Straßburg wurde unter dem römischen Kaiser Augustus als Argentoratum gegründet. Es war zunächst ein militärischer Außenposten in der Provinz Germania Superior. Straßburg war ab dem 4. Jahrhundert Bischofssitz und wurde danach durch Alemannen, Hunnen und Franken erobert.
1648 wurde der französische König zum Reichsvogt der elsässischen Reichsstädte. Nachdem die Stadt im September 1681 durch die Frankreich erobert worden war, wurde diese Änderung der Herrschaftsverhältnisse 1697 endgültig bestätigt. Protestanten wurden von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, das Münster wurde rekatholisiert. Allerdings blieb die Stadt kulturell deutsch geprägt. 1770 und 71 studierte Johann Wolfgang von Goethe hier. In diesen Jahren wurde die Stadt ein Kristallisationspunkt der literarischen Bewegung "Sturm und Drang".
In Straßburg komponierte Claude-Joseph Rouget de l'Isle die Marseillaise.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Straßburg gemäß dem Versailler Vertrag von 1919 wieder Frankreich zugeschlagen. Von 1940 bis 1945 war Straßburg, wie der größte Teil Frankreichs, von Deutschland besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zum Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung und der europäischen Einigung.
Sehenswürdigkeiten
Baudenkmäler
Straßburgs gut erhaltene historische AltstadtÎle de la Cité wird von der Ill, einem Nebenfluss des Rheins umflossen. Sie wurde 1988 zum Weltkulturerbe erklärt. Wahrzeichen der Stadt ist das 1176-1439 erbaute romanische und gotischeStraßburger Münster (Bild). Der Münsterplatz gehört zu den schönsten europäischen Stadtplätzen. Dominiert von der Westfassade des Münsters, stehen hier zahlreiche, teilweise vier- bis fünfgeschossige Fachwerkhäuser im alemannisch-süddeutschen Stil. Charakteristisch sind die steilen Dächer mit bis zu vier Dachgeschossen. An der Nordseite des Münsterplatzes steht das bekannte, reich verzierte Haus Kammerzell (siehe Bild rechts).
Touristisch sehr beliebt ist das so genannte "Gerberviertel" (frz. "La Petite France") am Ufer der Ill und mehrerer Kanäle mit seinen malerischen Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und den typischen Dachgauben. Früher lag auf dieser Insel ein Militärkrankenhaus, in der Soldaten mit der so genannten "Franzosenkrankheit" behandelt wurden - man bezeichnete so abwertend die Syphilis zu Zeiten als Straßburg noch nicht französisch war. Von diesem Begriff leitet sich der Name für das Viertel ab. Einer anderen Theorie zufolge leitet sich der Name von französischen Soldaten ab, die die Blätter der dort stehenden Weiden für heilsam hielten.
Der 1908 errichtete Temple neuf in der Altstadt ist die größte protestantische Kirche Frankreichs. Weitere Denkmäler aus der Zeit des deutschen Kaiserreichs sind der Bahnhof und die Universität.
Als Ersatz für die zerstörte alte Synagoge wurde 1958 die Synagogue de la Paix errichtet.
Das Musée des Beaux Arts besitzt Alte Meister aber auch Werke von Gustav Klimt
Im Musée d'Alsace wird Volkskunst und Kunsthandwerk aus der Region ausgestellt.
Weiter von hohem Bekanntheitsgrad ist das Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst (Musée de l'Art moderne et contemporaire) mit seiner markanten Pferdestatue auf dem Dach.
Bildungseinrichtungen
Straßburg ist Sitz einer Filiale der französischen Elitehochschule ENA (École nationale d'administration), in der Verwaltungsfachkräfte herangebildet werden.
Jacques Sturm 1538 gruendete das protestantische Gymnasium, das 1556 in den Rang einer Akademie erhoben und nach und nach in eine Universität (1621) und in eine königliche Universität (1631) verwandelt wurde. Im Laufe der Franzoesischen Revolution verschwindet die Universitaet. 1870 wurde sie neu gegruendet. Nachdem sie 1918 wieder französisch geworden war, verließ die Universität während des Zweiten Weltkriegs Straßburg und das annektierte Elsass, um sich in Clermont-Ferrand niederzulassen. Nach 1945 kehrte sie nach Straßburg zurück.
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