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Stenografie

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Stenografie bzw. Stenographie oder Kurzschrift ist eine Schrift, die nach jahrelanger Übung so schnell schreibbar ist, dass mit ihr in normalem Tempo gesprochene Sprache mitgeschrieben werden kann. Nachrichten werden z.B. mit etwa 250 Silben pro Minute gesprochen, Berufsstenografen müssen Redegeschwindigkeiten von 350 bis 450 Silben pro Minute beherrschen. Der Begriff Stenografie leitet sich von den griechischen Wörtern stenos = eng und graphein = schreiben, ritzen her.


Ein in Kurzschrift verfasstes Schriftstück heißt Stenogramm. Jemand, der diese Schrift anwendet, ist ein Stenograf. Der Berufsstand des Pressestenografen bei Zeitungen und des Gerichtsstenografen gibt es heute kaum mehr, wohl aber sind in den meisten deutschen Landtagen und im Bundestag Parlamentsstenografen tätig.


Kurzschriftsysteme waren schon bei den antiken Griechen und Römern bekannt (Tironische Noten).


Inhaltsverzeichnis


1 Deutsche Systeme

2 Begründer von Systemen / Bekannte Stenographen

3 Quellen

4 Weblinks


Deutsche Systeme

Franz Xaver Gabelsberger (1789-1849), bayerischer Ministerialbeamter, erfand die aus der Schreibschrift abgeleitete deutsche Stenografie, die später zusammen mit dem System Stolze-Schrey die Grundlage für die Deutsche Einheitskurzschrift bildete.


Heute verwendete Kurzschriftsysteme (es gibt mehrere) bestehen aus den Teilzügen der gewöhnlichen Schrift, einigen sinnbildlichen Bezeichnungen - meistens der Selbstlaute -, festen Kürzungen für häufige Silben und Wörter und in der höchsten Stufe Kürzungsgesetzen, die sich auf Sprache und Denken gründen. In Deutschland wird in der Regel die so genannte Deutsche Einheitskurzschrift (1924/1925 entstanden, 1968 nach jahrelangen Vorbereitungen reformiert - "Wiener Urkunde") verwendet, in der Schweiz gibt man dem System Stolze-Schrey den Vorzug.


Ab dem Beginn der Industrialisierung war das Beherrschen der Kurzschrift wesentliche Hauptaufgabe von Sekretärinnen, die Diktate für Briefe etc. in Kurzschrift aufzunehmen und dann mit der Schreibmaschine zu übertragen hatten. Mit dem Aufkommen der Diktaphone und später der Personal Computer und der damit einhergehenden Entwicklung, dass Briefe nicht mehr diktiert, sondern gleich selbst geschrieben werden, verliert sich die Wichtigkeit der Kurzschrift als Diktatschrift zunehmend; für Autoren, als Konzeptschrift, für Mitschriften in Lehrveranstaltungen/Vorlesungen und dergleichen ist sie ein wertvolles, kaum übertreffbares Arbeitsmittel.


Neben den Handstenografen gibt es in einigen Ländern und auch in deutschen Landtagen Maschinenstenografen, die mit Hilfe einer Art Schreibmaschine ebenfalls Silben aufnehmen. Das System ist völlig von der deutschen Einheitskurzschrift verschieden, bietet aber den Vorteil, dass in Echtzeit Texte erfasst und gleich wiedergegeben werden können. Sinnvoll ist das zum Beispiel beim Untertiteln von Live-Sendungen im Fernsehen. In Amerika ist die Maschinenstenografie sehr viel weiter verbreitet als bei uns, was seine Ursache auch in den unhandlicheren und insgesamt langsameren amerikanischen Kurzschriftsystemen hat.


Begründer von Systemen / Bekannte Stenographen



Quellen

  • Schneider, L. u. G. Blauert (1936): Geschichte der Deutschen Kurzschrift. Heckners Verlag


Weblinks



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