Eine Norm ist eine allseits rechtlich anerkannte und durch ein Normungsverfahren beschlossene, allgemeingültige sowie veröffentlichte Regel zur Lösung eines Sachverhaltes. Alle Instanzen eines Normungsverfahrens wurden durchlaufen, anschließend wurde sie beschlossen und veröffentlicht. Voraussetzung für eine Norm ist, dass sie technisch ausgereift ist und einen Nutzen für den Anwender hat. Aus dem englischen Sprachgebrauch kommt der Begriff de-jure-Standard (wobei die englische Schreibweise auf die Bindestriche verzichtet), der sich mit dem deutschen Begriff Norm deckt.
Eine internationale Organisation zu diesem Zweck ist die ISO, eine nationale das DIN (Liste von DIN-Normen).
Diese und weitere bedeutende Standards, bzw. Standardisierungsorganisationen finden sich auf der Liste von Standards.
Herkunft des Begriffes
Der Begriff Standard geht auf Standarte (bzw. das altfranzösische estandard, estandart) zurück, wobei die Herkunft der Bedeutung Norm vom Oxford English Dictionary als »somewhat obscure« bezeichnet wird.
Im Englischen wurde Standard in seiner heutigen Bedeutung ursprünglich nur in der Form des Königs Standard gebraucht: Im Namen/Zeichen des Königs festgelegte Normen wurden als maßgebend betrachtet. Andererseits ist ein Standard auch eine Art Sammelpunkt, um den man sich schart - ähnlich der Standarte, die eigentlich den Sammelplatz der Soldaten bezeichnet.
Verschiedene Standards
Der Begriff Industriestandard wird verwendet, wenn es sich im Laufe der Jahre durch die Praxis vieler Anwender und verschiedener Hersteller als technisch nützlich und richtig erwiesen hat, bei einer gewissen Problemstellung ein bestimmtes pragmatisches Regelwerk einzuhalten. Ein (inter)nationales Normungsverfahren wurde jedoch nicht durchgeführt. Der englische Sprachraum kennt den Industriestandard als de-facto-Standard.
Ein schönes Beispiel ist der erweiterte ASCII-Zeichensatz (Bytes 128 bis 255) des IBM-PC 1981; nachdem sich die Empörung der Fachwelt gelegt hatte, wurde er von allen kompatiblen Herstellern akzeptiert. (Siehe auch: Lochkarte.)
Schwächer ist der herstellerspezifische Standard, der sich etabliert, wenn eine Vielzahl Anwender aufgrund mehrjähriger Erfahrungen die Erkenntnis gewinnt, dass es vorteilhaft ist, den firmenspezifischen (proprietären) Spezifikationen eines Herstellers zu folgen.
Ein offener Standard ist unabhängig von einem speziellen Hersteller (d.h. er ist nicht proprietär) und hat allgemein bekannte Schnittstellen.
RFC: eine Reihe von technischen und organisatorischen Dokumenten zum Internet
In der pharmazeutischen Industrie herrschen strenge Standards, was die Qualifizierung von Maschinen und die Validierung von Prozessen angeht. Nur die Einhaltung von Standardvorschriften garantiert die Reproduzierbarkeit des Prozesses und damit die gleichbleibende Qualität des Produkts. So muß jeder Mitarbeiter die in seinem Arbeitsbereich gültigen Standardarbeitsvorschriften kennen.
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