Die Gründung ging unter Erzbischof Gebhard von Salzburg aus, wobei sich dieser auf eine Stiftung der Hl. Hemma von Gurk berief. Schon bald war das Stift der religiöse Mittelpunkt der weiteren Umgebung. Berühmt war seine große Schreibstube, in der viele Handschriften entstanden. Im 17. Jahrhundert wurde auch eine Stickereiwerkstatt und -schule eingerichtet, außerdem wurde 1644 das heute noch bestehende Stiftsgymnasium eröffnet. Ab 1735 wurde das Kloster in barockem Stil komplett umgebaut; allerdings wurden alle Bauwerke mit Ausnahme der Bibliothek (und auch Teile der Ortschaft Admont) am 27. April1865 durch einen Großbrand vernichtet. Aber schon bald konnte auf den alten Fundamenten mit einem Neuaufbau begonnen werden. Damit ist das Stift Admont der erste neugotische Sakralbau in Österreich. Während der Wirtschaftskrise in den 1920er-Jahren mussten Teile der Kunstschätze und Handschriften verkauft werden. Nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten kehrten die Mönche 1945 wieder zurück.
Heute ist das Stift ein florierender Wirtschaftsbetrieb (Gymnasium, Pflegeheim, Forstwirtschaft, Gärtnerei, holzverarbeitende Industrie, Elektrizitätswerk) mit ca. 1000 Angestellten. Dazu kommt der museale Betrieb, der Rund um die berühmte Bibliothek aufgebaut wurde, und heute ein kunsthistorisches, ein naturhistorisches und ein Museum für Gegenwartskunst umfasst. Außerdem betreut sie die Wallfahrtskirche Frauenberg bei Ardning und 27 Pfarren in der ganzen Obersteiermark, von Wildalpen im Nordosten bis St. Michael in Obersteiermark im Süden.
Stiftskirche
Die heutige Stiftskirche wurde nach dem Großbrand von Wilhelm Bücher als neugotisches Bauwerk errichtet und 1869 dem Heiligen Blasius geweiht. Es ist eine dreischiffige Kirche mit zwei 70 m hohen Türmen. Der neugotische Hochaltar ist mit einigen alten barocken und gotischen Einzelstücken ausgestattet, die das Feuer überstanden haben. Auch der Seitenaltar im linken Kirchenschiff stammt aus dem Barock (Martino Altomonte, 1726).
Berühmt ist die Admonter Weihnachtskrippe, die in einem Schrein untergebracht ist, der nur zur Weihnachtszeit geöffnet wird. Sie stammt vom Barockbildhauer Joseph Stammel, entstanden 1756.
Die Bibliothek, welche als einziges Bauwerk den Großbrand von 1865 überstanden hat, wurde bis 1776 in barockem Stil erbaut. Baumeister war der Grazer Josef Hueber, der als Vorbild für den Bau die Österreichische Nationalbibliothek in Wien heranzog. Mit einer Grundfläche von 70 m x 14 m und einer Höhe von beinahe 13 m ist sie der größte klösterliche Bibliothekssaal der Welt. Ausgestattet ist sie mit zahlreichen Fresken und Skulpturen von Joseph Stammel; unter anderem die figürliche Darstellung der "Vier letzten Dinge" (Tod, Jüngstes Gericht, Himmel und Hölle)
Der Bücherbestand umfasst 200.000 Bände, darunter mehr als 1400 Handschriften und 530 Inkunabeln. Sie bietet damit eine wertvolle Sammlung von historischen Dokumenten der Buchkultur im Allgemeinen und der regionalen Historie.
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