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Suppiluliuma II.
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Suppiluliuma II. war der letzte bezeugte Herrscher des hethitischen Großreichs und regierte von ca. 1215/10 v.Chr. bis ca. 1190/80 v. Chr. Er war Sohn Tuthallias IV. und jüngerer Bruder und Nachfolger Arnuwandas III.. Suppiluliuma II. hatte offenbar Legitimierungsschwierigkeiten, denn er betont in erhaltenen Texten (Treueschwüren, die er seinem Umkreis abverlangt!), dass sein Bruder kinderlos verstorben sei und er niemanden in der Thronfolge übergangen habe.


Die bisher aus seiner Regierungszeit in Hattuscha gefundenen Texte stammen alle aus der ersten Phase seiner Regierung. Er hat damals zu See und zu Lande anscheinend noch erfolgreich gegen nicht näher benannte "Feinde" gekämpft, die Alaschia (=Zypern) erobern wollten. Auch ist von erfolgreichen Kämpfen in Südwest- und Südanatolien die Rede, unter anderem gegen den hethitischen Staat Tarhuntassa. Strittig ist, ob Suppiluliuma auch in Ostanatolien Krieg geführt hat. Die vielen Kriege könnten die militärische Stärke jedoch geschwächt haben. Allerdings deutet in all diesen Texten noch nichts auf den bevorstehenden Untergang des Großreichs hin.


Anders verhält es sich da schon bei anderen Texten, vor allem denen aus Ugarit in Syrien, das zum hethitischen Herrschaftsgebiet gehörte. Wir erfahren von einer Hungerkatastrophe, die sich in Kleinasien ereignet hat. Der ägyptische Pharao Merenptah (ca. 1212-03) erwähnt Getreide-Hilfslieferungen an die Hethiter, um die Not zu lindern. In einem - allerdings nicht genau datierbarem - Brief wird der Herrscher in Ugarit vom Großkönig angewiesen, sofort Schiffe mit Getreide zu entsenden. Die Dringlichkeit wird im letzten Satz betont, in dem es heißt, es ginge um "Leben und Tod". Zwischen 1194 und 1190 v.Chr. wurde Ugarit zerstört. Kurz zuvor war Zypern verloren gegangen. Der Herrscher auf Zypern hatte den jungen König von Ugarit, Hammurapi, noch vor einem bevorstehendem Angriff gewarnt. Doch dieser war fast schutzlos: die Flotte Ugarits wurde vom hethitischen Großkönig - bei dem es sich nur um Suppiluliuma II. handeln kann - an der Südküste Kleinasiens eingesetzt. Die ugaritischen Fußtruppen waren ins hethitische Kernland verlegt worden, während Suppiluliuma selbst schwere, verlustreiche Kämpfe im Bereich der Lukka-Länder (Südwest-Anatolien) führte.


Der Brief, aus dem das alles hervorgeht, wurde im Brennofen gefunden. Er war demnach noch nicht fertig gebrannt, als Ugarit sein Schicksal ereilte.


Die Texte belegen, dass das Hethiterreich in der Zeit um 1190 Zypern und Syrien, eventuell auch Kilikien verlor und Suppilulima II. an verschiedenen Fronten zu kämpfen hatte. Die Verlagerung von Truppen aus Ugarit in die Nähe der Hauptstadt Hattuscha deutet ebenfalls auf eine Zuspitzung der militärischen Lage, denn Ugarit war in früheren Krisenzeiten von der Stellung von Truppen befreit.


Wir wissen nicht, wie lange Suppiluliuma II. noch an der Macht war bzw. wann genau das Großreich endgültig zusammenbrach. Vermutlich nur wenige Jahre später wurden die bisher bekannten zentralanatolischen Siedlungen zerstört oder aufgegeben. Seltsamerweise sind in Hattuscha selbst Spuren von Zerstörungen durch Menschenhand gering. Lediglich in einigen Gebäuden der Oberstadt gibt es Hinweise auf Brände. Dagegen sind die Wohn- und Handwerkerviertel offenbar unversehrt blieben. Daher werden in letzter Zeit die Zweifel immer größer, ob Hattuscha von Feinden erobert wurde. Zunehmend werden Bürgerkriege oder ein Aufstand der Bevölkerung in Hattuscha als Gründe für den endgültigen Zusammenbruch genannt. Die Ausgräber sprechen zuletzt sogar davon, dass Hattuscha einfach verlassen (!) wurde.


Was indessen mit Suppiluliuma geschah, ist unbekannt. Seine Großkönigs-Siegel sind jedenfalls die letzten, die in Hattuscha gefunden wurden. Man muss daher davon ausgehen, dass er der letzte Herrscher des Großreichs war und sich der Zusammenbruch des Reichs unter ihm abgespielt hat.


Suppiluliuma II. zeichnet für eine Reihe von prächtigen Bauwerken verantwortlich. Sowohl in Hattuscha, als auch im benachbartem Felsenheiligtum von Yazilikaya finden sich davon viele Zeugnisse. In Yazilikaya entstanden monumentale Felsenreliefs zu Ehren seines Vaters Tuthallia IV.. In der Hauptstadt wurden u. a. Teile der Oberstadt neu strukturiert. Einige der ehrgeizigen Bauprojekte - u. a. spricht der Leiter der Ausgrabungen, Peter Neve, von der "Schaffung einer Götterresidenz (...) unter Einschluss des Palastes" - konnten bis zum Ende des Großreichs nicht mehr abgeschlossen werden.


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