Die Idee zu einer Science-Fiction-Serie hatte Roddenberry in den frühen 60er Jahren. 1964 bekam er die Möglichkeit einen Pilotfilm zu drehen. Der Fernsehsender NBC schätzte The Cage (Der Käfig) jedoch als zu anspruchsvoll ein. Er wurde nicht gesendet. NBC gab Roddenberry eine zweite Chance: die Besatzung wurde bis auf Leonard Nimoy und Majel Barrett (die später Gene Roddenberry heiratete) verändert, der neue Pilotfilm Where No Man Has Gone Before (Spitze des Eisbergs) war spannungsreicher. Die erste Staffel von Raumschiff Enterprise wurde gedreht. Statt des Pilotfilms zeigte NBC zunächst die Episode The Man Trap (Das Letzte seiner Art). Die Kritiken für diese Episode waren negativ, die Einschaltquoten schwach.
NBC wollte daraufhin die Serie absetzen, wurde aber durch Fans, die etwa 750.000 Protestbriefe schrieben, davon abgehalten. Eine zweite Staffel wurde produziert. Fans schrieben weitere Briefe - diesmal mehr als eine Million - gegen eine mögliche Absetzung. Die Produktionskosten wurden möglichst gering gehalten. So konnte eine dritte und letzte Staffel produziert werden. Die insgesamt 78 Folgen wurden von diversen lokalen Fernsehsendern mehrfach wiederholt. In andere Sprachen wurde die Serie erst einige Jahre später übersetzt. Star Trek wurde sukzessiv weltweit bekannt. Dabei entwickelte sich ein Kult um Star Trek, der mittlerweile immense Ausmaße angenommen hat.
Im selben Jahr beschloss Paramount die Produktion einer neuen Serie. Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert hatte am 28. September1987 Premiere. Die Serie bot einige Veränderungen: Die Handlung spielt rund einhundert Jahre nach der von Raumschiff Enterprise. Eine neue Besatzung wurde aus bekannteren Schauspielern zusammengestellt. Das neue Raumschiff, die U.S.S. Enterprise NCC 1701-D, war größer, stärker und moderner. Mit zeitgemäßen Trickeffekten wurden neue Standards für spätere Produktionen gesetzt. Der große Erfolg, den Paramount Pictures mit dieser Serie hatte, führte dazu, dass bis 1993 sieben Staffeln produziert wurden. Zudem kam am 9. Juni1988 der Film Star Trek V: Am Rande des Universums in die Kinos.
Roddenberry trat immer mehr in den Hintergrund bei der Produktion von Star Trek und übernahm nun vor allem Überwachungsarbeiten. Sein Nachfolger wurde Rick Berman. Roddenberry starb 1991 im Alter von 70 Jahren. Seine Urne wurde ursprünglich von der Besatzung der Raumfähre Columbia ins All mitgenommen, allerdings wieder zurückgebracht. Eine private Firma machte Roddenberrys Witwe, Majel Barrett Roddenberry, das Angebot, die Urne in einem Satelliten unterzubringen. Seitdem umkreist die Asche des so genannten "Großen Vogels der Galaxis" die Erde.
Im gleichen Jahr kam ein neuer Film mit dem Titel Star Trek VI: Das unentdeckte Land in die Kinos. Er zeigt die letzte Reise der Besatzung vom Raumschiff Enterprise.
Neue Serien
Am 13. Januar1993 wurde die erste Folge der Serie Star Trek: Deep Space Nine ausgestrahlt. Hier spielt das Geschehen nicht wie bei den beiden anderen Serien auf einem Raumschiff, sondern auf der Raumstation Deep Space Nine. Die Besatzung der Station ist einerseits aus Mitgliedern der Sternenflotte, andererseits aus Offizieren des bajoranischen Militärs zusammengesetzt. Die Geschichte verläuft zunächst parallel zu der von Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert.
Mit dem Ende von Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert begannen die Entwickler mit der Produktion einer vierten Star Trek-Serie: Star Trek: Raumschiff Voyager: Die Mannschaft des Raumschiffs Voyager verschlägt es in den 70.000 Lichtjahre von der Erde entfernten Delta-Quadranten; eine voraussichtlich 75 Jahre lange Heimreise beginnt. Star Trek: Raumschiff Voyager hatte am 16. Januar1995 Premiere.
Da Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert sehr erfolgreich war, beschloss man, einen Kinofilm zu der Serie zu produzieren. Am 18. November1994 kam also der siebte Star-Trek-Film Star Trek: Treffen der Generationen in die Kinos: Captain Picard aus Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert trifft auf Captain Kirk aus Raumschiff Enterprise. Der Film wurde negativ kritisiert.
