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Thüringen

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Freistaat Thüringen, andere Bedeutungen unter Thüringen (Begriffsklärung)

Tabelle


Der Freistaat Thüringen ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.


Inhaltsverzeichnis


1 Staatsaufbau

  1.1 Allgemein

  1.2 Legislative

  1.3 Exekutive

  1.4 Judikative

2 Geografie

3 Geschichte

  3.1 Chronologie

  3.2 Die Regierungschefs von Thüringen

4 Verwaltungsgliederung

  4.1 Landkreise

  4.2 Kreisfreie Städte

  4.3 Städte und Gemeinden

5 Regionen

6 Verkehr

7 Sprache

8 Kulinarische Spezialitäten

9 Besondere Sehenswürdigkeiten

10 Siehe auch

11 Weblinks


Staatsaufbau

Allgemein

Der gesamte Staatsaufbau Thüringens basiert auf der Verfassung des Freistaates Thüringen von 1993.


Laut der Verfassung ist Thüringen ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Es ist ein demokratischer, sozialer und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen verpflichteter Rechtsstaat (Art.44). Artikel 45 besagt, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht und dass das Volk seinen Willen durch Wahlen, Volksbegehren und Volksentscheid verwirklicht.


Legislative

Die Legislative steht dem Thüringer Landtag zu. Im Weiteren besteht die Möglichkeit der aktiven Teilnahme an der Legislative des Volks durch Volksentscheid.


Der Landtag wird alle fünf Jahre nach dem Personlisierten Verhältniswahlrecht neu gewählt. Momentan haben 88 Abgeordnete einen Sitz im Landtag.


Exekutive

Die Exekutive besteht aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern.


Der Ministerpräsident wird vom Landtag mit der Mehrheit seiner Mitglieder ohne Aussprache in geheimer Abstimmung für die gesamte Legislaturperiode gewählt.


Der Ministerpräsident ernennt und entläßt die Minister. Er bestimmt außerdem einen Minister zu seinem Stellvertreter.


Der Landtag kann den Ministerpräsidenten nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum absetzen.


Die derzeitigen Regierungsmitglieder sind:




Judikative

Die Judikative wird vom Verfassungsgerichtshof und von den weiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Verfassungsgerichtshof besteht aus einem Präsidenten und acht weiteren Mitgliedern.


Geografie

Thüringen liegt in der Mitte Deutschlands und grenzt an die Bundesländer Hessen (270 km), Bayern (381 km), Sachsen (265 km), Sachsen-Anhalt (296 km) und Niedersachsen (112 km). Der Freistaat Thüringen gehört zusammen mit Sachsen-Anhalt und Sachsen zu Mitteldeutschland. Wegen seines Waldreichtums wird Thüringen auch das Grüne Herz Deutschlands genannt.


Die Nord-Süd-Ausdehnung Thüringens beträgt 160 km, die West-Ost-Ausdehnung 198 km.


Thüringen wird von den Autobahnen A 4, A 9, A 38, sowie A 71 und A 73 durchzogen. An der A 4 liegen wie an einer Perlenkette aufgereiht von West nach Ost die Städte Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena und Gera.


Der Süden des Landes wird dominiert vom Thüringer Wald, der sich von Eisenach bis Sonneberg durch das Land zieht. Nördlich davon liegt das Thüringer Becken. Nach Osten schließt sich an den Thüringer Wald das Thüringer Schiefergebirge an. Im Norden reicht der Freistaat bis an den Harz. Weitere Gebirge und Höhenzüge sind die Rhön, der Kyffhäuser und der Hainich.


Die wichtigsten Flüsse Thüringens sind die Saale, die Ilm, die Werra, die Unstrut und die Weiße Elster.


Der höchste Berg Thüringens ist mit 982 m der Große Beerberg, die tiefste Stelle liegt mit 114 m am Unstrutflutgraben bei Wiehe.


Geschichte

Die Geschichte Thüringens wird im Hauptartikel Geschichte Thüringens dargestellt.


Chronologie




  • 1130: Der Sohn Ludwigs des Springers, Ludwig I., erhält die Landgrafenwürde. Die nun folgende Zeit der Ludowinger ist eine der glanzvollsten in der Geschichte des Landes (Sängerkrieg, Wirken der heiligen Elisabeth).



  • 1521/22: Aufenthalt Martin Luthers auf der Wartburg, wo er als "Junker Jörg" unter dem Schutz der Weimarer Fürsten vor der Verfolgung des Papstes das Neue Testament übersetzte und damit die Grundlage einer einheitlichen deutschen Schriftsprache schuf.



  • ab 1572: Mehrere Jahrhunderte währende Erbteilungen des Landes führen zu einer Vielzahl von entstandenen und wieder aufgelösten Fürstentümern.







