Man kann das Thrombin als Webstuhl der Blutgerinnung bezeichnen.
Kommt es zu einer Verletzung von Gewebe, so wird Prothrombin zu Thrombin aktiviert. Die Verletzung kann mittels Fibrin und aktivierter Thrombozyten verklebt werden, solange sie nicht zu groß ist und der Blutverlust nicht ein letales Maß überschreitet.
Thrombin wird über eine ganze Kaskade von Aktivatoren ( Gerinnungsfaktoren ) aus der inaktiven Form Prothrombin scharf gemacht.
Im Blut findet sich nur geringe Spuren freien Thrombins.
Eine Thrombinämie, d.h das Vorkommen von freien Thrombin im Blut, wird durch die Antithrombine wie AT3 und Heparine verhindert.
Dies verhindert die Gerinnung von Blut in unverletzten Gefäßen.
Thrombin ist nicht nur für die Fibrinbildung verantwortlich, sondern kann durch eine positive Rückkopplung auch seine eigene Aktivierung verstärken.
Thrombin ist ein wichtiger Faktor bei der Ausbildung einer Sepsis.
Thrombin wird aus seiner inaktiven Vorstufe Prothrombin durch Prothrombinase gebildet.
Prothrombin, die inaktive Vorstufe des Thrombins, ist der Faktor 2 der Blutgerinnung.
Prothrombin entsteht unter Mitwirkung von Vitamin K in der Leber.
Es ist im Blutplasma in einer Konzentration von 60-100 mg/l nachweisbar.
Thrombinhemmung
Thrombin kann durch folgende Medikamente gehemmt werden:
Antithrombine
Heparin
Niedermolekulare Heparine
Pentasaccharid
Orgaran
Hirudin
Rhodniin
Ornithodorin
und einige mehr
Zitat: "Wie hilft die Natur blutsaugenden Tieren? Der Blutegel, Hirudo medicinalis, ist ein Sack voller ThrombinInhibitoren. Natürliche Hemmstoffe wie Hirudin, Rhodniin oder Ornithodorin sind zwar unterschiedlich aufgebaut, decken aber die aktive Stelle im Thrombin ab und verhindern so die Blutgerinnung."
Geschichte
Thrombin wurde beschrieben von Schmidt 1892 in seinem Werk Zur Blutlehre:
"Die Faserstoffgerinnung hat eine Reihe von Umsetzungen im circulirenden Blute zu ihrer entfernteren Voraussetzung und besteht wesentlich (...) in drei aufeinander folgenden und voneinander abhängigen Akten und zwar:
1. in der mit erhöhter Intensität sich fortsetzenden Abspaltung des Thrombins vom Prothrombin durch die zymoplastischen Substanzen.
2. In der Wirkung des Thrombins, welche in der Spaltung des Paraglobulins (= fibrinoplastische Substanz) und der Überführung der aus dieser Spaltung hervor gehenden fibrinogenen Substanz in den flüssigen Faserstoff und
3. in der Fällung des letzteren durch die Plasmasalze in unlöslicher Modifikation".
Messung
Die Funktion des Thrombins kann man mittels verschiedener Gerinnungstests abschätzen.
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