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Tasmanier

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Die Tasmanier waren die indigene Bevölkerung Tasmaniens.


Ursprünglich stellten die Tasmanier zusammen mit den Aborigines des australischen Hauptkontinents eine gemeinsame Kultur dar.


Die ältesten nachgewiesenen menschlichen Spuren auf Tasmanien werden als etwa 35.000 Jahre als datiert.


Seit die Landverbindung zwischen Australien und Tasmanien durch die ansteigenden Meeresspiegel am Ende der Wisconsin-Eiszeit durch die etwa 200 km breite Bass Strait vor 12.000 Jahren unterbrochen wurde, fand eine getrennte Entwicklung statt.


Beide Kulturen kannten keine ozeangängigen Boote, so dass ein nachfolgender kultureller Austausch unterblieb.


Die Tasmanier machten daher technische Neuerungen Australiens wie den Bumerang nicht mit.


Tasmanien ist kleiner und unwirtlicher als das restliche Australen.


Insgesamt kann Tasmanien nur eine geringe Bevölkerungsdichte einer Jäger- und Sammlerkultur tragen.


Der dadurch bedingten geringen Bevölkerungszahl, von unterschiedlichen Quellen auf zwischen 5000 und 20.000 Menschen geschätzt, wird ein geringes Innovationspotential nachgesagt.


Der zur Zeit der Abtrennung noch bekannte Fischfang und die Herstellung von Knochenwerkzeugen verschwand in den folgenden Jahrtausenden; der Verlust der Werkzeugkenntnisse führte dann zum Verlust der Kleidungsherstellung.


Kenntnisse wie das Feuermachen gingen eventuell ebenfalle verloren, eine erstaunliche Tatsache angesichts des feuchten und kalten Klimas.


Andererseits wurde auf Tasmanien das Kanu entwickelt, und es entstand eine halbsesshafte Dorfkultur.


Insofern ist die traditionelle Beurteilung der Tasmanier als isolierte und im Niedergang begriffene Kultur einseitig.


Die physiologischen Unterschiede der Tasmanier zu den Aborigines (etwas hellere, rötlichere Haut, gelockte Haare) lassen sich in diesem Sinne auch als eine evolutionäre Anpassung an das Leben auf Tasmanien verstehen.


Bei der Ankunft der Europäer im Jahre 1802 gab es wahrscheinlich etwa 5.000 Tasmanier.


England nutzte Tasmanien zuerst als Strafkolonie, und Begegnungen mit den Tasmaniern endeten oft tödlich für letztere.


In Folge der folgenden Kolonialisierung und landwirtschaftlichen Nutzung wurden die Tasmanier auf die unwirtlichsten Regionen Tasmaniens beschränkt, während die Neuankömmlinge die fruchtbaren und reichen Landschaften für sich nutzten.


Der Kultur der Tasmanier war damit die Lebensgrundlage entzogen; die Aufnahme in die Kultur der Kolonisten fand nicht statt.


Die Aborigines wehrten sich im so genannten Black War von 1824-1831 mittels Guerillataktiken, konnten aber aufgrund ihrer geringeren Zahl den materiell und anzahlmäßig überlegenen Engländern auf Dauer nichts entgegensetzen.


Eingeschleppte Krankheiten (Grippe, Masern, Pocken) bedrängten die Tasmanier, denen eine Immunisierung fehlte, zusätzlich.


In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts gab es nur noch einige Hundert Tasmanier, die auf Flinders Island, eine Tasmanien vorgelagerte Insel zwangsverschleppt wurden.


Dort mussten sie sich der europäischen Lebensweise unterwerfen, gingen aber letztendlich an Depressionen, Alkoholismus und Krankheiten zugrunde.


1876 starb die letzte reinrassige Tasmanierin.


Es gibt heute Nachkommen von Tasmaniern und Europäern.


Diese werden als 'Farbige' von der europäisierten tasmanischen Gesellschaft ausgegrenzt.


Sie leben auf Tasmanien und einigen vorgelagerten Inseln und verstehen sich als legitime Nachfahren der Tasmanier.


Literatur

  • J. Clark: The Aboriginal people of Tasmania (1986)
  • Tim F. Flannery: The future eaters (1994)
  • H. Reynolds: Fate of a free people. A radical re-examination of the Tasmanian wars (1995)
  • L. Ryan: The Aboriginal Tasmanians (1996)


Weblinks



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