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Taufe

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Die Taufe ist eine heute v.a. in den christlichen Kirchen bedeutende Handlung. Es gab sie bereits in vorchristlicher Zeit in orientalischen und griechischen Mysterienkulten. Auch dort handelte es sich um Reinigungs- oder Aufnahmeriten oder wurde im Rahmen einer Weihehandlung vollzogen. Auch der Übertritt zum Judentum ist mit einem Tauf- oder Tauchbad verbunden.


[Bild extern:] Taufe Jesu im Jordan // Früchristliche Wandmalerei (2.Jahrhundert)


Inhaltsverzeichnis


1 Etymologie

2 Die Taufe im Christentum

  2.1 Die Taufe in der Bibel

    2.1.1 Die Taufe des Johannes

    2.1.2 Die Taufe Jesu

    2.1.3 Taufe in der Urgemeinde

  2.2 Taufritus

  2.3 Wesen der Taufe

  2.4 Gültigkeit der Taufe

  2.5 Säuglingstaufe - Erwachsenentaufe - Glaubenstaufe

  2.6 Katholische Tauffeier

  2.7 Baptistische Tauffeier

  2.8 Taufe durch den Heiligen Geist

3 Siehe auch


Etymologie

Das griechische Wort für taufen im Neuen Testament ist baptizein.


In der ersten germanischen Bibel, der gotischen Bibel von Wulfila im 4. Jahrhundert, wird baptizein mit daupjan übersetzt, das ebenso wie das griechische Wort "eintauchen" bedeutet und durch die spezifische christliche Bedeutung durch Untertauchen zum Christen machen eine Lehnbedeutung bekam, die z. B. im deutschen taufen (althochdeutsch toufen) schließlich die ursprüngliche Bedeutung ganz ersetzte. Das Englische übersetzt baptizein mit baptize oder "christen", das Schwedische und Isländische kristna (von christianisieren).


Dem Wort daupjan entsprechen altnordisch deypa, altenglisch dyppan, althochdeutsch toufen, die alle in etymologischer Verwandtschaft zu dem Wort "tief" stehen.


Die Taufe im Christentum

Die Taufe ist in allen christlichen Kirchen eine zentrale Handlung, die in den vielen Kirchen auch als Sakrament bezeichnet wird. Sie ist der erste der Initiationsriten. Weitere Initiationshandlungen sind in der katholischen Kirche Erstkommunion und Firmung, in der evangelischen Kirche die Konfirmation. Die Taufe fügt ein in den Leib Christi und gibt Anteil an der Kraft seines Todes und seiner Auferstehung, dem Heiligen Geist (Röm. 6,3ff).


In den meisten christlichen Kirchen ist die Taufe das rechtliche Merkmal der Mitgliedschaft (d.h. man muss getauft sein, um Mitglied einer christlichen Kirche zu sein). Der Getaufte erhält die Rechte und Pflichten eines Gemeindeglieds seines Lebensalters. Ohne Taufe können keine weiteren Sakramente empfangen werden.


Die Taufe in der Bibel

Die Taufe des Johannes

Die erste Taufe, die in der Bibel erwähnt ist, ist die des Johannes, der von daher den Beinamen Täufer erhielt. Sie geschah durch Wasser im Jordan, war mit einem Sündenbekenntnis und innerer Umkehr (Buße) verbunden und hatte die Vergebung der Sünden zum Ziel (Matthäus 3,6, Markus 1,4f, Lukas 3,3ff.). Diese Taufe wurde von der frühen Kirche nicht als christliche Taufe anerkannt (Apostelgeschichte 19,1-7).


Die Taufe Jesu

Alle vier Evangelien schildern, dass Jesus sich von Johannes dem Täufer taufen ließ. Dabei werden folgende Begleitumstände berichtet: (1) Johannes weigert sich zunächst, dem Taufbegehren Jesu Folge zu leisten; er - Johannes - sei nicht würdig, die Taufe an dem, der größer ist als er, zu vollziehen. - (2)Nach der Taufe öffnet sich der Himmel; der Heilige Geist kommt "wie eine Taube" auf Jesus herab. - (3) Eine Stimme aus dem Himmel verkündet: "Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn habe ich erwählt!" Matthäus, Markus und Lukas berichten, dass Jesus kurze Zeit nach Vollzug der Taufe durch Gottes Geist in die Wüste geführt wird, um dort von Satan versucht zu werden. (4)Im Zusammenhang seiner Taufe kommt es zu ersten Begegnungen zwischen Jesus und seinen späteren Aposteln.