  • 1945-1952: Bildung des Landes Thüringen innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der DDR, bestehend aus dem ehemaligen Freistaat Thüringen ohne die Exklave Allstedt, ferner aus dem Gebiet des früheren preußischen Regierungsbezirkes Erfurt und der Herrschaft Schmalkalden.


  • 1990: Neubildung des Freistaat Thüringen, bestehend aus den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie unter Einbeziehung der Kreise Altenburg, Artern und Schmölln, mit Josef Duchac als erstem Ministerpäsidenten.


Die Regierungschefs von Thüringen

Die Regierungspräsidenten von 1945 bis 1952 waren:




Die Ministerpräsidenten von 1990 bis heute waren:




Verwaltungsgliederung

Die Geschichte der Verwaltungsgliederung Thüringens wird im entsprechenden Zusatzartikel dargestellt.


Seit der Kreisreform vom 1. Juli 1994 ist der Freistaat Thüringen in 17 Landkreise unterteilt. Es gibt außerdem sechs kreisfreie Städte.


[Bild extern:] Landkreise Thüringen


Landkreise

Tabelle


Kreisfreie Städte



Städte und Gemeinden

Es gibt in Thüringen 998 selbstständige Städte und Gemeinden. Zum großen Teil sind diese jedoch Mitglieder von Verwaltungsgemeinschaften.


Städte und Gemeinden werden in der Liste der Orte in Thüringen aufgelistet.


Regionen



Verkehr

Die Hauptverkehrsader des Thüringer Straßennetzes ist die A 4, die entlang der alten Via Regia an den Thüringer Städten Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena und Gera vorbeiführt. Sie verbindet Thüringen mit Sachsen und dem Rhein-Main-Gebiet.


In Ostthüringen wird die A 4 zwischen Jena und Gera (am Hermsdorfer Kreuz) von der A 9 (Berlin-Leipzig-Nürnberg-München) geschnitten.


In den letzten Jahren erhielt auch die Mitte Thüringens mit der A 71 eine Nord-Süd-Achse. Sie soll ab 2006 in südlicher Richtung von Erfurt über Arnstadt, Suhl und Meiningen nach Schweinfurt führen. Das Teilstück Erfurt-Meiningen wurde 2003 eröffnet.


In Suhl soll von der A 71 die A 73 abzweigen, die über Coburg, Lichtenfels und Bamberg nach Nürnberg führen soll.


In nördlicher Richtung soll die A 71 von Erfurt über Sömmerda und Artern nach Sangerhausen führen und dort auf die ebenfalls neue A 38 treffen. Diese soll von Leipzig und Halle an Nordhausen und Heiligenstadt vorbei zur A 7 führen. Einige Teilstücke sind bereits eröffnet.


Im Eisenbahnnetz führen zwei Fernbahnlinien Deutschen Bahn durch Thüringen. Die Verbindung Frankfurt-Leipzig führt über Eisenach, Erfurt und Weimar (Thüringer Bahn). Die Verbindung Leipzig-Nürnberg-München führt über Jena und Saalfeld (Saaletalbahn). Seit 2000 werden diese Strecken mit ICEs betrieben.


Immer wieder wird der Bau einer ICE-Strecke Erfurt-Nürnberg durch den Thüringer Wald diskutiert. Die Landesregierung fordert den Bau dieser Strecke schon seit langem, sowohl wegen der Kosten als auch wegen der Umweltproblematik wurde der Bau aber schon mehrmals gestoppt, obwohl parallel zur A 71 teilweise schon die entsprechenden Brücken und Tunnels vorhanden sind.


Zwischen Gera und Rostock wurde 2002 die erste privat betriebene deutsche Fernbahnlinie eröffnet, der InterConneX.


Wie überall in Deutschland werden auch in Thüringen zahlreiche Nebenstrecken des Bahnnetztes geschlossen. Einige Strecken werden außerdem von Privatbahnen betrieben, wie der Südthüringenbahn, der Erfurter Industriebahn oder der Vogtlandbahn.


Thüringen ist das einzige deutsche Bundesland ohne schiffbare Flüsse, weswegen die Schifffahrt auf die Saaletalsperren beschränkt ist.


Der Flugverkehr Thüringens wird von den Flughäfen Erfurt und Altenburg betrieben, seit 2003 fliegt RyanAir von beiden Flughäfen nach London. Der nächste bedeutendste Flughafen ist der Flughafen Leipzig-Halle.


Sprache

Im heutigen Land Thüringen wird südsüdwestlich des Rennsteigs Fränkisch und nord-nordöstlich Thüringisch gesprochen.


Kulinarische Spezialitäten




Besondere Sehenswürdigkeiten



Siehe auch



Weblinks



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