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Suez-Krise

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Die Suez-Krise im Jahr 1956 war eine in einen bewaffneten Konflikt mündende Krise zwischen Ägypten auf der einen und einer Allianz aus Großbritannien, Frankreich und Israel auf der anderen Seite.


Hauptstreitpunkt war die Kontrolle über den strategisch bedeutsamen Suez-Kanal.


Das Resultat war eine Blamage und Schwächung der europäischen Mächte, eine Stärkung der ägyptischen Position in Nahost und eine Erhöhung des sowjetischen Einflusses auf die Nahost-Region.


Inhaltsverzeichnis


1 Beginn der Krise

2 Motive

3 Vorbereitungen

4 Die Invasion

5 Waffenstillstand und Rückzug

6 Konsequenzen


Beginn der Krise

Die Wurzeln der Krise reichen bis ins Jahr 1952. Nach dem Sturz König Faruks durch Offiziere der ägyptischen Armee änderte die neue Regierung ihre bis dahin mit den europäischen Mächten kooperative Politik zu einem nationalistischen, panarabischen und antiisraelischen Kurs.


Dieser Kurs heizte sowohl den Konflikt mit Israel und dessen zionistischer Politik an, als auch den mit Frankreich und Großbritannien, die an der Kontrolle über den Suez-Kanal festhielten. 1954 verpflichtete sich Großbritannien, seine Truppen binnen 20 Monaten aus dem Gebiet abzuziehen. Alles deutete auf eine friedliche Lösung hin.


Motive

Im Laufe des Jahres 1956 verschärfte sich der Konflikt zwischen Israel und Ägypten. Der jüdische Staat musste sich vermehrt Terrorattacken durch so genannte Fedajin von ägyptischem Territorium aus erwehren.


Ägypten, unter der Führung von Präsident Gamal Abdel Nasser, blockierte den Golf von Akaba und sperrte den Suez-Kanal für israelische Schiffe.


Nasser plante vor dem Hintergrund eines sozialistischen Programms zur Beseitigung des Massenelends den Bau des Assuan-Staudamms. Zur Finanzierung des Damms verstaatlichte Nasser am 26. Juli 1956 den Suezkanal, an dem britische Banken und Unternehmen 44% der Anteile hielten. Zwar entschädigte er die Anteilseigner, trotzdem wurden sie um den Besitz einer sehr wichtigen Handelsroute gebracht.


Zwar billigten die USA und Indien auf drei ergebnislosen internationalen Konferenzen letztlich die Nationalisierung.


Großbritannien war aber sowohl ökonomisch als auch machtstrategisch beunruhigt.


Frankreich wiederum kämpfte um seine Kolonien im Maghreb. 1954 war in Algerien der Aufstand losgebrochen, der durch Waffennachschub aus Ägypten unterstützt wurde.


Vorbereitungen

Der damalige britische Premierminister Anthony Eden musste sein Volk von der Notwendigkeit eines Krieges überzeugen. Zu diesem Zweck verglich er Nassers Handlungen mit der Politik Hitlers und Mussolinis.


Eden war ein entschiedener Gegner der Appeasement-Politik Chamberlains gewesen und vertrat die Meinung, dass man Nasser stärker entgegentreten müsse, um die expandierende Bedrohung eines "Mussolinis vom Nil" abzuwehren.


Es gibt dazu eine Verschwörungstheorie: Bei mehren Geheimtreffen von Großbritannien, Frankreich und Israel in Sèvres nahe Paris im Oktober 1956 planten die drei Mächte die "Operation Musketier". Details über dieses Treffen wurden erst Jahre später bekannt.


Israel sollte eine Invasion starten, sodass Großbritannien und Frankreich eingreifen könnten. Die Europäer würden dann die israelischen und ägyptischen Armeen zum Rückzug auf die jeweilige Seite des Kanals bewegen und eine britisch-französische Interventionsstreitkraft am Kanal um Port Said stationieren.


