Die Suda enthält über 31.000 Lemmata und ist - im Gegensatz zu den meisten anderen Nachschlagewerken dieser Zeit - alphabetisch gegliedert und kann daher als sehr früher Vorläufer moderner Konversationslexika gedeutet werden.
Die Suda enthält zahlreiche Artikel über Leben und Werk antiker Autoren sowie über antike Geographie und Geschichte. Der Inhalt ist wenig verlässlich, da anscheinend viel aus dem Gedächtnis zitiert worden ist und die benutzen Quellen bereits ihrerseits unzuverlässig waren. Da das Lexikon viele in den Dunklen Jahrhunderten untergegangene Werke zitiert, ist es für die Klassische Philologie eine unersetzliche Quelle.
Dem humanistischen Philologen Justus Lipsius wird der Satz zugeschrieben: pecus est Suidas, sed pecus aurei velleris - Suidas ist ein Schaf, aber ein Schaf mit goldener Wolle.
Quellen
Das Werk wurde vermutlich von mehreren Autoren kompiliert aus älteren, überwiegend verloren gegangenen antiken Lexika von Eudemos, Helladios, Longinos, Eirenaios und Pamphilios sowie Scholien zu Werken klassischer Autoren wie Aristophanes, Homer, Sophokles, Thukydides, Lukianos.
Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass möglicherweise überwiegend jüngere Vorlagen verwendet wurden, so beispieslweise die Συναγωγη λεξεων χρησιμων und Harpokration. Die Hinweise auf antike Historiker gehen vermutlich ebenfalls nicht auf die Originaltexte zurück, sondern überwiegend auf Constantinus Porphyrogennetos.
Titel
Das Werk wird heute als Suda zitiert. Es wurde bis etwa 1930 einem Autor namens Suidas (auch Souidas oder Soudas) zugeschrieben, ein Autor dieses Namens ist aber sonst nicht bekannt; dieser Irrtum geht vermutlich bereits auf Eustathios zurück. Wahrscheinlich handelt es sich daher bei dem (fälschlich als Suidas gelesenen) Wort Suda in den Handschriften um den Titel des Werks, nicht um den Namen eines Verfassers. Der Titel bedeutet wahrscheinlich "Schanzwerk" oder "Befestigungsanlage".
The Suda On Line (SOL)
Die Suda steht teilweise in digitaler Form zur Verfügung; seit Januar 1998 erarbeitet eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern die web-basierte Edition The Suda On Line (SOL) unter http://www.stoa.org/sol/ (vgl. Präsentation); die Übersetzung und Kommentierung steht unter der Creative-Commons-Lizenz Attribution-NonCommercial-ShareAlike ([1]).
Ausgaben
1928-38: Ada Adler: Suidae Lexikon, 5 Bde., Leipzig
1854: I. Bekker: Suda (Auszug), Berlin
1619: griechische Ausgabe, Genf
1581: Suidae Historica, Caeteraque omnia quae ulla ex parte ad cognitionem rerum spectant... Liberalitate Magnif. & Generosi viri D. Caroli Villingeri, Baronis a Schoenberga, Caesareae Maiestati a consilijs, opera ac studio Hier. VVolfii annis abhinc XVII in Latinum sermonem conversa, nunc vero & emendata & aucta..., Basel
1564: Übers. von Hieronymus Wolf, erschienen bei Johannes Oporin und Johannes Herwagen, Basel - die erste lateinische Ausgabe der Suda
Literatur
Wilhelm von Christ: Geschichte der griechischen Literatur, Teil 2/2, 6. Aufl. 1924, S. 1091 ff.
Friedrich Nietzsche: Ueber die litterarhistorischen Quellen des Suidas, 1866
Hans L. Flach: Untersuchungen über Eudokia und Suidas, 1987 (Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1879) ISBN_3764803118
C. Theodoridis: Quellenkritische Bemerkungen zum Lexikon des Suidas. In: Herm. 116, 1988, 468
Erich Trapp, Johannes Diethart, Georgios Fatouros, Astrid Steiner, Wolfram Hörandner: Studien zur byzantinischen Lexikographik; darin u.a.: A. Steiner: Byzantinisches im Wortschatz der Suda (Byzantina Vindobonensia, Bd. 18). Wien 1988
Wolfram Hörandner, Erich Trapp: Lexicographica Byzantina. Beiträge zum Symposion zur byzantinischen Lexikographie (Wien, 1.-4. 3. 1989); darin u.a.: H. Hunger: Was nicht in der Suda steht, oder: Was konnte sich der gebildete Byzantiner des 10./11. Jahrhunderts von einem "Konversationslexikon" erwarten? (Byzantina Vindobonensia, Bd. 20). Wien 1991
Weblinks
Suda On Line (im Entstehen begriffene englische Übersetzung)
Dieser Beitrag ist aus der XML-Version der deutschen WikiPedia® entwickelt worden und unterliegt inhaltlich den GNU FDL-Lizenzbestimmungen. Linkziele außerhalb der wikipedia-Inhalte unterliegen den Urheberrechten der jeweiligen Anbieter
( DirectDownloads ) Kalenderblätter druckfertig aufbereitet für Schmuckblätter zum Selbstdrucken im Word DOC6/RTF Format, je Euro 5 über Click&BuyJAN | FEB | MÄRZ APRIL | MAI | JUNI JULI | AUG | SEPT OKT | NOV | DEZ
Das Geschenk für jeden Anlass, nicht nur bei 'runden' Jubiläen Andere Einzeltage oder Zahlungsarten bitte HIER bestellen
Diese Web Site verdient ihr Geld durch Produktverkäufe (CD-ROM, downloads) und in erster Linie durch Anzeigen. Wenn Sie als Webmaster zuverlässige Partner suchen für Ihr eigenes Anzeigenschäft, dürfen Sie sich gerne auf unsere Empfehlungen stützen:
z.B.: GigaCash & ProfiWin