Der Ausdruck Teil bezeichnet ein Element bzw. ein Subsystem eines ganzheitlichen Charakter tragenden Systems. Der Teil eines Ganzen für sich genommen ist seiner Bestimmung nach unselbständig.
Das Teil heißt es vorwiegend im technisch-dinglichen Zusammenhang. Der Teil heißt es vorwiegend in organischen Zusammenhängen.
Die Teilbeziehung als Relation
Er existiert als Teil nur in wechselseitiger Abhängigkeit mit anderen Teilen, mit denen es gemeinsam ein Ganzes bildet. "Teil" ist somit ein Relationsbegriff, der nur in Bezug auf das Korrelat "Ganzes" einen Sinn erfüllt. Werden die Teile aus ihrem Zusammenhang isoliert, verlieren sie ihren Teilcharakter, da sie außerhalb eines bestimmten Ganzes nicht Teile, sondern selbständige Dinge sind. Hegel drückte diesen Zusammenhang wie folgt aus:
"Haut man einen Finger ab, so ist er kein Finger mehr, sondern geht im chemischen Prozeß der Auflösung fort"(in: Sämtliche Werke, Bd. 9).
Zur Abhängigkeit von Teil und Systemfunktion
Je ausgeprägter der Ganzheitscharakter eines Systems ist, um so geringer ist die Selbständigkeit seiner Teile und die Möglichkeit, das System in Teile zu zerlegen. Die realtive Selbständigkeit der Elemente eines Systems bildet zugleich einen Ausdruck für deren relative Unteilbarkeit.
Jedes Element ist damit ein relativ unteilbares Teilsystem in einer Klasse von Teilsystemen, die ein zu untersuchendes ganzheitliches System zusammensetzen. So treten z.B. die Planeten in der dynamischen Struktur unseres Sonnensystems als Massenpunkte auf, also als relativ unteilbare Elemente dieser Struktur.
Diese Relativität des Teilcharakters der Dinge bewirkt, daß ein und derselbe Gegenstand im Kontext verschiedener Ganzheiten als Teil auftreten kann. Sowohl die Praxis als auch die Erkenntnistätigkeit des Menschen fußen wesentlich auf dieser Dialektik.
Durch Zerlegung, Analyse und Differenzierung gegebener Ganzheiten gewinnt man isolierte Elemente, die bei der Konstruktion noch nicht existierender technischer oder gedanklicher Systeme in einer neuen Synthese aus relativ selbständigen Dingen zu wechselseitig voneinander abhängigen Teilen werden.
Zur Vorstellung letzter unteilbarer Strukturelemente
Die Erkenntnis neuer Formen relativer Unteilbarkeit bildet einen entscheidenden Schritt beim Eindringen in "tiefere" Strukturniveaus der Materie. Die mechanistische Verabsolutierung der Selbständigkeit und damit der Unteilbarkeit eines Elements führt aber zur Annahme letzter, sich gleichbleibender Strukturelemente.
Von dieser Auffassung wendet sich z.B. die moderne Physik ab, weil gerade die dialektische Beziehung zwischen System und Element bei der Untersuchung physikalischer Objekte mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.
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