Im Johannesevangelium wird berichtet, dass Jesus selbst nicht tauft (Johannes 4,2), wohl aber seine Jünger(Johannes 3,22, 4,2). Ob diese Taufe durch die Jünger bereits als christliche Taufe bezeichnet werden kann, ist umstritten.


Taufe in der Urgemeinde

Das Matthäus-Evangelium endet mit dem Taufbefehl von Jesus (Matthäus 28,18-20):


"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret (wörtlich: machet zu Jüngern) alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

In der Pfingstpredigt des Petrus ruft er das erste Mal öffentlich zur Taufe auf, die auch hier mit Umkehr und Sündenvergebung verbunden ist, aber auch mit dem Empfang des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 2,38):


"Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes."

Paulus vergleicht die Taufe mit einem Begräbnis und dem neuen Leben durch die Auferstehung Jesu (Römer 6,3ff)und bezeichnet sie in Titus 3,5 als das Bad der Wiedergeburt.


Taufritus

[Bild extern:] Kreuzförmiges Baptisterium / Basilika in Subaita (Negev)


Die Taufe als äußerlich sichtbare Handlung geschieht mit Wasser. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten mit jeweils unterschiedlicher Symbolik: Entweder durch das dreimalige Übergießen mit Wasser für die drei Personen der Dreifaltigkeit, oder durch das vollständige Untertauchen als Symbol für das Begrabenwerden des alten Menschen und das Auferstehen in das neue ewige Leben. Das nebenstehende Bild zeigt ein frühchristliches Baptisterium, in der die Taufe durch Untertauchen vollzogen wurde.


Im Urchristentum geschah die Taufe durch Untertauchen, wie sie heute noch in den orthodoxen Kirchen, bei Baptisten und anderen Freikirchen durchgeführt wird. In der lateinischen Kirche war das Untertauchen bis etwa zum 12. Jahrhundert üblich, im Mittelalter verbreitete sich das Besprengen anstelle des Untertauchens.


Bereits im zweiten Jahrhundert gab es jedoch Taufen, wo das Untertauchen nicht möglich war (Kranke, im Gefängnis) und die Taufe durch Besprengen mit Wasser vollzogen wurde.


Wesen der Taufe

In der Taufe wird der Täufling mit Christus "begraben" und erhält Anteil an dessen Auferstehung (Römer-Brief, Kapitel 6). Gleichzeitg wir er Teil des universalen Leibes Christi.


Gültigkeit der Taufe

Die Gültigkeit einer Taufe hängt bei den meisten Kirchen nicht von der Konfession des Täuflings oder Taufenden ab. Von den meisten Kirchen anerkannt wird eine Taufe die vollzogen ist


  • auf den Namen des dreieinigen Gottes (z. B. 'ich taufe dich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes'). Eine interessante Variante bietet hier die Taufpraxis mancher freikirchlicher Kreise. Sie verstehen den Taufbefehl Jesu von den Taufberichten der Apostelgeschichte (Apostelgeschichte 2,38; 10,48; 19,5 u.a.) her. Der geoffenbarte Name des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 4,12) ist von daher für sie "Jesus". Deshalb taufen sie allein auf den Namen Jesus, der für sie der Name des dreieinigen Gottes ist.
  • durch Untertauchen oder Begießen (in taufgesinnten Freikirchen, insbesondere bei den Baptisten, oft nur durch Untertauchen)
  • mit der richtigen Intention. Die Intention muss lediglich darin bestehen zu tun, was die Kirche in der Taufe tut. Ein tiefer gehendes theologisches Verständnis der Taufe durch den Taufenden ist nicht nötig.


Die Taufe wird in der Regel von einem Geistlichen durchgeführt, im Notfall kann (und muss) jeder Laie eine gültige Taufe spenden (Nottaufe).


Bei manchen Freikirchen (insbesondere Baptisten und Pfingstgemeinden) hängt die Gültigkeit einer Taufe auch davon ab, ob der Täufling sich bewusst für die Taufe entschieden hat. Christen, die als Säuglinge getauft wurden, gelten hier als ungetauft. Sie werden dennoch als Mitchristen anerkannt.


[Bild extern:] Baptistische Täuflinge vor ihrer Taufe


Säuglingstaufe - Erwachsenentaufe - Glaubenstaufe

Die Taufpraxis verschiedener Konfessionen wird in Säuglingstaufe und Erwachsenentaufe, auch Glaubenstaufe genannt, unterschieden.