Am 22. November1996 kam der achte Film Star Trek: Der Erste Kontakt in die Kinos. Mit diesem bislang erfolgreichsten Star Trek-Film schaffte man, dass die neue Mannschaft um Captain Picard die Tradition fortsetzt, die mit der alten Crew begann. Am 11. Dezember1998 hatte der neunte Kinofilm Star Trek: Der Aufstand Premiere. Am 2. Juni1999 wurde die letzte Folge von Star Trek: Deep Space Nine ausgestrahlt. Nach sieben Jahren wurde am 23. Mai2001 auch die letzte Folge von Star Trek: Raumschiff Voyager gesendet. Wie auch zu Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert, wurden zu diesen beiden Serien jeweils sieben Staffeln gedreht.
Am 8.September2001 feierte Star Trek 35-jähriges Jubiläum. In all den Jahren wurden den Serien unzählige Emmys verliehen und Star Trek wurde oft für verschiedene weitere Auszeichnungen nominiert. Viele der Schauspieler und Produktionscrew-Mitglieder arbeiteten an weiteren Oscar-prämierten Filmen.
Die Fans, die sich selbst Trekkies nennen, gründeten weltweit Fanklubs und treffen sich bis heute in sogenannten Star-Trek-Conventions. Von diesen Veranstaltungen wurden rund 400 Briefe an die NASA geschickt, mit der Bitte ein Space Shuttle »U.S.S. Enterprise« zu nennen. Dies wurde 1976 nach der Fertigstellung des ersten Space Shuttles tatsächlich realisiert. Der NASA-Orbiter Enterprise flog allerdings nie ins All sondern wurde nur zu Testflügen in der Atmosphäre genutzt.
Star Trek Parodien
Es gibt zahlreiche komische Formate, die die Star Trek-Reihe zitieren. Parodien, die konsequent Ereignisse und Charaktere der Serie durch den Kakao ziehen, sind z. B. der Film Galaxy Quest oder die Comicserie Sev Trek (Sevtrek-Homepage). Auch Michael Mittermaier hat Star Trek mehrmals in seinen Sketchen aufgegriffen. In Futurama gibt es regelmäßig Anspielungen auf Star Trek und Gastauftritte von (dann animierten) Charakteren.
Zitiert wird Star Trek in zahlreichen anderen Comedies, z. B. im Film Spaceballs von Mel Brooks.
Wegen seiner derben Tiefschläge höchst umstritten ist das deutschsprachige Online-Satiremagazin ST-Enterprise, welches vermeintliche Schwächen der Serie unverblümt bloßstellt, auf eine Weise die von vielen Fans als unfair oder schlichtweg gehässig empfunden wird.
Raumschiff Highlander: 5teilige Fanproduktion von Robert Amper über die USS Highlander und ihren unfähigen Captain, die auf Video erschien und auch auf SAT.1 gezeigt wurde. Ab dem dritten Teil durften aus rechtlichen Gründen keine Star Trek-Uniformen oder Species (Borg, Klingonen etc.) mehr verwendet werden. (Offizielle Homepage)
Sinnlos im Weltraum: Hierbei handelt es sich nicht um eine Parodie im eigentlichen Sinn, sondern um eine komische Neusynchronisation von Episoden durch Fans. (SiW-Homepage)
Die Gesellschaft und Star Trek
Roddenbery war ein leidenschaftlicher Fürsprecher egalitärer Politik und benutzte die Serien häufig, um seine Vision einer auf diesen Prinzipien basierenden zukünftigen Gesellschaft zu vermitteln. Ein wichtiges weibliches Crewmitglied, Nyota Uhura, wurde von Nichelle Nichols gespielt, die eine der ersten schwarzen Frauen war, die eine größere Rolle im amerikanischen Fernsehen spielen durften. Nur zwei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Star Trek einen japanischen Offizier, Hikaru Sulu (George Takei). In der zweiten Staffel wurde ein russischer Charakter, Pavel Chekov (Walter Koenig) hinzugefügt.
Der vulkanische Erste Offizier Spock wurde von den Verantwortlichen bei den Fernsehsendern zunächst für nicht TV-tauglich erklärt, da sein entfernt satanisches Aussehen die Zuschauer möglicherweise hätte beunruhigen können. Spock wurde jedoch zu einem der beliebtesten Charaktere in der Serie und bildete durch seine friedliche, logische und kühle Art einen Gegenpol zu Dr. McCoys leidenschaftlicher, altmodischer und feuriger Persönlichkeit.
