Tierärzte sind Absolventen eines Hochschulstudiums der Veterinärmedizin (Tierheilkunde), deren Beruf nach staatlicher Approbation in der Betreuung von Tieren besteht.
Neben dem freien Beruf als niedergelassene Tierärzte ("Praxis") arbeiten sie auch in der Veterinärverwaltung (Landwirtschaft, Kontrolle von Lebensmitteln usw.) sowie in der Forschung und Lehre. Ein Teil der erforderlichen praktischen Erfahrung wird meist während der Arbeit an der Dissertation erworben.
Die tierärzliche Praxis wird hauptsächlich von der Art der betreuten Tiere bestimmt. Im Bereich der Landwirtschaft sind es vor allem große Nutztiere. Kleintierpraxen im städtischen Bereich betreuen überwiegend kleine Heim- und Haustiere sowie Fische und Vögel. Andere Praxen spezialisieren sich z.B. auf Chirurgie, Labordiagnostik, Pathologie oder Tiergärten. In den letzten Jahren zeichnet sich im Bereich der Kleintier- und Pferdemedizin eine zunehmende Spezialisierung ab. Der Anteil an Tierkliniken steigt stetig. Moderne diagnostische Verfahren wie MRT, CT und Doppler-Sonografie haben sich in den letzten 10 Jahren auch hier etabliert.
Seit 10 bis 20 Jahren beträgt der Anteil der Tierärztinnen über 50 Prozent, mit weiterhin steigender Tendenz.
Ähnlich wie in der Humanmedizin erheben Tierärzte für ihre Behandlungen Gebühren, die in der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) festgelegt sind. Da die wenigsten Tiere über eine Krankenversicherung verfügen, wird diese Gebühr vom Besitzer gezahlt, was im Falle einer schweren Erkrankung des Tieres zu erheblichen finanziellen Belastungen führen kann.
Statistik
Am 31. Dezember2003 waren in Deutschland 32.116 Tierärztinnen und Tierärzte bei den Tierärztekammern gemeldet. Als kurativ tätiger Tierarzt waren davon 14.980 Veterinärmediziner tätig. Im öffentlichen Dienst waren 5.018 Berufsangehörige beschäftigt. Insgesamt 9.702 waren nicht bzw. nicht mehr tierärztlich tätig. Abzüglich der hier mit eingerechneten Doktoranden und Ruheständlern waren 6.384 BerufskollegInnen arbeitslos, übten den Beruf nicht aus oder gingen einer anderen Tätigkeit nach.
Dennoch ist das tierärztliche Studium nach wie vor attraktiv. Seit 1998 hat die Gesamtzahl der Tierärzte um 3.028 zugenommen. Derzeit führen 14.425 Männer und 17.691 Frauen die Berufsbezeichnung. An den veterinärmedizinischen Bildungsstätten sind 6.270 StudentInnen immatrikuliert. Der Frauenanteil liegt hier bei 5.270 Personen.
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