Der Altarstein: ein Block von 5 Metern aus grünem Sandstein (alle anderen Steine im inneren Kreis sind Blausteine, eine Basaltart aus den Preseli Hills im Südwesten von Wales, was eine Strecke von über 200 km ist). Die Sandsteinblöcke des äußeren Kreises wurden auf Schlitten fortbewegt, die mit 250 Mann, an Steigungen mit bis zu 1000 Mann, gezogen wurden.
Der Schlachtstein
Der Heel-Stein (Fersenstein), auch als Friars Heel bekannt (eine Anglikanisierung des walisischen »Ffreya sul«, nach Freya, einer Druidengöttin der Fruchtbarkeit, und sul (Sonnen-Tag).
Es gibt einige Auseinandersetzungen um das Alter von Stonehenge, die meisten Archäologen glauben, dass es zwischen 2500 und 2000 v. Chr. errichtet wurde. Der ältere, kreisförmige Erdwall und Graben wird auf etwa 3100 v. Chr. datiert.
Funktion
Stonehenge könnte dazu benutzt worden sein, die Sommer- und Wintersonnenwende, das Frühlings- und Herbstäquinoktium (Tagundnachtgleiche) sowie Sonnen- und Mondfinsternis vorauszusagen. "Priesterkönige" benutzten dieses Wissen, um das Überleben der hart arbeitenden Menschen in der Landwirtschaft zu sichern (Aussaat und Ernte). Stonehenge war also eine Art Kalender und diente zur Vorhersage der verschiedenen Jahreszeiten anhand der Stellungen von Sonne und Mond zur Erde.
Nach neuesten Forschungsergebnissen scheint hierbei der Mondlauf eine weitaus größere Rolle gespielt zu haben als bisher angenommen. So verehrten verschiedene Kulturen, wie z.B. die aus Palmyra in Syrien, gleichzeitig einen Sonnen- und Mondgott. Deshalb könnte Stonehenge auch ein Versammlungsort für religiöse Zeremonien gewesen sein. Die politische Macht lag evtl. in den Händen von vom Volk verehrten Priestern.
Sagen und Legenden
Stonehenge wird oft mit der Artussage in Verbindung gebracht. Geoffrey von Monmouth behauptet, dass Merlin die Umsiedlung Stonehenges von Irland geleitet hat, wo es ursprünglich auf dem Mount Killaraus von Giganten erbaut worden sei, die die Steine aus Afrika gebracht haben sollen.
Nach seinem Wiederaufbau bei Amesbury, beschreibt Geoffrey weiter, habe man erst Uther Pendragon und später Konstantin III. im Inneren des Rings begraben. An vielen Stellen seiner Historia Regum Britanniae vermischt Geoffrey britische Legende mit der eigenen Phantasie. Es ist faszinierend, dass er Ambrosius Aurelianus mit diesem prähistorischen Monument in Verbindung bringt, nur weil der Name Ambrosius dem des nahen Amesbury ähnelt.
Moderne Geschichte
Es heißt, dass viele Beschädigungen von Stonehenge auf das 19. Jahrhundert zurückzuführen seien, weil Hämmerchen an Touristen verkauft wurden, damit sich diese Stückchen von den Steinen als Souvenir abschlagen konnten (ähnlich der Berliner Mauer direkt nach der Wiedervereinigung).
Stonehenge blieb ein Wallfahrtsort für Druiden und war auch zwischen 1972 und 1984 Ort freier Musikfestivals. 1985 wurde das Festival durch die britische Regierung untersagt, worauf es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und New Age-Pilgern kam, auch bekannt als die Schlacht auf dem Beanfield.
Weil die Behörden eine Beschädigung der Steine durch die vielen Besucher befürchteten, ist die Anlage von Stonehenge nach wiederholtem Vandalismus heute eingezäunt und wird scharf bewacht. Insbesondere zu den hohen keltischen Feiertagen und den Tag- und Nachtgleichen sind zahlreiche Ordnungskräfte vor Ort. Die Steine selbst sind nicht mehr für das Publikum zugänglich - Besucher müssen sich damit begnügen, sie aus der Ferne zu betrachten. Einzig die britische Druids Society erhält während den Tag- und Nachtgleichen Zugang. Diese Vereinigung hält dann an diesem Ort Rituale ab, welche natürlich auch für die Touristen eine Attraktion darstellen.
In der jüngeren Vergangenheit wurde Stonehenge durch die unmittelbare Nähe einer stark befahrenen Straße (A303) zwischen Amesbury und Stoke beeinflusst.
Bernd Mühldorfer (Hrsg.),Mykene - Nürnberg - Stonehenge. Handel und Austausch in der Bronzezeit. Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V. 43 (Fürth 2000).
B. Cunliffe/C. Renfrew (Hrsg.), Science and Stonehenge (Oxford 1997).
R. M. J. Cleal/K. E. Walker/R. Montague (Hrsg.), Stonehenge in its landscape (London 1995).
J. Richards, The Stonehenge Environs Project (London / Southampton 1990).
Christopher Chippindale et al., Who owns Stonehenge? (London 1990).
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