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Theravada

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Theravâda (Pali: Schule der Ältesten) ist, neben dem Mahayâna, einer der beiden Hauptzweige des Buddhismus und führt seine Abstammung auf jene Mönchsgemeinde (siehe auch Sangha) zurück, die zu den ersten Anhängern Buddhas gehörte. Der Theravâda ist heute vor allem in Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos und teilweise auch in Vietnam verbreitet.


Inhaltsverzeichnis


1 Entwicklung

2 Verbreitung

3 Lehre

  3.1 Nibbana

  3.2 Bodhi

  3.3 Bodhisattva

  3.4 Unterschiede zum Mahâyâna

4 Siehe auch

5 Weblinks


Entwicklung

Drei Monate nach dem Tod des Buddha traten seine Schüler in Rajagarha (heute Rajgir) zum ersten Konzil zusammen um den Dhamma (die Lehre) und die Vinaya (die Mönchsregeln) zu besprechen und gemäß den Unterweisungen des Buddha festzuhalten. Die weitere Überlieferung erfolgte mündlich. Etwa 100 Jahre später fand in Vesali das zweite Konzil statt. Diskutiert wurden nun vor allem die Regeln der Mönchsgemeinschaft da es bis dahin bereits zur Bildung verschiedener Gruppierungen mit unterschiedlichen Auslegungen der ursprünglichen Regeln gekommen war. Während des zweiten Konzils und den folgenden Zusammenkünften kam es zur Bildung von bis zu 18 verschiedenen Schulen (Nikaya-Schulen) die sich auf unterschiedliche Weise auf die ursprünglichen Lehren des Buddha beriefen. Daneben entstand auch die Mahâsânghika, die für Anpassungen der Regeln an die veränderten Umstände eintrat und als früher Vorläufer des Mahâyâna betrachtet werden kann.


Im Jahr 3. Jahrhundert v. Chr. trat in Pataliputra (heute Patna), unter der Schirmherrschaft des Königs Ashoka und dem Vorsitz des Mönchs Moggaliputta Tissa, das 3. Konzil zusammen. Ziel der Versammlung war es, sich wieder auf eine einheitliche buddhistische Lehre zu einigen. Insbesondere Häretiker sollten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und falsche Lehren widerlegt werden. Im Verlauf des Konzils wurde zu diesem Zweck das Buch Kathavatthu verfasst, das die philosophischen und scholastischen Abhandlungen zusammenfasste. Dieser Text wurde zum Kernstück des Abhidhammapitaka, einer philosophischen Textsammlung. Zusammen mit dem Suttapitaka, den niedergeschriebenen Lehrreden des Buddha, und dem Vinayapitaka, der Sammlung der Ordensregeln, bildet es das in Pali verfasste Tipitaka (sanskrit: Tripitaka, "Dreikorb", auch "Pali-Kanon"), die älteste große Zusammenfassung buddhistischen Schriftgutes.


Nur diese Schriften wurden vom Konzil als authentische Grundlagen der buddhistischen Lehre anerkannt, was die Spaltung der Mönchsgemeinschaft besiegelte. Während der Theravâda, die Lehre der Älteren, sich auf die unveränderte Übernahme der ursprünglichen Lehren und Regeln einigte, legte die Mahâsânghika keinen festgelegten Kanon von Schriften fest und nahm auch Schriften, die nicht direkt von Buddha stammten, in ihre Lehren auf.


