Die Landfläche Thailands erinnert in seiner Gestalt an den Kopf eines Elefanten. Die maximale Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung liegt bei 1.770 km, in Ost-West-Richtung etwas mehr als 800 km.
Die Nordregion ist bergig, dort findet sich auch der höchste Punkt des Landes: Doi Inthanon (2576 m). Der Nordosten (auch Isan oder Issaan genannt) besteht aus der Khorat-Hochebene, einer im Sommer staubtrockenen, in der Regenzeit jedoch überschwemmten Landschaft, die keine intensive Landwirtschaft zuläßt. Bewässerungsprojekte und Staudämme sollen hier Abhilfe schaffen.
Im Osten des Isan bildet der Mekong die Grenze zu Laos. Die Zentralregion wird beherrscht vom Maenam Chao Phraya, der dem fruchtbaren Land Wasser zuführt und südlich von Bangkok in den Golf von Thailand mündet. Die Ostregion ist landwirtschaftlich geprägt und liegt am Golf von Thailand. Die schönen Strände und vorgelagerten Inseln führten zu einem verstärkten Tourismus. Die Südregion liegt auf der langgestreckten malaiischen Halbinsel, die den Pazifischen Ozean vom Indischen Ozean trennt.
Der Isthmus von Kra bildet die schmalste Stelle zwischen den beiden Meeren und ist nur 64 km breit. Berglandschaften (im nördlichen Teil das Tenasserim-Gebirge an der Grenze zu Birma, im äußersten Süden das Grenzgebirge Sankara Khiri zu Malaysia), Regenwald und Traumstrände wechseln sich ab. Die Bevölkerung ist hier zunehmend moslemisch und spricht mehr malaiisch.
Das Klima ist tropisch-monsunal, die Temperaturen liegen ganzjährig über 18° C. Jahreszeiten werden nicht wie bei uns über Temperaturunterschiede bestimmt, sondern über die monatlichen Niederschlagsmengen.
Ganz grob gilt folgendes: (1) vom November bis Februar führen die vorherrschenden Nordwinde trockene und kühle Luft heran, (2) in der Vormonsun-Zeit März bis Mai herrschen die höchsten Temperaturen (oft deutlich über 35° C), (3) von Juni bis September dauert die Regenzeit mit dem Monsun aus Südwest.
Über 60.000 km² der Landfläche und mehr als 6.000 km² Meeresfläche und Inseln sind als Nationalpark, Wildschutzgebiet und Meerespark ausgewiesen, siehe dazu Nationalparks in Thailand.
Thailand, das bis 1938 (und für kurze Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1949) Siam hieß, ist der einzige Staat Südostasiens, der dem Kolonialismus trotzen konnte, im Gegensatz zu seinen Nachbarn Malaysia, Birma, Laos, Kambodscha und Vietnam. Aus diesem Grund wird Thailand auch als "Land der Freien" bezeichnet.
Thailand ist seit einem unblutigen Umsturz 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Das Parlament besteht aus zwei Kammern: das Repräsentantenhaus (Ratha Sapha) hat gegenwärtig (2003) 500 gewählte Mitglieder; der Senat (Wuthi Sapha) besteht aus 270 ernannten Mitgliedern. Allgemeine Wahlen finden alle vier Jahre statt. Es besteht Wahlpflicht ab 18 Jahre. Seit 1921 besteht Schulpflicht.
Die wichtigsten Parteien sind
1. Thai Rak Thai (TRT, Thai lieben Thai), 248 Sitze
2. Pak Pratchatipat (PP, Demokratische Partei), 128 Sitze
3. Pak Chaht Thai (PCT, Nationalpartei), 41 Sitze
4. Pak Khwam Wang (PKWM, New Aspiration Party), 36 Sitze
siehe: Parteien in Thailand
Das Staatsoberhaupt ist der König. Dieser hat aber keinen direkten Einfluss auf die Tagespolitik, sondern nimmt nur repräsentative Aufgaben wahr und ist Identifikationsfigur des Staates. Sein hohes Ansehen in der Bevölkerung ist überall sichtbar. Sein Bild (meist zusammen mit dem der Königin Sirikit) hängt in jedem Haus, in jeder Hütte des letzten Dorfes, bei Buddhisten und Moslems, ja selbst im benachbarten Laos finden sich Porträts von Bhumipol. Regierungschef ist der Premierminister, der vom König ernannt wird, sobald er durch das Repräsentantenhaus gewählt wurde. Das Oberste Gericht (Sandika) wird vom König ernannt.
Verwaltung
Provinzen
Die heutige Verwaltungsgliederung in Provinzen, Kreise, Kommunen und Dörfer erfolgte unter König Rama V. Chulalongkorn 1897. Die 76 Provinzen sind in 5 Regionen eingeteilt: Norden, Nordosten (Isan), Zentralregion, Osten, Süden.
Die Provinzen (auf Thai Changwat) sind in Amphoe und King Amphoe (Kreise bzw. Unterkreise), Tambon (Kommunen) und Mubaan (Dörfer) unterteilt. Der Name einer Provinz entspricht dem Namen ihrer Hauptstadt.
Der Buddhismus ist in seiner Form des Theravada Staatsreligion in Thailand; mehr als 94% der Bevölkerung bekennen sich dazu. Andere Religionen genießen staatlichen Schutz: 4% Moslems (überwiegend Malaien im Süden), 0,6% Christen und ca. 65.000 Hindus (meist Inder). Nur 0,4% bezeichnen sich als religionslos.
Man schätzt, dass es etwa 18.000 Wats (buddhistische Tempelanlagen) gibt mit rund 160.000 Mönchen. Fast jeder männliche Thai und auch viele Frauen gehen für mehrere Wochen in ein Kloster, um sich der Meditation und den Regeln des Buddhismus zu unterziehen. Meist geschieht dies an der Schwelle zum Erwachsenenalter, kann aber jederzeit erfolgen.
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