Die TB-303 ist ein Analogsynthesizer mit integriertem Step-Sequencer, der ab 1982 von der Firma Roland gebaut wurde. Sie wurde als einfacher Bass-Ersatz entworfen und kann über ein passendes Kabel mit den Drumsynthesizern der TR-Reihe des selben Herstellers synchronisiert werden. Der Synthesizer war ursprünglich für Sologitarristen konzipiert worden. Aufgrund ihres für den ursprünglichen Einsatzzweck eher ungeeigneten Klanges war sie in der Anfangszeit bei der eigentlichen Zielgruppe nur mäßig erfolgreich. Erst später entdeckten Musiker, dass sich damit ein höchst charakteristisches Zwitschern erzeugen ließ und begründete auf diesem Klang und dem der TR-808 einen ganz neuen Musikstil, Acid genannt. Plötzlich wurde die TB-303 als das Acid-House produzierende Gerät extrem begehrt, und auch heute, nachdem die Produktion längst eingestellt ist, werden diese Geräte noch für teures Geld gehandelt.
Die Synthese beschränkt sich auf einen monophonen Analogsynthesizer mit einer mit Drehknöpfen in Echtzeit modulierbaren einfachen Hüllkurve (erzeugt durch einen Oszillator mit zwei Wellenformen, Sägezahn und Rechteck) und ein nachgebautes Moog-Filter mit 24dB/Oktave. Auf diesem beruht in der Hauptsache der Klangcharakter dieses Synthesizers, und da aus Kostengründen darauf verzichtet wurde, einzeln selektierte Bauteile niedriger Toleranz zu verwenden, klingt tatsächlich keine 303 wie die andere.
Der Step-Sequencer kann für jeden Schritt einzeln darauf programmiert werden, den Ton zu halten und die Tonhöhe nicht augenblicklich, sondern als Glissando hörbar langsamer an die programmierte anzunähern (Slide). Aufgrund der billigen Verarbeitung der Tasten neigen diese zum Prellen, so dass es bei altgedienten Geräten oft schwer vorhersagbar ist, wie viele Töne man mit einem Tastendruck eingibt - ein nicht zu verachtender Kreativitätsfaktor für viele Musiker. Beliebt ist auch, einfach die Pufferbatterie für eine Weile aus dem Gerät zu nehmen und sich von den dabei entstehenden Zufallsmustern inspirieren zu lassen, da nach dem Wiedereinsetzen der Speicher des Sequenzers nicht gelöscht wird.
Auch heute noch wird der Klang der 303 gerne für Produktionen von Techno, Acid House und ähnlichen Stilen eingesetzt, die Originale werden allerdings zunehmend durch Emulatoren (z.B. Propellerheads ReBirth) am Computer ersetzt - wobei diese trotz steigender Qualität die Frequenz-Bandbreite, die Performance und damit auch den typischen Charakter des Originals leider noch immer nicht erreichen. Für einen Kenner ist es so noch immer relativ einfach, ein Original von einem Klon (Hardware-Imitat) oder Emulator (Software) zu unterscheiden.
Rebirth - Ein sehr authentisch klingender Emulator für Windows und MacOS
Audiorealism Bassline - Eine sehr authentisch klingende Emulation - erhältlich als VST-Instrument für Windows und -demnächst- als MacOS X Version (AudioUnit und VSTi)
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