Verbreitung


Nach dem Ende des 3. Konzils brachten Mahinda und Sanghamitta, Sohn und Tochter Ashokas, das Tipitaka nach Sri Lanka, wo der Text bis heute vollständig erhalten wurde. Sie wurden als Missionare auf die Insel gesandt und tatsächlich wurde der Theravâda schon bald die Staatsreligion des Königreichs. Von Sri Lanka aus wurden in der Folge Missionare in das Gebiet des heutigen Myanmar, damals ein Königreich der Mon, geschickt. Überlieferungen datieren diese Missionierung auf die Zeit der Regentschaft König Ashokas, also das 3. Jahrhundert v. Chr.. Gesichert ist das Auftreten des Theravâda in dieser Region ab dem 5. Jahrhundert. Von dort wurde er auch weiter östlich, im Gebiet des heutigen Thailand, verbreitet. Wiederum berichten Überlieferungen von frühen Missionaren des Ashoka die nach Nakhon Pathom, einer der ältesten Städte Thailands und damals von Mon bewohnt, gekommen waren und von dort das Land bereisten. Funde belegen eine Verbreitung ab dem 6. Jahrhundert. Die Thai, die bereits seit dem 6. Jahrhundert aus dem südlichen China kommend nach Südostasien eingewandert waren, übernahmen den Theravâda von der dort ansässigen Bevölkerung. Als sie im 11. und 12. Jahrhundert schließlich in die Ebene Zentralthailands vordrangen und ihre ersten Königreiche, Sukhothai und später Ayutthaya gründeten (siehe auch Geschichte Thailands), war der Theravâda Staatsreligion. Zugleich übernahmen auch die Bewohner des Reiches um Luang Prabang, also dem heutigen Laos, diesen Glauben. Im 13. Jahrhundert bestieg Srindravarman (regierte 1295 - 1309) den Thron des Khmer-Königreiches Kambuja (heute Kambodscha). Er war der erste der Könige von Angkor der Anhänger des Theravâda war. Zwar verlor Kambuja mit und nach ihm zusehends and Macht und Einfluß, der Theravâda ist aber seither auch in Kambodscha und dem südlichen Vietnam die am weitesten verbreitete Religion.


Heute bekennen sich etwa 80% der Einwohner Sri Lankas, 89% der Burmesen, 94% der Thailänder, 60% der Laoten und 95% der Kambodschaner zum Theravâda. Daneben gibt es Anhänger in Vietnam und im südlichen China. In Indien nimmt die Zahl der Theravâda-Buddhisten nicht zuletzt durch eine Bewegung unter den Dalit, den "Unberührbaren", wieder zu, die in der Konversion zum Buddhismus einen Weg fanden der Diskriminierung durch das Kastensystem zu entgehen.


Lehre

Seit der Niederschrift der Tipitaka während des dritten Konzils werden im Theravâda ausschließlich dessen Texte als Grundlage der Lehre und der Regeln des Mönchslebens anerkannt.


Nibbana

Das Ziel jedes Anhängers des Theravâda ist der Zustand der des Nibbana (sanskrit: Nirvana), also das Überwinden und Auslöschen aller an das Dasein bindenden Faktoren wie Ich-Sucht, Gier, Anhaften usw., und damit das Verlassen der Kreislaufs (Samsāra) der Reinkarnationen (nicht zu verwechseln mit dem christlichen Begriff der Wiedergeburt). Nibbana ist nicht vergleichbar mit der Vorstellung des Paradieses in Judentum, Christentum oder Islam, welches den Seelen der Gläubigen das "ewige Glück" verspricht. Weder das Ich, also auch die Seele, noch das Glück sind, gemäß der Lehre des Buddhismus, ewig. Nibbana bedeutet das Erkennen der Vergänglichkeit aller Dinge und Zustände und die Überwindung des "Anhaftens" an die Erscheinungen der Welt. Das Erreichen des Nibbana ist auch nicht gleichzusetzen mit dem Tod. Siddhattha Gotama (sanskrit: Siddhartha Gautama), der historische Buddha, selbst lebte und unterrichtete noch mehr als 40 Jahre nachdem er Bodhi ("Erwachen", "Erleuchtung") erfahren und damit Nibbana erreicht hatte.


Buddha war ein Sammā-Sambuddha, d.h. ein Buddha, der in der Lage ist, die Vier Edlen Wahrheiten, die unabhängig davon bestehen, ob ein Buddha erscheint oder nicht, einer ganzen Welt zu verkünden.