Heutige Zuschauer empfinden die Darstellung von Frauen und Minderheiten in der alten Serie als rückwärtsgewandt, aber das Programm war für seine Zeit fortschrittlich und gewagt. Star Trek brachte den ersten TV-Kuss zwischen einem weißen und einem schwarzen Charakter in den USA. In einer Episode, die Gedankenkontrolle als Ausrede für diesen Tabubruch verwandte, wurden Captain Kirk und Uhura gezwungen, sich zu küssen. Allerdings verdeckt Kirks Kopf im letzten Moment die Sicht auf den Kuss. Szenen, in denen der Kuss deutlich zu sehen war, wurden zwar gefilmt, aber es wurde als zu risikoreich angesehen, diese zu senden.
Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert bot neue Informationen über das Star-Trek-Universum. Die Föderation hatte eine Überflusswirtschaft ohne Geld, die durch fortschrittliche Replikator-Technologie ermöglicht wurde. Arbeit, Kauf und Verkauf sind nicht notwendig, da es keine Knappheit gibt, die die Erfüllung aller materiellen Bedürfnisse und Wünsche begrenzen könnte. Bestimmte Resourcen sind allerdings immer noch begrenzt, darunter diejenigen zum Betrieb von Warpantrieben und Replikatoren, und interplanetarer Handel ist nicht unüblich. Gier und Neid sind in dieser Gesellschaft stark reduziert. Die Charaktere in TNG erklärten oft, dass der Zweck der Föderation und ihrer Arbeit darin das allgemeine und das persönliche Wohlergehen ist.
Außerirdische Spezies und politische Mächte in Star Trek haben oft symbolische Eigenschaften. In einigen Fällen wurden diese von den Autoren beabsichtigt, in anderen Fällen wurden sie von den Zuschauern so wahrgenommen. Einige Beispiele:
Die Next-Generation-Stars Marina Sirtis, Patrick Stewart und Jonathan Frakes haben angedeutet, dass keine weiteren TNG-Filme produziert werden; Brent Spiner und Leonard Nimoy sind außerdem nicht mehr interessiert, ihre Rollen zu spielen. Die schlechten Kritiken und Quoten von Enterprise und der enttäuschende Film Star Trek: Nemesis haben die Zukunft des Star-Trek-Franchise in Frage gestellt. Einige Fans dachten laut darüber nach, ob Paramount Star Trek eine zeitlang zur Ruhe legen oder sogar ganz einstellen sollte.
Viele unter den Trek-Fans wünschen sich die Ablösung der beiden kreativen Köpfe Rick Berman und Brannon Braga, die die letzten Serien und Filme zu verantworten haben. Als möglicher Ersatz wird manchmal Majel Barrett-Roddenberry genannt, die Witwe des Star-Trek-Erfinders.
Trotz seiner schlechten Kritiken wurde Star Trek: Enterprise für die vierte Staffel nochmals generalüberholt. Wie seine Vorgänger TNG, DS9 und Voyager brauchte auch Enterprise die ersten Staffeln dazu, um eine konsistente Basis zu finden, und hat sich von der ursprünglich beabsichtigten Richtung der Story ebenfalls weit entfernt.
Rick Berman teilte Mitte 2004 mit, dass die Vorarbeiten zu einem elften Star-Trek-Spielfilm begonnen haben. Gerüchten nach soll dieser zeitlich vor TOS spielen. Die alte Crew soll durch neue Schauspieler dargestellt werden. Gerüchte dieser Art sind jedoch auch schon mehrfach in den 1990er Jahren zirkuliert, ohne dass etwas passiert wäre. Unter den Fans gab es lange Zeit eine starke Nachfrage nach einem Film basierend auf Deep Space Nine, aber das Interesse an der Serie hat fünf Jahre nach deren Ende nachgelassen.
1998 schloss die Viacom einen Vertrag mit Activision, der letzteren erlaubte, Star-Trek-Videospiele zu produzieren. Unter dieser Vereinbarung entstanden einige erfolgreiche Spiele wie zum Beispiel Bridge Commander und die Elite Force-Reihe. Im Jahr 2003 zog Activision allerdings vor Gericht und warf Viacom vor, ihren Teil des Vertrages nicht einzuhalten. 1998 liefen zwei Star-Trek-Serien parallel. Nach dem Auslaufen von Deep Space Nine war zumindest ein weiterer Film am Horizont erkennbar. Nun aber war Star Trek für Activision nicht mehr so einträglich. Man löste den Vertrag auf und forderte Ersatz für eingefahrene Verluste.
Fernsehserien
Informationen zu den einzelnen Serien, mit einer Zusammenfassung der Handlung, Informationen über die jeweiligen Raumschiffe und -Stationen, einer Übersicht zu den Figuren und eine Auflistung aller Episoden finden Sie in den folgenden Artikeln:
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