Zum ersten Mal fliegt ein Raumschiff namens Enterprise los, um den Weltraum zu erkunden und Kontakt mit anderen Spezies aufzunehmen...
Die Vulkanier stehen den Menschen zu diesem Zeitpunkt noch sehr skeptisch gegenüber. Die Vulkanierin Subcommander T'Pol hat daher auch die Funktion eines Aufpassers, fast möchte man sagen: eines Kindermädchens.
Eine Vereinigte Föderation der Planeten gibt es zu Beginn der Serie noch ebenso wenig wie die in den zeitlich später angesiedelten Serien häufig genannte "Oberste Direktive", die eine Einmischung in die Belange weniger entwickelter Kulturen verbietet. Die Mannschaft der Enterprise und allen voran ihr Captain kann also dabei beobachtet werden, wie sie aus Fehlern schließlich das lernt, was Captain Kirk später wie selbstverständlich missachtet und Captain Picard um so mehr beachtet.
Ein Reiz in den ersten Folgen der Serie besteht darin, dass später als alltäglich eingeführte Techniken wie das Beamen hier noch in ihren Anfängen zu besichtigen sind.
Problematisch besonders für eingefleischte Fans sind die unvermeidlichen Widersprüche zu dem, was als "Canon" anerkannt ist. Denn aus Informationen aus den älteren Serien wurde eine komplette Geschichtsschreibung entwickelt, gegen die Star Trek: Enterprise immer mal wieder verstößt. Geschickterweise haben die Produzenten als einen Handlungsstrang allerdings einen "temporalen kalten Krieg" eingeführt, bei dem verschiedene Völker aus der Zukunft versuchen, die Vergangenheit zu ihrem Vorteil zu verändern. Letztlich könnten also alle nicht passenden Abenteuer der Enterprise-Crew einfach aus der Geschichte getilgt werden...
Star Trek: Enterprise hatte von Anfang an einen schweren Stand. Bereits bevor die erste Episode über den Sender gegangen war, entzündeten sich unter den Fans heftige Diskussionen über das Schiff, das für die nächsten sieben Jahre Star Trek repräsentieren sollte. Bald schon hatte das neue Schiff den Spitznamen Akiraprise weg, weil es der aus Star Trek: Der Erste Kontakt bekannten Akira-Klasse nicht bloß verdächtig ähnlich sah, sondern bei näherem Hinsehen so viele Ähnlichkeiten aufwies, dass davon ausgegangen werden musste, dass man für das Enterprise-Modell einfach eine Akira auf den Rücken gelegt hatte und halbherzig auf "alt" getrimmt hatte. Auch der Name "Enterprise" wurde heftig diskutiert, da er angeblich nicht kanonisch war (die NCC-1701 war demnach das erste Raumschiff, das so hieß). Nachdem die ersten Episoden der neuen Serie über den Sender gegangen waren, wurde die Kritik der Fans eher noch lauter.
Das Produktionsteam stand vor der besonderen Herausforderung, eine Serie zu produzieren, die zwar zeitlich vor fast allem spielte, was man früher im Star Trek-Universum gesehen hatte, aber dennoch erkennbar Star Trek war und Dinge enthielt, die dieses Universum ausmachen. So traf die Enterprise-Crew in einer jüngeren Episode auf die Borg, was von vielen Fans als nicht kanonisch angesehen wurde obwohl das Zusammentreffen über die Zeitreise Captain Picards in Star Trek: Der Erste Kontakt transtemporal lupenrein abgeleitet wurde. Der Hauptfeind in Star Trek: Enterprise hört auf den Namen Suliban, und deren Namenähnlichkeit zu den Taliban ist kein Zufall - allerdings muss man den Produzenten zu Gute halten, dass diese Namensentscheidung bereits vor dem 11. September2001 gefällt wurde, was in gewisser Weise Weitsicht zeigt. Hinter alle dem steht der Versuch, Star Trek ein neues Image zu verpassen - weg von der politischen Korrektheit und Utopie der älteren Serien hin zu mehr Action, um neue Zuschauer zu gewinnen. Dieses Konzept hatte jedoch keinen Erfolg, da Star Trek mehr als andere TV-Serien von seinen Fans und nicht von neuen Zuschauern abhängig ist, und erstere Personengruppe hat man mit Enterprise eher vergrault. In Deutschland zog der ausstrahlende Sender SAT.1 Anfang 2004 die Notbremse und warf die weiteren neuen Episoden von Enterprise zu Gunsten einer Wiederholung der ersten Staffel aus dem Sendeplan, da die Einschaltquoten sich nicht so entwickelten wie erwartet. In den USA machte man ähnliche Erfahrungen, und es ist mehr als unklar, ob Enterprise wirklich die übliche Zahl von sieben Staffeln erreichen wird, oder vorzeitig begraben wird. Dies böte die Chance, mit einer neuen Crew und einem neuen Raumschiff im 24. Jahrhundert nochmal neu anzufangen. Auf dieser Basis könnte dann auch der nächste Star Trek-Kinofilm entstehen, da die TNG-Crew ja nach 16 Jahren mit dem Film Star Trek: Nemesis in den Ruhestand geschickt wurde.
Als die Serie in die dritte Staffel ging, wurde die Handlung der Serie enorm ausgebaut. Anstatt mehreren kleinen Handlungsbögen, wurde eine große Handlung entwickelt die eine neue Spezies namens Xindi einführte. Die Xindi haben am Ende der zweite Staffel mit einer mächtigen Waffe zwischen Florida und Venezuela ein Bild der Zestörung hinterlassen und bauen bereits eine weitere, die den gesamten Planeten zerstören kann. Die Enterprise wird in die Ausdehnung (Expanse) geschickt um die Xindi aufzuhalten.
Die Serie machte dabei auch einige Veränderungen durch, sie wurde düsterer, brutaler und menschlicher. Die zuvor als sehr arrogant wirkende T'Pol wurde im Verlauf der Serie immer mitfühlender und teilweise sogar menschlicher. Die dritte Staffel zeigte dabei welch hohes Niveau grade im Bereich der Schauspielerei und der Special-Effects erreicht wurde.
Während der dritten Staffel wurde es jedoch für Enterprise eng. Grund dafür waren die ständig sinkenden Einschaltquoten der Serie. So wurden Gerüchte laut, dass der Sender UPN die Serie mit dem Ende der dritten Staffel absetzten wollte. Dieses löste eine bisher selten da gewesene Fan-Reaktion aus. Internetseiten wie saveenterprise.com riefen zu allgemeinen Protestaktionen auf. Kurze Zeit später wurden die Verantwortlichen bei Paramount und UPN von einer Welle aus Protestbriefen, E-Mails und Telefonanrufen überschwemmt.
Am 20. Mai2004 schließlich lenkte UPN ein und gab eine vierte Staffel mit 22 neuen Episoden in Auftrag. Gleichzeitig wurde der Sendetermin vom Mittwoch auf den Freitag verlegt, in der Hoffnung, dass die Serie dort einen ähnlichen großen Erfolg wie zuvor Akte X oder Miami Vice haben würde. UPN stellte außerdem klar, dass, wenn die Einschaltquoten der vierten Staffel keine Verbesserungen vorweisen können, die Serie endgültig und ohne wenn und aber abgesetzt wird.
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