Die Invasion

Am 29. Oktober 1956 begann Israel eine Invasion des Gazastreifens und der Sinai-Halbinsel und stieß schnell in Richtung des Kanals vor. Großbritannien und Frankreich forderten den Rückzug beider Seiten vom Kanal, ansonsten würden sie intervenieren, das Gebiet als Pufferzone zwischen den beiden Armeen wieder besetzen und einen Waffenstillstand erzwingen. Präsident Nasser wies die Forderung und ein anschließendes Ultimatum wie erwartet zurück, auch auf Druck seines Volkes, das die Nationalisierung des Kanals gefeiert hatte. Durch seine Ablehnung lieferte er den europäischen Konfliktparteien einen Grund, die Kontrolle über den Kanal militärisch zurückzuerobern und das Regime Nassers zu stürzen.


Am 31. Oktober begannen Großbritannien und Frankreich mit der Bombardierung ägyptischer Flughäfen.


Am 5. November landeten Fallschirmjäger am Flughafen Gamil, sicherten das Gelände und errichteten eine Basis zur Luftunterstützung. In den frühen Morgenstunden des 6. November landeten die Kommandos 40 und 42 der Royal Marines mit Weltkriegs-Landefahrzeugen unter Feuer von Schlachtschiffen an den Stränden Ägyptens. Port Said wurde durch verheerende Brände fast vollständig zerstört.


Beim weiteren Vorstoß trafen die Landekommandos auf harten Widerstand, und Kommando 45 griff per Helikopter an, die erste Operation dieser Art in der Kriegsgeschichte. Unter schweren Verlusten auch durch Friendly Fire begann das Kommando 45 mit dem Häuserkampf. Hier fügten ägyptische Scharfschützen den Alliierten größere Verluste zu.


In der Gegend, deren Bewohner vielfach mit automatischen Waffen ausgestattet waren, war verbreitet worden, die russische Armee käme zu Hilfe.


Die ägyptische Armee und ihre sieben gepanzerten Divisionen aber mussten wegen des schnellen Vorstoßes der Angreifer und deren Luftüberlegenheit zurückweichen.


Die Kommandos erreichten den Kanal und wandten sich nach Süden in Richtung Kairo. Jetzt, da der Kanal in den Händen der Alliierten war, sicherten sie vor einem weiteren Vorstoß nach Süden ihre Positionen.


Waffenstillstand und Rückzug

Die europäischen Mächte erhielten in dem Konflikt keine Rückendeckung von Seiten der Vereinigten Staaten. Diese erachteten vor dem Hintergrund des Kalten Krieges gute Beziehungen zu Staaten der Dritten Welt für wichtiger als englisch-französische Macht- und Wirtschaftsinteressen.


Zudem - vielleicht noch wichtiger - wollten sie ein Ausufern des Konflikts zu einem größeren Krieg verhindern, nachdem die UdSSR gedroht hatte, Ägypten militärisch zu unterstützen.


Die britisch-französische Intervention wurde daher von den USA und der UNO verurteilt, im März 1957 wurden Großbritannien und Frankreich zum Waffenstillstand und Rückzug gezwungen. Die USA drohten Großbritannien auch mit der Veräußerung von Reserven an britischer Währung, was deren Kurs hätte einbrechen lassen. Die Vereinten Nationen stationierten nach dem Rückzug die Friedenstruppe UNEF.


Konsequenzen

Das Engagement am Kanal, obwohl militärisch erfolgreich, entwickelte sich so gerade für Großbritannien zu einer Demütigung. Premierminister Eden musste zurücktreten, die britische Wirtschaft und Währung kamen unter Druck. Zugleich verfestigte sich Großbritanniens Verlust seiner Weltmachtstellung - es war der letzte Versuch der alten Weltmacht, ohne Zusammenarbeit mit der neuen Weltmacht USA, ihre Interessen durchzusetzen.


Zudem wuchs der Widerstand der Staaten der Dritten Welt: Die Niederlage der Briten beschleunigte die Entwicklung, mit der in den nächsten Jahren auch die restlichen englischen und französischen Kolonien die Unabhängigkeit anstrebten.


Zunehmend mischte sich die UdSSR in den Nahostkonflikt ein und unterstützte Ägypten militärisch und wirtschaftlich.


Auf ägyptischer Seite stärkte die Krise trotz militärischer Niederlage massiv die Position Nassers in der arabischen Welt und seinen Panarabismus.


Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten


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