Das Tal der Könige (Bibân el-Molûk, Biban el-Muluk) war eine Begräbnisstätte im Ägypten des Alterums, in dem nach derzeitigem Kenntnisstand 62 Gräber und einige Gruben aufgefunden wurden.
Im Tal der Könige sind insbesondere die Herrscher des Neuen Reichs (ca. 1552 v. Chr.-1069 v. Chr., 18. bis 20. Dynastie) zu finden. Das Tal befindet sich in Theben-West, gegenüber von Karnak, am Rand der Wüste und ist gesäumt von hohen Bergen, namentlich durch die natürliche Felspyramide el Korn ("Das Horn"); nahezu das gesamte Gebiet von Theben-West bildet eine riesige Nekropole.
Trotz jahrtausendelanger Aktivität von Grabräubern und Plünderern lieferte das Tal der Könige den Ägyptologen der Neuzeit noch zahlreiche höchst wertvolle Grabungsfunde, unter anderem wurde das weitgehend unversehrte Grab des Tutanchamun dort im Jahr 1922 von Howard Carter entdeckt.
Die Gräber im Tal der Könige wurden durchlaufend nummeriert, wobei den Ziffern die Buchstaben KV (engl. Kings Valley) vorangestellt wird. Einige wenige Gräber befinden sich im westlichen Seitental: hier ist der Nummerierung WV (West Valley) vorgestellt:
Das Tal der Könige ist heute einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen. Nur ein kleiner Teil der Gräber kann besichtigt werden, da aus konservatorischen Gründen ein wechselnder Teil der Gräber gesperrt ist; einige Gräber wie das des Sethos I. sind seit Jahren geschlossen. Eintrittstickets berechtigen derzeit zum Besuch von drei Gräbern, für das Grab des Tutanchamun muß ein Extraticket gelöst werden.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung (teilweise in Laufweite) sind:
Ab der 18. Dynastie entstanden zahlreiche Totentempel ("Millionenjahrhäuser") in der Ebene vor dem Felsengebirge im Tal der Könige. Dazu zählen die Totentempel von:
Das Grab von Pharao Ramses I., dem Begründer der 19. Dynastie befindet sich dort, seine Mumie jedoch nicht.
Sethos I. (Regierungszeit 1290-1279 v. Chr.), zweiter Herrscher der 19. Dynastie hat sein Grab im Tal der Könige.
Ramses XI. (20. Dynastie) ist der letzte Herrscher, der sein Grab im Tal baut, es allerdings nicht benutzt. In seiner Zeit werden bereits viele Gräber geplündert.
Eine systematische Graböffnung und die Suche nach Gold erfolgte schon in der 21. Dynastie, wahrscheinlich von "oberster Stelle" verordnet.
Um die Mumien zu schützen werden sie in der 22. Dynastie (unter Scheschonq I.]]) aus den Gräbern entfernt und in anderen Gräbern versteckt.
Im 3. Jahrhunder n. Chr. werden offenstehende Gräber von koptischen Christen als Kapelle benutzt.
1708 besucht Pater Claude Sicard das Tal und deutet es richtig als Begräbnisstätte der Könige. Die nächsten Besucher sind Richard Pococke (1739), James Bruce (1768) und William George Brown (1792), sie lokalisieren etwa 20 Gräber.
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