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Syrien

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Die Arabische Republik Syrien (الجمهورية العربية السورية) ist ein Staat in Vorderasien. Sie grenzt an Israel, den Libanon, die Türkei, den Irak, Jordanien und das Mittelmeer. Syrien kommt von "suri" und heißt übersetzt etwa "Land der Rosen". Nach der Syrischen Hauptstadt Damaskus ist auch die in der Parfümherstellung verwendete Damaszenerrose benannt.


Inhaltsverzeichnis


1 Bevölkerung

2 Religion

3 Verwaltung

4 Geschichte

  4.1 Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1946

  4.2 Die Syrische Arabische Republik

  4.3 Hafiz al-Assad

  4.4 Baschar al-Assad

  4.5 Verhältnis zu Israel

5 Feiertage

6 Bekannte Syrer


Bevölkerung

In Syrien leben zur Zeit 89% Araber, 6% Kurden, rund 30.000 Turkomanen und weitere kleinere turkvölkische Minderheiten, wie z.B. die Mescheten; (Stand 2001)


Daneben zahlreiche arabischstämmige Flüchtlinge: 482.000; davon 476.000 Palästinenser und 170 000 Binnenflüchtlinge (Ende 2002)


Religion

Mehrheitlich sunnitische Muslime (ca. 80% der Bevölkerung); daneben christliche (meist syrisch-orthodoxe) Minderheit (ca. 10%) hauptsächlich in den nationalen Minderheiten von Assyrern und Aramäern, vor allem in Damaskus und Aleppo. Außerdem Alawiten (nicht zu verwechseln mit den türkischen Aleviten!) und Drusen.


Verwaltung

Syrien ist in 12 Bezirke (muhāfaza) unterteilt, die nach dem jeweiligen Hauptort benannt sind: Halab (Aleppo), ar-Raqqa, al-Hasaka, Dayr az-Zawr, Hims (Homs), Hamāh, Tartūs, al-Lādhiqīya (Latakia), Idlib, as-Suwaydā?, Dar̔aā und Dima?q (Damaskus). Der Bezirk al-Qunaytra wird von Israel seit 1967 besetzt. Die Region um Iskanderūn (Alexandrette) gehört seit 1939 zur Türkei, wird allerdings ebenfalls von Syrien beansprucht.


Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Syriens


Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1946

Syrien wurde nacheinander von den




beherrscht, ehe es 64 v. Chr. Römische Provinz wurde.


395 fiel es ans Byzantinische Reich.


Im 7. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Arabern erobert (Eroberung Damaskus' im Jahre 635). Unter den Umayyaden war Damaskus von 661 bis 750 Sitz des Kalifen. Nach der Eroberung durch die Mamluken 1260 und den Kreuzzügen wurde es schließlich 1517 Teil des Osmanischen Reichs.


1920 errichtete König Faisal, ein Sohn des Scherifen von Mekka ein unabhängiges arabisches Königreich Syrien, dessen Grenzen größtenteils auf das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 zurückgingen. Bereits wenige Monate später wurde er von Frankreich gestürzt. Französische Truppen besetzten das Land, und der Völkerbund stellte Syrien und den Libanon gemäß der Konferenz von San Remo unter französisches Mandat.


Ursprünglich wollte Frankreich keinen geeinten syrischen Staat, sondern beabsichtigte eine Aufteilung in vier Staaten mit eigener Regierung, wobei religiöse und konfessionelle Gesichtspunkte eine Rolle spielen sollten.


Diese Absichten lösten Mitte 1925 einen Aufstand der Drusen aus, worauf Frankreich mit Bombardierungen reagierte. Der wachsende innere und auch äußere Druck (seitens Großbritanniens) führten schließlich dazu, dass zunächst die Gebiete um Damaskus und Aleppo zum Staat Syrien zusammengeschlossen wurden. Neben der Zulassung von politischen Parteien wurde auch eine Verfassung ausgearbeitet. 1937 kamen die Gebiete um Latakia und der Drusenstaat zum Staatsgebiet hinzu.