Die Säuglingstaufe steht dafür, dass bereits dem neugeborenen Kind die Gnade Gottes "ohne Verdienst" zugesprochen wird. Die Erwachsenentaufe verdeutlicht dagegen die Entscheidung eines Gläubigen, sich öffentlich zu Jesus Christus zu bekennen. Im Neuen Testament wird nur von Glaubenstaufen explizit berichtet. In der Kirchengeschichte etablierte sich dann aber die Kindertaufe als Normalfall. Erwachsenentaufen gab es vor allem beim Übertritt von einer anderen Religion zum Christentum. Im Zuge christlicher Mission kam es auch zu Zwangstaufen.


Seit dem 16. Jahrhundert gibt es wieder Bestrebungen, welche die Erwachsenentaufe favorisieren. Sie werden auch umgangssprachlich Wiedertäufer genannt. Heute sind dies vor allem die Baptisten, Mennoniten und andere freikirchlich orientierte Gemeinden, aber auch in anderen evangelischen Kirchen gibt es seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts solche Bestrebungen. In den säkularisierten Gesellschaften Europas spielt die Erwachsenentaufe außerdem wieder eine größere Rolle beim Bekenntnis nicht christlich sozialisierter Menschen zum Christentum.


Katholische Tauffeier

In der katholischen Tauffeier spiegelt sich die urchristliche Praxis der Gläubigentaufe: Der Täufling wird nach seinem Taufbegehren und Glaubensbekenntnis gefragt und erst aufgrund seines Bekenntnisses getauft. Da heute in der Regel Säuglinge getauft werden, antworten Eltern und Paten stellvertretend für das Kind auf diese Fragen. Folgende Riten schließen sich bei einer katholischen Tauffeier an([1], [2]): Die Übergabe der an der Osterkerze entzündeten Taufkerze mit den Worten Empfange das Licht Christi (die Taufe hieß in der Alten Kirche auch griech. phôtismós "Erleuchtung"). Die Salbung mit Chrisam, die auf die Salbung der Könige, Priester und Propheten im Alten Testament und auf den Christus-Namen verweist. Die Überreichung des weißen Kleides als Symbol der Reinheit und Unschuld in Christus (vgl. Weißer Sonntag). Der Effata-Ritus, der die Sinne des Täuflings für Gottes Gebote und seinen/ihren Mund für das Lob Gottes öffnen soll.


Die Überreichung einer Taufkerze ist auch Brauch in der evangelischen Kirche.


Baptistische Tauffeier

Für die baptistische Tauffeier gibt es keine vorgeschriebene Liturgie. In der Regel hat sie jedoch folgenden Ablauf: Der Täufling berichtet vor der versammelten Gemeinde von seinem Weg zum christlichen Glauben und bekennt sich mit eigenen Worten zu Jesus Christus als seinem Herrn und Erlöser. Oft schließt sich an das persönliche Zeugnis das gemeinsam gesprochene Apostolische Glaubensbekenntnis an. Danach steigt der Täufling (meist weiß gekleidet) in das Baptisterium oder - sofern die Taufe im Freien statt findet - in das Gewässer, wo bereits der Täufer (Pastor oder Gemeindeältester) auf ihn wartet. Der Taufbegleiter verliest den Taufspruch (ein für den Täufling persönlich ausgesuchtes Bibelwort). Daraufhin wird der Täufling durch einmaliges Untertauchen auf den Namen des dreieinigen Gottes (und / oder auf den Namen Jesus) getauft. Täufer und Täufling begeben sich in die Umkleideräume, während die Gemeinde in frei gesprochenen Gebeten für die erlebte Taufe dankt und gleichzeitig für den Täufling Gottes Segen erbittet. Anschließend wird der Getaufte unter Handauflegung von den Ältesten der Gemeinde gesegnet und in die Gemeinde aufgenommen. Eine Abendmahlsfeier beschließt in der Regel den Taufgottesdienst.


Taufe durch den Heiligen Geist

Pfingstlerische oder charismatische christliche Kirchen betonen neben der sichtbaren, äußeren Taufhandlung besonders die Taufe durch den Heiligen Geist. Als Beispiel aus dem Neuen Testament sei Pfingsten genannt: Der Heilige Geist verleiht den Aposteln mit der Geistestaufe u.a. die Fähigkeit der Glossolalie, dh. in ihnen unbekannten Sprachen zu reden. Nichtcharismatische Kirchen sehen in der Taufe durch den Heiligen Geist eher eine innere Wandlung als eine nach außen sichtbare Veränderung.


Siehe auch



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