Sturzkampfflugzeuge (nicht: Sturzkampfbomber) sind relativ leichte, meist einmotorige Bomber. Im Gegensatz zu schweren, meist mehrmotorigen Horizontalbombern wurden die Sturzkampfflugzeuge üblicherweise mit leichteren Bombenladungen bestückt, mit denen Punktziele angegriffen wurden, wie zum Beispiel feindliche Bunkeranlagen, Panzer oder Schiffe. Wegen fehlender genauer Zieleinrichtungen beim Bombenabwurf im Horizontalflug war der Sturzflug aus großer Höhe im zweiten Weltkrieg die einzige Methode, bei minimierter Verweildauer in der feindlichen Flugabwehr zielgenau anzugreifen .
Der Name rührt aus der Art und Weise her, wie Angriffe auf feindliche Ziele stattfanden. Im Sturzflug von etwa 70 Grad Neigung aus üblicherweise mehreren tausend Metern Höhe stürzten sich diese Flugzeuge auf ihre Ziele herab, dabei wurde quasi mit dem Sturzkampfflugzeug selbst das Ziel anvisiert.
Die Geschwindigkeit des Sturzfluges wurde durch spezielle Bremsklappen reduziert, damit die Wendigkeit der Maschine erhalten blieb und die Piloten auch sich bewegende Ziele im Visier halten konnten.
Wenige Hundert Meter über dem Ziel wurde dann die Bombenladung abgeworfen und die Maschine kurz über dem Boden abgefangen. (Später wurden durch verbesserte Zieleinrichtungen flachere Sturzflüge mit Bombenabwurf erst kurz nach Einleiten der Abfangkurve ermöglicht.) Dadurch konnte die Bomben vergleichsweise zielgenau abgeworfen werden.
Sturzkampflugzeuge, kurz Stukas, des Typs Junkers Ju 87 bildeten neben den Panzerverbänden das Rückgrat des deutschen Blitzkriegs im Zweiten Weltkrieg. Berühmt-berüchtigt wurden die deutschen Stukas durch die Zielgenauigkeit und durch eine kleine technische Einrichtung, genannt "Jericho-Trompete".
Beim Sturzflug wurde durch den Fahrtwind eine Sirene angetrieben, was einen schrillen, kreischenden Ton erzeugte.
Die psychologische Wirkung auf den Gegner war zuweilen größer als die Waffenwirkung der abgeworfenen Bomben.
Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz spielten Sturzkampfflugzeuge eine entscheidende Rolle in vielen See-Luft-Schlachten. Bombentreffer durch japanische Stukas des Typs Aichi D3A führten beispielsweise zur Explosion des US-SchlachtschiffesArizona im Hafen von Pearl Harbor, während amerikanische Stukas des Typs Douglas SBD Dauntless vier japanische Flugzeugträger in der Schlacht von Midway versenkten.
Mit Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Aufkommen von düsengetriebenen Kampfjets, verbesserter Flugabwehr und selbststeuernden Bomben wurden spezialisierte Sturzkampfflugzeuge obsolet. Strahlgetriebene Jagdbomber verwenden aber weiterhin prinzipiell ähnliche Angriffsverfahren aus dem Sturzflug oder aus dem Abfangen (Toss Bombing).
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