Stanzel war Professor in Göttingen und Erlangen, heute ist er emeritierter Professor der Anglistik an der Universität Graz.
Seit den 1950er Jahren bemüht Stanzel sich um eine deskriptive bzw. analytische Typologie zur Untersuchung der Erzählperspektive narrativer Texte.
In Anlehnung an Goethe und sein Konzept von den Naturformen (1819) kommt Stanzel auf den sogenannten "Typenkreis": Eine kreisförmige Konstellation von "typischen", also häufig vorkommenden narrativen Modellen, die er Erzählsituationen nennt.
Stanzel steht wissenschaftsgeschichtlich neben Käte Hamburger und Eberhard Lämmert, die allesamt an einer undogmatischen, rationalen und analytischen Literaturwissenschaft in den fünfziger Jahren gearbeitet haben.
Literatur
Franz K. Stanzel: Die typischen Erzählsituationen im Roman. Dargestellt an "Tom Jones", "Moby Dick", "The Ambassadors", "Ulysses" u.a., Wien/Stuttgart 1955
Franz K. Stanzel: Typische Formen des Romans, Göttingen 1964 u.ö.
Franz K. Stanzel: Theorie des Erzählens, Göttingen 1985.
G. Genette: Die Erzählung, München 1994
J. Vogt: Aspekte erzählender Prosa. Eine Einführung in Erzähltechnik und Romantheorie, 7. Aufl. Opladen/Wiesbaden 1990
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