Bodhi

Gemäß der Theravâda-Lehre gibt es drei Arten von Bodhi, durch die ein Buddhist Nibbana verwirklichen kann:


  • Sāvaka-Bodhi wird erreicht ohne die Hilfe oder Unterweisung durch Lehrer. Ein in dieser Weise Erwachter wird Pratyeka Buddha ("Einzelerwachter") genannt. In der Tipitaka steht dazu, dass solche Buddhas zwar in größerer Zahl erscheinen können, aber nur in Zeiten in denen die Lehre (Dhamma) verloren ist. Die Fähigkeit eines Pratyeka Buddha anderen Menschen auf dem Weg zur Erreichung der "Erleuchtung" zu helfen ist geringer als bei den beiden anderen Erscheinungsformen der Buddhas.
  • Pacceka-Bodhi wird von jenen erreicht, die Bodhi als Schüler eines spirituellen Lehrers erlangen. Ein solcherart Erleuchteter wird Arahat (auch Arhat) genannt. Arahats sind selbst, nicht zuletzt auf Grund der eigenen Erfahrung, hilfreiche Lehrer für andere.
  • Sammā-Sambodhi ist die höchste, perfekte Form des Erwachens. Wie ein Pratyeka-Buddha erreicht ein Sammā-Sambuddha ("Vollkommen Erwachter") Bodhi durch eigene Kraft, ohne die Unterweisung durch andere. Aber er hat auch die Fähigkeit anderen das Dhamma weiterzugeben und sie ebenfalls zum Nibbana, zur Befreiung aus dem Samsāra, zu begleiten. Während die Art der Befreiung für alle drei Wesen die selbe ist, gilt ein Vollkommen Erwachter aufgrund seiner Befähigung zum Lehren als höchste Autorität.


Bodhisattva

Im Theravâda wird ein Bodhisattva als jemand betrachtet, der Erleuchtung sucht, um in der Folge anderen auf ihrem Weg helfen zu können. Buddha selbst war in seinen früheren Inkarnationen, bevor er als Siddhattha Gotama geboren wurde, ein Bodhisattva gewesen. In den Texten der Jitaka ("Geburtsgeschichten"), die von den früheren Leben des Buddha erzählen und Teil der Suttapitaka des Tipitaka sind, wird auch davon berichtet. Sie werden von buddhistische Laien gerne als Inspirationsquelle benutzt. Gemäß dem Theravâda ist der einzige derzeit existierende Bodhisattva der kommende Buddha Metteyya (sanskrit: Maitreya).


Unterschiede zum Mahâyâna

Während der Theravâda, mit sehr wenigen Ausnhamen, praktisch ausschließlich die Texte des Tipitaka als Grundlage für die Lehre und das Leben der Mönche akzeptiert, wurde im Mahâyâna nie ein endgültiger Kanon von Schriften festgelegt. Zwar bildet der Tipitaka auch hier den Kern der Überlieferung, daneben wurden aber auch andere Sutren herangezogen, beispielsweise, um nur einige der bedeutendsten zu nennen, die Herz-Sûtra (Prajñâpâramitâ-Sûtra), die Diamant-Sûtra (Vajrachhedikâprajñapâramitâ-Sûtra) und die Lotos-Sûtra (Saddharmapundarîka-Sûtra).


Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass die drei Wege Bodhi und damit Nibbana zu erreichen wie sie der Theravâda kennt, im Mahâyâna zugunsten der Buddhaschaft verschoben wurden. Nicht das Erreichen des Nibbana durch eigene Kraft, wie es der Theravâda kennt, steht im Mittelpunkt, sondern das Ideal des Bodhisattva, der auf das Parinibbana, das endgültige Aufgehen im Nibbana nach dem Tod, verzichtet, um statt dessen anderen auf ihrem Weg zum Erwachen zu helfen. Der Mahâyâna kennt eine Vielzahl von Bodhisattvas. Neben Maitreya sind Avalokiteshvara, Padmasambhava oder Mañjushri einige der bekanntesten.


Siehe auch



Weblinks



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