Die erste Burg Tharandt wurde von Dietrich dem Bedrängten erbaut. Ihr Nachfolgebau, ein Werk des Arnold von Westfalen,war Witwensitz der Herzogin Sidonie (Zdenka). Nach einer schweren Zerstörung durch Blitzschlag im 16. Jahrhundert gab Kurfürst August I. die Burg zum Abbruch frei.
1609 verlieh Kurfürst Christian II. dem Ort das Stadt- und Marktrecht. Ende des 18. Jahrhunderts, mit der Zeit der Empfindsamkeit, setzte langsam der Tourimus ein. Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist und andere Berühmtheiten weilten hier. Nach der Gründung der Forstakademie wurde Tharandt zur Gelehrten- und Studentenstadt. Bäcker und Fleischer, Schneider und Schuhmacher, nicht zuletzt die Wirte profitierten von dieser Entwicklung.
In der DDR-Zeit war die Stadt ein Zentrum der Umweltschutzbewegung.
Im 18. Jahrhundert stieg in Sachsen, bedingt durch die rasche Entwicklung des Bergbaus und des Hüttenwesens, der Holzbedarf rasant. Die Folge war eine Übernutzung und teilweise Devastierung der vorhandenen Wälder. Um Abhilfe zu schaffen, sollte eine geregelte Forstwirtschaft, die erst in den Anfängen existierte, eingeführt und aufgebaut werden. Die sächsische Regierung bemühte sich deshalb, für die 1809 freigewordene Direktorstelle der sächsischen Vermessungsanstalt den bekannten Thüringer Forstmann Johann Heinrich Cotta zu gewinnen. Nach Prüfung aller Umstände sagte Cotta unter der Bedingung zu, daß er seine forstwirtschaftliche Lehranstalt weiterführen konnte. Den Sitz Tharandt wählte er mit der Begründung aus: "ohne Wald und dessen Benutzung kann eine Forstlehranstalt ebenso wenig gedeihen als eien Bergwerkakademie ohne Bergwerk".
Am 24. Mai1811 konnte Cotta sein Privatforstlehrinstitut eröffnen. Neben Cotta, der die forstlichen Fachdiziplinen lehrte, war A.Reum,Professor für Mathematik, Vermessungskunde und Botanik, mit nach Tharandt gekommen. Reum begann sofort mit dem anlegen des heutigen Forstbotanischen Gartens. 1814 wurde noch K.L.Krutzsch als Lehrer für Naturwissenschaften eingestellt. Die Vorlesungen fanden in Privaträumen der Professoren oder im Freien statt.
Durch die Befreiungskriege ging die Zahl der Schüler stark zurück, so daß finanzielle Schwierigkeiten den Fortbestand der Lehranstalt gefährdeten. Cotta bemühte sich deshalb um Übergabe der Schule an den Staat. Da dieser an qualifizierten Fachleuten interessiert war, wurde am 17. Juni1816 die "Königliche-Sächsische Forstakademie" eröffnet, deren Direktor Cotta bis zu seinem Tode war.
Cotta konnte zwar nun die Professoren entlohnen, aber Geld für den Bau eines Lehrgebäudes wurde nicht bewilligt. Erst 1843 wurde das Schweizerhaus im Forstgarten für Lehrzwecke gebaut. 1904 wurde die Forstakademie in den Rang einer Hochschule erhoben und erhielt das Habilitationsrecht.
Am 1. April1929 wurde die Forstliche Hochschule teil der Technischen Hochschule Dresden, wobei eine gewisse Selbstständigkeit gewahrt blieb. Erst 1941 mit der Erhebung in den Rang einer Fakultät war die Integration vollzogen.
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