Ab 1897 studiert Stresemann Nationalökonomie in Berlin und ist dort Mitglied der Reformburschenschaft Neogermania. 1900 beendet er sein Studium mit einer Promotion über die Berliner Brauindustrie.
Im Jahr 1903 kommt es zur Hochzeit mit Käthe Kleefeld, mit der Stresemann zwei Söhne (Wolfgang und Joachim) hat. Im gleichen Jahr beginnt seine politische Karriere mit dem Eintritt in die Nationalliberale Partei, drei Jahre später wird er zum Stadtrat in Dresden gewählt.
Gustav Stresemann ist ab 1907 mehrmals Mitglied des Reichstags nämlich zuerst bis 1912, dann wieder von 1914 bis 1918, 1917 wurde er Fraktionsvorsitzender, und schließlich ist er wieder von 1920 bis 1929 Abgeordneter. Weitere Schritte in seiner politischen Karriere stellen weiterhin die Wahl zum Parteivorsitzenden der NLP dar und die Mitbegründung der rechtsliberalen DVP1918. Im Ersten Weltkrieg war er monarchistisch gesinnt und ein Anhänger der Annexionspolitik, als Mitglied von Nationalversammlung und Reichstag wird Realpolitiker und tritt für die Republik ein.
Das grundlegende Ziel seiner Außenpolitik war eine Normalisierung der Beziehungen zu Frankreich um eine friedliche Revision des Versailler Vertrages zu erreichen, seine Ziele legt er im so genannten Kronprinzenbrief dar. Ein wichtiger Schritt zu diesem Ziel sind 1925 die Verträge von Locarno und die gleichberechtigte Aufnahme in den Völkerbund. Er erhält für seine Arbeit 1926 auch Friedensnobelpreis zusammen mit seinem französischen Kollegen Aristide Briand, in Deutschland wird er als Erfüllungspolitiker beschimpft. Ein weiteres Werk Stresemanns war der Kellogg-Pakt1928.
Am 3. Oktober1929 stirbt Gustav Stresemann in Berlin und die Ära Stresemann endet. Mit Stresemann verliert die Weimarer Republik einen ihrer fähigsten demokratischen Politiker. Der Tod Stresemanns und der Beginn der Weltwirtschaftskrise markieren im Oktober 1929 den Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Ein halbes Jahr später tritt die Regierung der Großen Koalition aus SPD, DDP, DVP und Zentrum zurück und die Ära der Präsidialkabinette beginnt, die in die Kanzlerschaft Adolf Hitlers mündet.
Stresemanns Schwager Robert Friedberg war Mitbegründer der linksliberalen DDP.
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