Franz Strauß wird 1915 in München als zweites Kind des Metzgers Franz Xaver Strauß geboren (Mutter Walburga). Seine Familie ist katholisch, monarchistisch und antipreußisch. Sein Vater ist langjähriges Mitglied der Bayerischen Volkspartei.
Nach dem seit 1910 bayernweit besten Abitur, das er 1935 am Maximiliansgymnasium in München ablegte, kann Strauß ein Lehramts-Studium der Altphilologie, Germanistik, Geschichte und der Staatswissenschaft in München beginnen, auch wenn seine Immatrikulation zunächst abgelehnt worden war. Er wurde 1935 als Stipendiat der Stiftung Maximilianeum aufgenommen.
Nebenbei trieb er Radsport und wurde 1934 süddeutscher Straßenmeister.
Strauß wird 1937 Mitglied des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK), und weltanschaulicher Referent beim NSKK-Sturm 23/M 6 in München, später ist er Mitglied im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB).
1943 wird er nach Erfrierungen an der Ostfront als Oberleutnant Chef der Stabsbatterie und "Offizier für wehrgeistige Führung" (NSFO) einer Flakeinheit im Landkreis Schongau.
Politische Karriere
Bei Kriegsende gerät Strauß zunächst in Kriegsgefangenschaft, wird aber noch 1945 als politisch unbelastet eingestuft von der amerikanischen Besatzungsmacht zum stellvertretenden Landrat in Schongau bestellt.
1946 wird er selbst zum Landrat von Schongau gewählt.
Schon seit 1945 ist Strauß Mitglied der CSU. 1949 wird er deren Generalsekretär. 1952 wird er zunächst zum Stellvertretenden Vorsitzenden und am 18. März1961 schließlich zum Landesvorsitzenden der CSU gewählt.
Im Zuge der Spiegel-Affäre1962 fordert vor allem der Koalitionspartner FDP sein Ausscheiden aus dem Amt. Nach dem geschlossenen Rücktritt der FDP-Minister bildet Konrad Adenauer ein neues Kabinett; wieder mit der FDP, aber ohne Strauß.
Strauß wird dann 1963 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und damit auch Erster Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Nach dem Regierungswechsel 1969 muss Strauß sein Amt an Alex Möller abgeben.
1978 scheidet Strauß aus dem Bundestag aus und wird als Nachfolger von Alfons Goppel zum Bayerischen Ministerpräsidenten gewählt.
1980 ist Strauß Kanzlerkandidat von CDU und CSU gegen den Bundeskanzler Helmut Schmidt. CDU und CSU unterliegen jedoch mit einem schlechteren Ergebnis als bei den Wahlen 1976, bei denen Helmut Kohl Kanzlerkandidat der Union war (44,5% gegenüber 48,6%).
1983 sorgte Strauß für das Einfädeln eines Milliardenkredits für die damalige DDR für Aufregung auch in den eigenen Reihen.
Am 3. Oktober1988 erliegt Strauß den Folgen eines 2 Tage zuvor erlittenen Herzinfarktes. "Halt, der Flug war ein bißchen anstrengend. Warten Sie noch" waren angeblich seine letzten Worte, bevor er auf dem Rasen vor dem Jagdschloß "Aschenbrennermarter" derer von Thurn und Taxis, auf deren Einladung er zu einer Jagd angereist war, zusammenbrach. 40 Stunden später gaben die Ärzte am Regensburger "Krankenhaus der Barmherzigen Brüder" den Kampf um das Leben des Politikers auf. Er wurde in der Stadt Rott a. Inn (deren Ehrenbürger er auch ist) neben seiner 1984 verstorbenen Gattin, die er 1957 in der Rotter Klosterkirche heiratete, beigesetzt.
Strauß war für seine deftigen Debatten im Bundestag und im Bayerischen Landtag berühmt, aber auch berüchtigt. Legendär sind beispielsweise seine Rededuelle im Bundestag mit dem damaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner.
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