Roter Adler im silbernen Schild mit goldener Krone und goldenen Flügelspangen mit Kleeblattenden und einem grünen Kranz hinter dem Kopf.
Verwaltung
Das Bundesland Tirol gliedert sich in acht politische Bezirke und eine Statutarstadt (Innsbruck). Von West nach Ost und Nord nach Süd geordnet sind das
Durch den Friedensvertrag von St. Germain1919 von Südtirol getrennt, kam das Bundesland Tirol (Nord- und Osttirol) zur neu gegründeten Republik Deutschösterreich (später Republik Österreich). Es gab verschiedene Bestrebungen für ein autonomes oder selbständiges Land oder den Anschluß an das Deutsche Reich. In den 1920er Jahren trat eine allmähliche Stabilisierung der Wirtschaft durch Industrie, Bauprojekte (Straßen, Elektrifizierung von Bahnstrecken, Kraftwerke) und dem Wiedereinsetzen des Tourismus (erste Seilbahnbauten) ein. Die einsetzende Weltwirtschaftskrise und die von Hitler 1933 verfügte Tausend-Mark-Sperre sorgten jedoch für einen starken Rückgang der Nächtigungszahlen, was die Wirtschaft schwer beeinträchtigte. Am 13. Februar1934 kam es in Wörgl zu Gefechten zwischen dem sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund und bewaffneten Kräften der autoritären Regierung Dollfuß.
Am 12. März1938 marschiert die Wehrmacht nach Österreich ein. Der Gau Tirol-Vorarlberg wird errichtet, und Osttirol dem Gau Kärnten eingegliedert. Im Zuge der "Option", des Umsiedlungsabkommens zwischen Hitler und Mussolini, wanderten ab 1940 etwa 70.000 Südtiroler aus, die Hälfte davon fanden in eigens errichteten Siedlungen in Nord- und Osttirol Unterkunft. Durch die Kriegsereignisse des Zweiten Weltkriegs wurde die Umsiedlung gestoppt. Ein Drittel der Ausgesiedelten kehrt nach 1945 wieder in ihre alte Heimat zurück.
Die Herrschaft des NS-Regimes und die Kämpfe an allen Fronten forderten auch in Tirol zahlreiche Opfer. Ab 1943 begannen die Luftangriffe der Alliierten. Als am 3. Mai1945 amerikanische Truppen nach Innsbruck einrückten, konnte ihnen die Widerstandbewegung bereits eine provisorische Landesleitung übergeben, die auch viele sinnlose Zerstörungen verhindert hatte. Im Sommer 1945 war Tirol dann Teil der französischen Besatzungszone, während Osttirol der britischen Zone zugeschlagen wurde. 1947 wird Osttirol wieder mit Nordtirol vereinigt. Am 15. Mai1955 wurde der österreichische Staatsvertrag unterzeichnet, die letzten Besatzungstruppen verlassen das Land. In dieser Zeit setzte ein merkbarer wirtschaftlicher Aufschwung ein, und das Land wandelte sich von einer agrarischen in eine Industriegesellschaft mit gleichzeitig hohem Dienstleistungssektor. Dazu trug auch ein Wiederaufschwung des Tourismus bei. Ende der 1950er Jahre setzte ein regelrechter Straßenbauboom mit wichtigen Autobahn- und Tunnelbauten ein. Innsbruck war gemeinsam mit anderen Austragungsorten zweimal Schauplatz von Olympischen Winterspielen (1964 und 1976). Auf Anregung des Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer wurde 1972 die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) gegründet, um Fragen des Alpenraums von grenzüberschreitendem Interesse erörtern zu können. In den 1980er Jahren regte sich in der Bevölkerung zunehmend Kritik an den Auswirkungen des Verkehrs und des Massentourismus. Mit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 und dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens1998 konnte die wirtschaftliche, kulturelle und politische Zusammenarbeit beiderseits des Brenners intensiviert werden, wozu auch die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino beiträgt.
Im Landtag sind neben ÖVP und SPÖ mit ihrem Landesvorsitzenden Hannes Gschwendtner auch noch die FPÖ mit ihrem Vorsitzenden Willi Tilg und die Die Grünen - Die Grüne Alternative Tirol mit ihrem Klubobmann Georg Willi vertreten.
Ausgenommen die Legislaturperiode von 1999-2003 hatte die ÖVP immer über eine absolute Mehrheit im Landtag verfügt. Über das Proporzsystem waren jedoch auch die anderen Parteien in die Regierung eingebunden.
Ein weiterer wichtiger Akteur der Tiroler Politik ist auch die BürgerInneninitiative Transitforum Austria Tirol.
Tirol ist an die internationale Verkehrsinfrastruktur angeschlossen. Ein internationaler Flughafen besteht in der LandeshauptstadtInnsbruck, Kleinflugplätze bestehen in verschiedenen Orten, beispielsweise in Langkampfen bei Kufstein.
Die Ost-West-Verbindung von Wien über Linz und Salzburg fährt in zwei Varianten durch Tirol: Einerseits über Rosenheim, wo sie bei Kufstein Tiroler Boden betritt, andererseits als rein österreichische Strecke von Salzburg über Schwarzach/St. Veit, wo sie bei Hochfilzen nach Tirol kommt und über St. Johann in Tirol und Kitzbühel bis nach Wörgl fährt, um dort wieder auf die Westbahn zu treffen. Beide Varianten führen durch das Inntal, an Innsbruck vorbei, wo die Arlbergbahn beginnt, und über den Arlberg nach Vorarlberg, wo sich die Strecke teilt und sowohl Bregenz wie auch Zürich/Basel angefahren werden.
Tirol besitzt auch ansonsten ein gutes Verkehrsinfrastruktursystem mit vier weiteren Eisenbahnstrecken: Die Stubaitalbahn von Fulpmes nach Innsbruck, die Igler von Igls nach Innsbruck, die Achenseebahn von Jenbach nach Seespitz und die Zillertalbahn ebenfalls von Jenbach nach Mayrhofen. Wichtiger für den öffentlichen Personenverkehr ist jedoch das Bussystem, welches insbesondere auch die höher gelegenen Täler erschließt.
Dialekte
In Tirol werden vorwiegend südbairische Dialekte gesprochen (siehe Bairisch). Kennzeichnend dafür ist die sch-Aussprache des s in sp, st usw. und das angeriebene k als kch. Die Dialekte im Tiroler Unterland weisen Übergangsmerkmale zum Mittelbairischen auf, und die in Osttirol gesprochenen Dialekte haben Ähnlichkeiten mit dem Pustertaler Dialekt in Südtirol und mit den Dialekten in Kärnten. Weiters wird im AußerfernAlemannisch gesprochen.
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