Die Firma Tōei produziert bereits seit 1948 Realfilme, die zu Beginn in erster Linie als Vorfilme in den Kinos liefen, und hat u.a. auch die Kultfigur Godzilla erfunden.
1956 kaufte Tōei das Trickstudio Nihon Dōgasha auf und benannte es in Tōei Dōga um (internationaler Name "Toei Animation Co., Ltd."). Die erste Anime-Produktion des neuen Studios war im Mai 1957 der schwarz-weiße Kurzfilm Koneko no Rakugaki (engl. Kitty's graffiti) von Yasuji Mori (1925-1992) [1].
Seinen ersten großen Erfolg konnte Tōei Animation im Oktober 1958 verbuchen: Hakujaden (白蛇伝) war der erste abendfüllende farbige Anime-Kinofilm [2]; er gewann zahlreiche internationale Auszeichnungen und kam drei Jahre später als Panda and the Magic Serpent als erster Anime in die US-Kinos. (In der japanischen Originalfassung wurden übrigens alle Rollen von nur zwei Synchronsprechern gesprochen, einem Mann und einer Frau.)
Studio Tōei baute in den kommenden Jahren seine Position als bis heute unumstrittener Marktführer im Anime-Bereich immer weiter aus. In der Anfangsphase der modernen Anime-Industrie haben praktisch alle bekannten Anime-Künstler (z.B. der Gott des MangaOsamu Tezuka und Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki) zumindest eine Zeitlang für das Studio gearbeitet.
Im Jahr 1969 entstand der Film Nagagutsu wo Haita Neko (長靴をはいた猫, auf deutsch Perix der Kater und die drei Mausketiere) [3], dessen Hauptfigur, der Kater Pero, seither das Maskottchen des Studios ist.
Produktionen
Seit seiner Gründung hat Studio Tōei eine nahezu unüberschaubar große Zahl von Anime produziert und ist mit vielen anderen Studios durch Kooperationen verbunden. Eine vollständige Aufzählung aller Filme, Specials und Serien, bei denen das Studio beteiligt war, würde auf eine Komplettübersicht über die moderne Anime-Industrie hinauslaufen. Neben den bereits erwähnten Filmen haben folgende Anime des Studios Meilenstein-Charakter:
Kinofilme
Shōnen Sarutobi Sasuke (少年猿飛佐助, 1959) [4] lief unter dem Titel Der Zauberer und die Banditen im Jahr 1961 als erster Anime in Deutschland.
TV-Serien
Majingah Z (マジンガーZ, 1972-1974, 92 Folgen) [5] nach einem Entwurf des Zeichners Go Nagai war die erste Anime-Serie mit von Jugendlichen gesteuerten Riesenrobotern.
Angel das Blumenmädchen (花の子ルンルン Hana no Ko Lun-Lun, 1979-1980, 50 Folgen) [7] war eine der ersten so genannten "Magical Girl"-Serien.
Die Königin der 1000 Jahre (新竹取物語・1000年女王 Shin Taketori Monogatari Sennen Jōo, 1981-1982, 42 Folgen) hat unter deutschen Anime-Fans trotz nur einmaliger TV-Ausstrahlung noch heute Kultstatus.
Sailor Moon (美少女戦士セーラームーン Bishōjo Senshi Sailor Moon, 1992-1997, 5 Staffeln mit 200 Folgen) [10] führte zur endgültigen Etablierung von Anime als eigenem Genre im deutschen Fernsehen.
Heutzutage werden die meisten Merchandising-intensiven Anime-Serien (wie z.B. Digimon, One Piece und Yu-Gi-Oh!) ebenfalls von Studio Tōei produziert.
Neue Projekte
Um Produktionskosten zu sparen, ist Studio Tōei vor einigen Jahren von der traditionellen Animationstechnik mit Hilfe bemalter Folien auf die vollständige Erstellung am Computer umgestiegen. Auch 3D-Animationen werden immer häufiger integriert.
In den Jahren 2001 bis 2003 produzierte das Studio Interstella 5555 - The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem, das erste Anime-Musical. Anime-Altmeister Leiji Matsumoto entwarf dabei für das Album "Discovery" der französischen Band Daft Punk einen Kinofilm, in dem in der Reihenfolge der Songs und ganz ohne Worte die Erlebnisse einer entführten Weltraumband erzählt werden.
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