In Anlehnung an das Abkommen zwischen dem Irak und Großbritannien von 1922 wurde 1936 ein Vertrag mit Frankreich geschlossen, in dem die Unabhängigkeit Syriens in Aussicht gestellt wurde. Dieser Vertrag wurde von Frankreich allerdings nicht ratifiziert.


1939 trat Frankreich das Gebiet um Iskanderun an die Türkei ab - offenbar, um die Türkei als Verbündeten im Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Nachdem Paris von deutschen Truppen besetzt wird und die französische Verwaltung sich auf die Seite des Vichy-Regimes unter Marschall Petain schlägt, marschieren so genannte "freifranzösische" Truppen in Syrien ein. Im Auftrag Charles de Gaulles wird das Mandat für beendet und Syrien für unabhängig erklärt. Es folgt später die Anerkennung durch die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Großbritannien.


1945 wird Syrien Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.


Frankreich ist jedoch immer noch militärisch präsent, was zu antifranzösischen Demonstrationen führt und in der französischen Bombardierung von Damaskus gipfelt. Nachdem der britische Premierminister Winston Churchill mit der Entsendung von Truppen droht und die Vereinten Nationen Frankreich zum Rückzug auffordern, lenkt Frankreich ein: am 15. April 1946 verlassen die letzten Truppen das Land.


Die Syrische Arabische Republik

Am 17. April 1946 wird die Syrische Arabische Republik (arab.: الجمهورية العربية السورية al-ğumhūrīya al-̔arabīya as-sūrīya) ausgerufen. Seither ist der 17. April syrischer Nationalfeiertag.


Die ersten Jahre der jungen Republik sind durch politische Instabilität und Regierungskrisen gekennzeichnet. Dazu trägt auch die Niederlage im ersten Palästinakrieg 1948 bei.


Der Aufstieg des Panarabisten Gamal Abdel Nassers in Ägypten nährt auch in Syrien Hoffnungen auf die Schaffung eines gemeinsamen arabischen Staats. Im Vorfeld des Suezkriegs bilden beide Länder ein gemeinsames Oberkommando; nach schweren Spannungen zwischen der Ba'ath-Partei und der Kommunistischen Partei wird aus Furcht einer kommunistischen Machtübernahme eine Delegation nach Ägypten entsendet, wo die Vereinigung der beiden Staaten beschlossen wird.


Am 1. Februar 1958 wird der Zusammenschluss Ägyptens und Syriens zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) bekanntgegeben.


Da von Anfang an die ägyptische Seite dominiert und die wichtigsten Politikbereiche bestimmt, wächst die Unzufriedenheit in Syrien. Hinzu treten wirtschaftliche Probleme. Ein Putsch syrischer Offiziere im September 1961 bedeutet schließlich das Ende der Vereinigte Arabische Republik VAR. Nach einem weiteren Putsch im Mai 1963 erlangt die Ba'ath-Partei zum ersten Mal die Macht in Syrien, der jedoch weiterhin zerstritten ist.


Nach dem verlorenen Sechs-Tage-Krieg gegen Israel im Juni 1967 und dem Verlust des Golans folgt eine Phase, die von allgemeiner Niedergeschlagenheit gekennzeichnet ist.


Hafiz al-Assad

Aus den jahrelangen Machtkämpfen innerhalb der Ba'ath-Partei tritt 1970 schließlich Hafiz al-Assad als Sieger hervor. Assad, unter Salah Jadid noch Verteidigungsminister, lässt den Altpräsidenten und einige seiner Anhänger verhaften, nachdem er selbst einst aus politischen Gründen einige Zeit im Gefängnis verbringen musste. 1971 lässt er sich mit 99,2 Prozent der Stimmen (ohne Gegenkandidaten) zum Staatspräsidenten wählen; im selben Jahr wird er Generalsekretär der Ba'ath-Partei.


