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Taiwan (Insel)

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Taiwan ist eine Insel vor dem chinesischen Festland im Pazifik, getrennt durch die Taiwan-Straße. Seit 1949 bildet sie den Hauptteil des aus der Republik China hervorgegangenen Staates Taiwan.


Früher hieß die Insel Formosa, was auf portugiesisch für schön steht.


Inhaltsverzeichnis


1 Geografie

2 Bevölkerung

3 Geschichte

4 Weblink


Geografie

Taiwan hat eine Fläche von 35.900 km². An der längsten Stelle ist die Insel 377 km lang, die maximale Breite beträgt 142 km.


Im Norden herrscht ein subtropisches Klima, das Zentrum und der Süden sind vorherrschend tropisch. Im Winter weht ein kräftiger Monsun aus Nordosten, im Sommer ein starker Monsun aus Südwest, der starke Regenfälle mit sich bringt.


Der Westen der Insel bildet eine flache Ebene. Richtung Osten steigt diese auf, bis zum Gebirge im Zentrum, das über 200 Gipfel über 3.000 m hat. Der Yüshan ist mit 3.952 m über dem Meer der höchste Berg der Insel. An der Ostküste befindet sich ein weiteres, etwas weniger hohes Gebirge.


Bevölkerung

Als Holländer und Spanier im 17. Jahrhundert mit der Kolonisation begannen, lebten bereits geschätzte 25.000 Han-Chinesen auf der Insel, die Bevölkerungsmehrheit stellten jedoch austronesische indigene Völker dar (circa 250.000). Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert begann eine massive Zuwanderung von Han-Chinesen aus der chinesischen Provinz Fukien. Im Jahr 1919 wurde die Bevölkerung auf ungefähr 3 Millionen Han-Chinesen, 100.000 Japaner und 120.000 Angehörige indigener Völker geschätzt. Ende des 20. Jahrhunderts hat sich das Verhältnis von Han-Chinesen zu Angehörigen indigener Völker auf fast 80:1 verschoben; d.h. es leben auf Taiwan ca. 20 Millionen Han-Chinesen und 300.000 Austronesier.


Siehe auch: Indigene Völker Taiwans


Geschichte

Die ersten Siedlungsspuren auf Taiwan stammen aus der Jungsteinzeit (etwa um 4000 v. Chr.), eine weitere Siedlungswelle vom chinesischen Festland her zeigte sich ca. um 2500 v. Chr.. Diese Periode war gekennzeichnet durch Ackerbau und eine Megalithkultur, die Steine aufstellten und Gräber aus Steinkisten herstellten. Die darauf folgende so genannt "geometrische" Periode trat auf dem Festland bereits ab ca. 1500 v. Chr., auf Taiwain hingegen erst ab 500 v. Chr. auf. Die "geometrische Kultur" wurde auf dem Festland um 700 v. Chr. von den von Osten her eindringenden Chou-Chinesen verdrängt und brachte die Eisenverarbeitung nach Taiwan. In den Jahren von 200 v. Chr. bis ungefähr 200 unserer Zeitrechnung immigrierten in mehreren Wellen von der Han-Dynastie verdrängte Menschen auf die Insel.


Noch während der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung boten die Kulturen auf dem chinesischen Festland und auf den diesem vorgelagerten Inseln ein kulturell und linguistisch ähnliches Bild. Nach der Sinisierung durch die Han-Dynastie gabe es über längere Zeit keine kulturelle Verbindung mehr zwischen Taiwan und China. Die indigenen Völker Taiwans pflegten jedoch Handelsbeziehungen in Richtung Süden, z.B. mit den Philippinen.


Während der Sui-Dynastie, im Jahr 608, fand erstmal eine geschichtlich belegte chinesische "Handelsexpedition" auf Taiwan statt: Sie drangen militärisch an die Westküste der Insel vor, plünderte die dort angetroffenen Dörfer und verschleppte die Einheimischen. Solche Expeditionen fanden in unregelmäßigen Abständen immer wieder statt, bis die Chinesen im 12. Jahrhundert anfingen, sich selbst auf Taiwan niederzulassen und Handelsstationen zu gründen. 1367 wurden die westlich von Thailand gelegenen Pescadoren von der Ming-Dynastie ins Chinesische Reich integriert und zu einem Teil der Provinz Fukien gemacht.


