendet unter anderem beim Jagdbombergeschwader 32 in Lagerlechfeld
Tornado IDS: IDS = Interdiction Strike; in Deutschland stationiert in Memmingen, Nörvenich, Büchel, Jever und Eggebek
Tornado RECCE: RECCE = Recconaisance; verwendet z.B. beim Aufklärungsgeschwader 51 Immelmann in Jagel/Kropp
Der Tornado wurde von der deutschen Luftwaffe, sowohl im Bosnien-Konflikt, als auch im Kosovo-Krieg, zu Aufklärungszwecken sowie für die Bekämpfung feindlicher Radarstellungen eingesetzt. Während des zweiten Golfkrieges, Operation Desert Storm wurden die Tornado der britischen Luftwaffe unter anderem in der ersten Angriffswelle gegen die irakischen Flugplätze (Tallil, Al Asad, Mudaysis, Al Taquaddum) eingesetzt.
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