Der Stein galt schon in Urzeiten der Menschheit als Repräsentant Gottes, Kultstein oder Fetisch. Steinkulte und Steinverehrung gab es z.B. bei den alteuropäischen Megalithkulturen, den Kelten (Menhire), und den Ägyptern (Obelisken).
Steinverehrung im semitisch/hellenistischen Raum
Die Steine waren vor allem Meteoriten, die vom Himmel kommend, göttlichen Ursprungs sein mussten und daher der Repräsentant Gottes, denen magische Gewalt innewohnte. Die ersten Vertreter der Steinverehrung lassen sich zum phönizischen Baal-Kult (Hadad) zurückverfolgen.
der Stein von Bethel (nördlich von Jerusalem). Die Kanaanäeer verehrten bereits Mitte des 2. Jahrtausends den Stein als Haus ihres Gottes El. Dieser El ist später in Jahwe aufgegangen.
Mater Magna. Durch ein Orakel der Sibylle wurde der heilige Meteorstein der Kybele von Pessinus nach Rom verbracht (205 v.Chr.) und dort auf dem Palatin im eigenen Tempel aufgestellt. Das Orakel versprach damit Hilfe für die Verdrängung des Landesfeindes Hannibal.
den schwarzen Kubus des Dusares (Baal) von Petra. In Hauran bezeichnete man damit auch den Mithras.
der Stein von Emesa, Syrien. Durch den gleichnamigen römischen Kaiser Elagabal wurde der Kult des Sol Elagabal 219 nach Rom verbracht, später als oberster Staatsgott eingesetzt und nach der Ermordung des Kaisers, 222, von seinem Nachfolger Severus Alexander wieder zurückgebracht.
Das bekannteste Naturdenkmal ist der heilige Fels von Jerusalem, auf dem der Felsendom, das zweitwichtigste Heiligtum im Islam, um 691, erbaut wurde. Der Fels ist eines der ältesten kultischen Steindenkmälern in Palästina. König David (2 Sam 24) erwarb das Heiligtum und baute auf ihm einen Sühnealtar zum Dank für das plötzliche Aufhören einer Pest, die das ganze Land heimsuchte. Salomo (2 Chr 3) lies dort den Tempel (ca. 587 v.Chr.) erbauen.
Wie alle semitischen Völker die dem Steinkult huldigten, waren anfangs auch die Israeliten davon betroffen. Der Kult um das Haus Bethel wurde übernommen. Kultsteine als Türpfosten (Ex 12,22), Torsteine (1 Kön 7,28), Grenzsteine (Gen 31,52), Grabsteine (Gen 35,14) und unbehauene Altarsteine (Ex 20,25) sind bekannt. Mit der Reform des Königs Joschija (2 Kön 23) um 620 v. Chr., ist jeglicher Steinkult verboten.
Reste des Steinkultes lassen sich heute noch bei der Bestattung erkennen. Nach dem Urglauben soll die Seele eines Verunglückten/Ermordeten nach Rache dürsten. Damit die Seele im Grab gebannt wird, beschwert man das Grab mit Steinen.
Auch im Islam werden bei der Wallfahrt durch geworfene Steine die Bösen Geister vertrieben.
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