Im Jahr 1583 entdeckten die Portugiesen die Insel Formosa, 1624 besetzten niederländische Seefahrer und die Niederländische Ostindien-Kompanie den Süden der Insel und 1626 eroberten Spanier den Norden und gründeten Niederlassungen bei Keelung und Tanshui.


Zwischen 1624 und 1644 gab es weitere Einwanderungswellen von Han-Chinesen nach Taiwan. Um 1641 war jedoch praktisch die gesamte Insel unter holländischer Verwaltung. Der Einfluss der niederländischen Kolonialverwaltung auf die Kultur der indigenen Völker war verheerend: durch die Einsetzung von Häuptlingen in den mehr oder weniger herrschaftsfreien Kulturen wurden die Stammesstrukturen verändert, durch die christliche Missionierung die mythologischen Vorstellungen und traditionellen Lebensformen umgekehrt. Es entstanden neue Verhaltens- und Denknormen, neue Dorfstrukturen und neue Herrschaftsstrukturen.


Nach und nach werden die Niederländer von der Qing-Dynastie aus Taiwan verdrängt, das heutige Taiwan wird zu einem wenig beachteten Teil Chinas. Die durch die Europäer begonnene "Zivilisierung" der indigenen Völker wurde durch die Chinesen weitergeführt. 1734 wurden 50 Schulen eingerichtet, wo die Kinder in chinesischer Sprache und Kultur unterrichtet wurden. 1758 wurde ein Gesetz erlassen, das die Bewohner Taiwans zwang, chinesische Haartrachten und Kleidung zu tragen und chinesische Namen anzunehmen. Die Han-Chinesen sinisierten vor allem die Volksstämme in den flachen Gebieten der Insel, die als aggressiv geltenden Bergstämme mit ihrer traditionellen Kopfjäger-Kultur blieben unter Chinesischer Herrschaft mehr oder weniger unberührt. Unter den Chinesen wurde Buddhismus und Konfuzianismus eingeführt und verdrängte wieder das von den Holländern verbreitete Christentum.


1895 fiel Taiwan durch eine militärische Niederlage Chinas an Japan. Die japanische Kolonialverwaltung brachte auch die Bergstämme unter ihre Kontrolle und richtete Schulen und eine Art Polizeistationen in ihren Dörfern ein. Obwohl die Japaner ethnologische und anthopologische Untersuchungen bei den "Wilden" durchführen ließen, griffen sie mit dem Verbot der Kopfjagd und des Schamanismus sowie Umsiedelungen tief in die Kultur dieser Stämme ein und veränderten dadurch natürlich die kulturelle Praxis. Die japanische Kolonialverwaltung versuchte ihrerseits, den Schintoismus einzuführen. Sie zwangen die eroberten Völker zu einer "ordnungsgemäßen" Lebensweise. Straßen und Eisenbahnen wurden gebaut, um das Land besser zu erschließen. Trotz all dieser Anstrengungen kam es bis in die 1930er Jahre immer wieder zu blutigen Aufständen der Stämme und als Antwort darauf Massaker durch Japaner oder Chinesen an der einheimischen Bevölkerung. Die Kolonialverwaltung ging schließlich zu einem System mit Stacheldrahtumzäunten Reservationen über. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Männer der indigenen Stämme Taiwans (insbesondere der Amis) in die japanische Armee eingezogen.


1945 zogen die Japaner von Taiwan ab und die Insel fiel erneut an China. Etwa 3 Millionen Chinesen kamen auf die Insel und richteten eine straffe Zentralregierung ein.


1949 bildete Taiwan den Rückzugsort der Kuomintang unter General Chiang Kai-shek nach der Niederlage gegen die Kommunisten unter der Führung von Mao Zedong. Dadurch verkleinerte sich das Gebiet der Republik China auf Taiwan.


Weblink



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