Der Tod ist der Zustand eines Lebewesens nach der Beendigung des Lebens und nicht zu Verwechseln mit dem Sterben, das einen Teil des Lebens darstellt. Er ist durch das unumkehrbare Erlöschen der körperlichen und der aktiven geistigen Existenz eines Lebewesens gekennzeichnet.
Der Tod wird vor Organexplantationen (Organentnahmen) über den Hirntod definiert. Zur Feststellung des Todeszeitpunktes dienen des weiteren die sog. Todeszeichen.
Im Allgemeinen reichen die sicheren Todeszeichen aus:
Die genaue Grenze zwischen Leben und Tod ist schwer zu definieren.
Je weiter man von der Grenze entfernt ist, desto klarer ist der Unterschied zwischen Leben und Tod.
Je näher man an der Grenze ist, desto unschärfer wird sie.
So können Lebewesen, die bereits einen Herzstillstand haben, manchmal erfolgreich wiederbelebt werden.
Biologische Gründe für den Tod
Die Ursache des natürlichen Tods (und auch schon der Alterung) wird von Wissenschaftlern im Mechanismus der Evolution vermutet: Hat ein Lebewesen sein Erbgut erfolgreich weitergeben (die Nachkommen sind selbständig), dann existiert das Erbgut in den Nachkommen fort. Ereignisse, die sich nach der erfolgreichen Weitergabe des Erbguts einstellen, haben keine direkte Wirkung auf die Veränderung, also weder eine fördernde noch eine hemmende Wirkung. Folglich können sich im Erbgut Faktoren ansammeln, die das weitere Leben nach der erfolgreichen Erbgutweitergabe bestimmen, ohne dass sie dem Selektionsdruck ausgesetzt sind. Dazu zählen auch Erbkrankheiten, die erst im fortgeschrittenen Alter ausbrechen, wie z. B. die Nervenkrankheit Chorea Huntington. Dieser "genetische Müll" verursache, so die Theorie, den Alterstod. Dass der Alterstod nicht zwangsläufig sein muss, zeigen Experimente mit bestimmten Seegurken-Arten: Diese konnten über Jahrzehnte am Leben erhalten werden, ohne dass Alterungserscheinungen auftraten. Voraussetzung für die völlige Aussetzung der Selektion ist, dass es ein Alter gibt, ab dem eine Fortpflanzung nicht mehr möglich ist. Bei Lebewesen, die sich durch Knospung vermehren, ist dies oft nicht gegeben. Diese sollten also nach dieser Theorie potentiell unsterblich sein.
Zwei Faktoren können jedoch auch nach der Erbgutweitergabe einen Selektionsdruck auf Gene bewirken, die sich auf den Todeszeitpunkt auswirken: Bei vielen Lebewesen ist es Aufgabe der Eltern, ihre Nachkommen großzuziehen, und ein Tod der Eltern während dieser Zeit verhindert das Fortbestehen des Erbgutes. Andererseits führt ein zu langes Weiterleben nach der Fortpflanzung zu höherem Druck für die Nachkommen wegen Platz- und Ressourcenmangel. Weiterhin führt zu langsamer Generationswechsel zur zu langsamen Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und dient nicht der Arterhaltung. In dieser Hinsicht ist der Tod also nützlich und notwendig.
Recht
Im deutschen Recht gibt es keine gesetzliche Bestimmung zur Frage, wann der Tod eingetreten ist. Überwiegend wird der Hirntod als Todeszeitpunkt angenommen. Nach dem Transplantationsgesetz ist eine Organentnahme nur nach dem Hirntod erlaubt. Der genaue Todeszeitpunkt kann bei erbrechtlichen Fragen eine Rolle spielen. Mit dem Tod endet die Rechtsfähigkeit des Menschen.
Ob großer Herr, ob kleiner Mann am Ende sind wir Brüder doch, dann leuchtet uns der Abendstern ins selbe finstre Loch.
Die Gnade des schnellen Todes
Genieße das Leben beständig, du bist länger tot als lebendig.
