1330 wird Suhl urkundlich erstmals erwähnt, als es als Dorf durch einen Kauf in den Besitz der Grafen von Henneberg kam.
1527 verliehen die Henneberger Grafen Suhl, in deren Herrschaftsgebiet liegend, das Stadtrecht.
1583 nach dem Tod Georg Ernst von Henneberg fiel die Stadt als gemeinschaftlicher Besitz an die sächsischen Fürsten.
1660 wurde Suhl nach dem sächsischen Teilungsvertrag albertinisch und kam zu Sachsen-Naumburg-Zeitz.
1718 ging es nach Erlöschen der Linie Sachsen-Naumburg-Zeitz an Kursachsen.
1815 nach dem Wiener Kongress kam Suhl, wie die gesamte ehemalige Grafschaft Henneberg, aufgrund der Waffenfabriken zum Königreich Preußen. Es gehörte damit bis 1945 im Lankreis Schleusingen zum Regierungsbezirk Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen.
1945
(3. April) Einheiten der 3. US-Armee unter Befehl des Generals George S. Patton besetzen die Stadt.
(1. Juli) Einstellung der Tätigkeit der preußischen Bezirksregierung in Erfurt. Die Stadt wird dem Land Thüringen zugeordnet.
(3. Juli) Einheiten der sowjetischen Armee übernehmen aufgrund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und den Beschlüssen der Konferenz von Jalta die Stadt. Suhl wird Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone.
1952 wurde Suhl nach Auflösung der Länder in der DDRBezirksstadt und blieb es bis zur Wiedervereinigung 1990. Seither gehört sie zum Freistaat Thüringen.
Eisenerzabbau seit dem 15. Jahrhundert bildete die Grundlage für die Entwicklung des Rohrschmiede- und Büchsenmacherhandwerks, welches die Stadt bekannt machte. Ende des 16. Jahrhundert wurden jährlich schon fast 20000 Gewehrrohre hergestellt. Mit der Industrialisierung des Büchsenmacherhandwerks im 19. Jahrhundert entwickelten sich bedeutende Waffenfabriken wie die Firmen J.P. Sauer & Sohn, C.G. Haenel und Simson & Co. Im historischen Malzhaus existiert ein einschlägiges Museum von Handfeuerwaffen.
Politik
Suhl war als Bezirkshauptstadt in der DDR ein administratives Zentrum. Neben der Bezirksleitung der SED und dem "Rat des Bezirkes" waren auch Dienststellen der Staatssicherheit und der Nationalen Volksarmee bedeutende Arbeitgeber. Nach der Vereinigung verlor die Stadt an Bedeutung.
Geografie
Suhl liegt landschaftlich reizvoll am Südrand des Thüringer Waldes und an der Autobahn A 71/A 73, sowie der ehemaligen Eisenbahnhauptverbindung Erfurt - Würzburg.
Persönlichkeiten
Friedrich König (17.04.1774 , Eisleben - 17.01.1833 , Oberzell b. Würzburg), leistete als Erfinder der Schnellpresse einen Beitrag zur Entwicklung der Druckindustrie und lebte einige Zeit in Suhl.
Zu DDR-Zeiten wurden in der Firma SimsonJagdwaffen und Leichtkrafträder hergestellt. Der größte Teil der in staatlichen "Kombinaten" organisierten Firmen war nach der Vereinigung wirtschaftlich nicht lebensfähig.
Waffen der heutigen Firma "Jagdwaffe Suhl" sind auch heute noch beliebt bei Sport- und Jagdschützen.
Kurioses
Im Internet bekannt wurde Suhl hauptsächlich dadurch, daß die Behörden der Stadt 2001 vergessen haben, die Gebühren für Ihre Domain http://www.suhl.de zu bezahlen. Die damit automatisch gekündigte Domain hat sich daraufhin der Ex-Polizist Norbert Suhl aus Lübeck gesichert. Die Stadtverwaltung hat erfolglos versucht, die Domain einzuklagen.
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