Als Tankstelle, bezeichnet man einen Ort zum Betanken, d.h. zum Befüllen des Treibstofftanks von Fahrzeugen.
Am Anfang des Motorisierungszeitalters, bis weit ins 20. Jahrhundert, konnte man Benzin und andere Treibstoffe nur in der Apotheke kaufen, mit dem Aufkommen des motorisierten Verkehrs kamen auch die ersten Tankstellen, meist im Zusammenhang mit den Autowerkstätten, die sich oft aus einer Schmiede oder Schlosserei entwickelten.
Die Tankstellen wurden zum Zeichen der Mobilität, besonders die Ausfallstraßen aus den Städten wurden von ihnen gesäumt. Durch Zentralisierung wurden zahlreiche Tankstellen eingespart, die heute leerstehen oder z.B. als Getränkemarkt eine neue Nutzung gefunden haben. Die übrig gebliebenen entwickeln sich mehr und mehr zu modernen Drive-In-Dienstleistungszentren mit angeschlossenem Supermarkt, teilweise auch einem Bistro. Waren früher Tankwarte üblich, die den Kunden nicht nur den Tank auffüllten, sondern auch die Windschutzscheibe putzte, Öl kontrollierten, etc., so sind die Tankstellen meist reine Selbstbedienungstankstellen, wo man selbst bei den Zapfsäulen tankt und nur zum Zahlen nicht nur bar, sondern auch Scheckkarte oder Kreditkarte an die Kassa geht.
Das Sortiment beinhaltete zuerst nur schlichte Bürgersteigpumpen, Brennstoffe und Schmieröle, Reifen, Zündkerzen und Zubehör, teilweise gab es auch eine Werkstatt. Später kamen noch Autoradios und Musikkasetten dazu, heute stehen ganze Supermärkte neben den Säulen. Verkauft werden Treibstoff, Bier und frische Brötchen bis in die Nacht, teilweise sogar rund um die Uhr.
Auf den Autobahnen haben sich den Tankstellen oft große Restaurants und Motels angeschlossen. Diese Autobahnraststätten waren die ersten Tankstellen, die 24 Stunden geöffnet hatten.
In Deutschland wie auch in der Schweiz sind die Tankstellen-Shops in der Praxis vom Ladenschlussgesetz ausgenommen; daher verdienen viele Tankstellen inzwischen den größeren Teil ihres Einkommens nicht mehr mit Treibstoff, sondern mit den Supermarkt-Artikeln. Viele Unternehmer im Einzelhandel sehen hierin eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung.
Mit der Geschichte der Tankstellen befasst sich auch das Buch von Joachim Kleinmanns: "Super, voll! Eine kleine Kulturgeschichte der Tankstelle", Jonas Verlag, 2002, ISBN_3-89445-297-8
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