Mors certa, hora incerta - der Tod ist gewiss, seine Stunde ungewiss
Zitate
Hans-Peter Dürr: "Beim Sterben spielt sicher eine große Rolle, inwieweit und wie intensiv man die Möglichkeiten des Lebens in seinen Höhen und Tiefen ausgelotet und ausgeschöpft hat." (Wir erleben mehr als wir begreifen, ISBN_3451048477)
Epikur: "Der Tod geht uns nichts an. Denn was sich aufgelöst hat, hat keine Empfindung. Was aber keine Empfindung hat, geht uns nichts an."
Epikur: Etwas abgewandelt: »Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.«
Carl Spitzweg: "Oft denk ich an den Tod,den herben, Und wie am End' ich's ausmach?! Ganz sanft im Schlafe möcht ich sterben Und tot sein, wenn ich aufwach!"
Peter Ustinov"Der Körper ist ein Mietwagen, den man irgendwann abgeben muss. Nichts spricht dagegen, dass der Fahrer bleibt. Aber es spricht auch nichts dafür."
Gliederung der Thanatologie
Allgemeines zum Tod
Begriffe Definitionen und Kriterien des "klinischen Tods", des "Hirntods" (Individualtods), des "biologischen Tods"; sichere und unsichere Todeszeichen
Scheintod häufige Ursachen, Differentialdiagnosen
Agonie Formen der Agonie, Bedeutung für Leichenbefunde
Intermediäres Leben Absterbereihe, supravitale Reaktionen, Bedeutung für Todeszeitbestimmung
Todeszeit rechtliche Bedeutung (Strafrecht, Zivilrecht); Methoden der Bestimmung, Hirntoddiagnostik
Leichenveränderungen
Frühe Leichenveränderungen Erscheinungsformen, Ursachen, zeitliche Abläufe, kriminalistische Bedeutung; Besonderheiten bei Totenflecken, Leichenstarre, Leichentemperatur (auch in Abhängigkeit von äußeren Umständen)
Hautveränderungen, Vertrocknungen, Waschhaut, Abschürfungen, durch Tiere verursachte Veränderungen, Fäulnisveränderungen
Späte Leichenveränderungen Autolyse, Fäulnis und Verwesung: Definitionen, Grundvorgänge, Leichenerscheinungen
Sonderformen wesentliche Voraussetzungen und forensische Bedeutungen von z. B. Madenfraß, Mumifizierung
Leichenschau und Obduktion
Aufgaben des Arztes als Leichenschauer Leichenschauwesen und (wesentliche) gesetzliche Bestimmungen; Stellenwert der Leichenschau u.a. für Mortalitätsstatistik, Verbrechensaufklärung; Leichenschauschein als Urkunde
Sorgfaltsbegriff Kriterien der sorgfältigen Untersuchung
Todesart Definition der Begriffe "natürlich", "nicht-natürlich", "ungeklärt"; Maßnahmen aufgrund der Todesart-Klassifikation; Bedeutung von Kausalketten
Identifikation Prinzipien der Verfahren, z. B. der Geschlechts-, Alters-, Körperhöhen- und Konstitutionsbestimmung
Leichenrecht Rechtsnatur der Leiche, Organentnahmen (Bedeutung, Zulässigkeit)
Obduktion Arten der Obduktion und Zielsetzungen, rechtliche Voraussetzungen
Plötzlicher Tod
Bedeutung, Besonderheiten natürliche Ursachen bei Kindern und Erwachsenen sowie Differentialdiagnosen gegenüber unnatürlichen Todesursachen; Epidemiologie, kriminologische Bedeutung, Qualifikation der Todesart, Möglichkeiten der Aufklärung
Plötzlicher Kindstod Phänomenologie des plötzlichen Todes im Säuglingsalter; Ursachen und Differentialdiagnosen
Bücher über das Sterben
Norbert Elias: Über die Einsamkeit der Sterbenden (1982, Suhrkamp Verlag). ISBN_3518017721 - Ein leicht zu lesendes und lesenswertes Buch über das Sterben und den Tod.
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