1973 wird eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Position des Staatspräsidenten weiter aufgewertet wird. Des weiteren soll die Schari'a fortan eine der Hauptgrundlagen der Gesetzgebung sein.


Außerdem wird festgelegt, dass der Staatspräsident Muslim sein muss.


Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Passus aus innenpolitischen Gründen eingefügt wurde: viele Sunniten betrachten nämlich die Position der Alawiten die überproportional stark in wichtigen Ämtern vertreten sind und denen auch al-Asad angehört, mit Argwohn.


Im Jom-Kippur-Krieg von 1973 gelingt es der syrischen Armee, einen kleinen Teil der von Israel besetzten Golanhöhen zurückzuerobern.


Ein Kennzeichen Assads Politik ist die Unterdrückung der islamistischen Opposition. In der Folge kommt es unter anderem zu Terroranschlägen, die auf das Konto der Muslimbrüder gehen. Nach einem weiteren Anschlag in der Militärakademie 1979, dem 50 alawitische Kadetten zum Opfer fallen, geht die Regierung verschärft gegen die Muslimbrüder vor.


Zu einem folgenschweren Aufstand, wiederum von Muslimbrüdern initiiert, kommt es im Februar 1982 in der mittelsyrischen Stadt Hama. Die Armee greift mit Panzern und Luftwaffe ein, es kommt zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf große Teile der Altstadt zerstört werden. Etwa 1000 Soldaten und zwischen 10.000 und 30.000 Zivilisten verlieren ihr Leben (Siehe Demozid).


Der Niederschlagung des Aufstands folgt eine umfangreiche Verhaftungswelle, die der fundamentalistischen Opposition das Rückgrat bricht. In der Folge ist al-Asads Machtposition sehr stark und kaum gefährdet.


1994 kommt Assads ältester Sohn Basil, der sein Nachfolger werden sollte, bei einem Autounfall ums Leben.


Baschar al-Assad

Nach dem Tod des syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad am 10. Juni 2000 wird am 10. Juli 2000 sein zweitjüngster Sohn Baschar al-Assad mit einer Mehrheit von 97.29% (offizielles Wahlergebnis) zum nächsten Präsidenten gewählt.


Baschar gilt als liberaler als sein Vater, da er unter anderem in London studierte und auch dort heiratete. Erstes Anzeichen eines neuen politischen Kurses war die Freilassung von 600 politischen Gefangenen im November 2000.


Allgemein erhofft sich die Bevölkerung eine weitere Öffnung des Landes, wie sie von Hafiz al-Assad in den 90er Jahren begonnen wurde. Unter Baschar wurde unter anderem die Benutzung des Internets erlaubt.


Allerdings kam es im September 2001 erneut zu einer Inhaftierungswelle gegen bekannte Oppositionelle. Im Frühjahr 2004 wurden nach Demonstrationen und Zusammenstössen mit den Sicherheitsdiensten hunderte syrischer Kurden, darunter auch Kinder, verhaftet.


Verhältnis zu Israel

Seit 1967 herrscht zwischen Syrien und Israel lediglich ein Waffenstillstand, Syrien erkennt den israelischen Staat nicht an (zum Beispiel ist in Atlanten stets von "Palästina" die Rede). Der Abschluss eines Friedensvertrags, der eine völkerrechtliche Anerkennung beinhalten könnte, ist für die syrische Seite eng an die Rückgabe der Golan-Höhen geknüpft, die wiederum für Israel von immenser strategischer Wichtigkeit sind.


Auf der anderen Seite beschuldigt Israel die syrische Regierung, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. Im Oktober 2003 flog die israelische Luftwaffe einen Angriff gegen ein vermutetes Terroristen-Ausbildungslager südlich von Damaskus, der von vielen Staaten verurteilt wurde.


Feiertage

Nationalfeiertag: 17. April


Bekannte Syrer



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