Der Kanton Tessin liegt komplett auf der südlichen Seite des Alpenhauptkammes. Er wird fast völlig durch italienisches Staatsgebiet umgeben, lediglich im Norden und Nordosten grenzt er an die Schweizer Kantone Wallis, Uri und Graubünden. Am Luganersee liegt die italienische EnklaveCampione d'Italia, die komplett von Schweizer Staatsgebiet umgeben ist.
Die Fläche beträgt 2'812 km², von der circa drei Viertel als produktiv gelten. Ungefähr ein Drittel des Gebietes umfassen Wälder, aber auch die beiden grossen Seen Lago Maggiore und Lago di Lugano nehmen einen beträchtlichen Teil der Fläche ein.
Hauptzuflüsse auf diesem Weg sind der Brenno aus dem Bleniotal und die Moesa aus dem bündnerischen Misox. Auch der übrige Teil des nördlich des Monte Ceneri gelegene Teil des Kantons (Sopraceneri) wird in den Lago Maggiore entwässert, nämlich durch die Flüsse Maggia und Verzasca. Der grösste Teil des südlichen Kantonsteils entwässert in den Lago di Lugano, dessen Wasser über die Tresa in den italienischen Teil des Lago Maggiore fliesst. Nur ein kleines Gebiet rund um Chiasso und das östlich von Mendrisio gelegene Valle di Muggio entwässern in den Lago di Como.
Die höchste Erhebung auf Gebiet des Kantons ist die 3402 m hohe Adula.
Im Tessin ist Italienisch die Amtssprache. Eine Ausnahme ist Walser-Gemeinde Bosco/Gurin, in der Deutsch die Hauptsprache ist. Es hat heute jedoch nur noch historischen Charakter.
Im Mittelalter wurde das Gebiet des heutigen Tessin von den Herzögen von Mailand beherrscht. Die Schweizer errangen ihre Vorherrschaft in den südlichen Alpentälern im 15. Jahrhundert während drei verschiedener Eroberungen.
Zwischen 1403 und 1422 wurden einige Teile des Kantons bereits der Herrschaft von Uri unterstellt, mussten aber später wieder abgetreten werden. Die Leventina brachte Uri 1440 unter seine Kontrolle. In einer zweiten Eroberung gewannen Uri, Schwyz und Nidwalden im Jahr 1500 die Stadt von Bellinzona und die Riviera. Der dritte Vorstoss nach Süden erfolgte durch die Truppen aller drei Urkantone.
Locarno, wie das Maggiatal, Lugano und Mendrisio wurden 1512 eingegliedert. In der ausschliesslichen Herrschaft von Uri war danach die Leventina vom St. Gotthard bis nach Biasca. Die restliche Gegend der ennetbergischen Vogteien (die Machtbereiche über den Bergen) wurde gemeinsam durch die drei Kantone beherrscht.
Das Gebiet des heutigen Kantons Tessin war das erste Gebiet, das durch die Schweizer Eidgenossenschaft erobert wurde. Während der Helvetischen Republik waren die Bezirke von Bellinzona und von Lugano unterschiedliche Kantone, die sich aber 1803 zum Kanton Tessin zusammengeschlossen haben, den die Schweizerische Eidgenossenschaft im gleiche Jahr als vollwertiges Mitglied aufnahm.
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