1903 und 1917 wurde er verbannt, nachdem er verschiedene Streiks organisiert hatte. Während der Oktoberrevolution leitete Stalin zunächst die Prawda, gewann aber rasch Macht hinzu.
Seine erste Frau Jekaterina Swanidse starb im Jahre 1907. Ein Schock, auf den Stalin in späterer Zeit nur selten zu sprechen kam. Dem aus dieser Ehe entstandenen Sohn Jakob (Jascha) soll Stalin immer mit Gleichgültigkeit begegnet sein. Als dieser 1941 in deutsche Gefangenschaft kam, hat Stalin ihn für den Krieg geopfert. Sein Kommentar zu dem von den Deutschen angebotenen Austausch gegen einen beliebigen deutschen Gefangenen war: "Soll ich mich auf den Handel einlassen? Nein - Krieg ist Krieg" (Die Sowjetunion hat grundsätzlich nichts für die in Gefangenschaft geratenen Soldaten getan.)
Später soll sogar der Tausch gegen Feldmarschall Paulus angeboten woren sein. Stalins Antwort war angeblich "Marschälle werden nicht gegen Soldaten getauscht!"
Jascha wurde 1943 bei einem Fluchtversuch erschossen, nach anderen Angaben ermordet.
Kampf um die Macht
Ab 1922 war er Generalsekretär des ZK der KPR(B). Lenin war mit Stalin häufig nicht einer Meinung, insbesondere fand er ihn zu grob für den Posten des Generalsekretärs. Im Jahr 1922 schrieb er:
Genosse Stalin hat, nachdem er Generalsekretär geworden ist, eine unermeßliche Macht in seinen Händen konzentriert, und ich bin nicht überzeugt, dass er es immer verstehen wird, von dieser Macht vorsichtig Gebrauch zu machen.
Bereits seit 1917 gab es innerhalb des Zentralkomitees ein so genanntes Triumvirat, welches sich aus Stalin, Kamenew und Sinowjew zusammensetzte; Stalin war mit Kamenew zusammen in der Verbannung, Sinowjew stand diesen beiden in vielen Auffassungen nahe und war mit ihnen befreundet. Kurz nach der Oktoberrevolution hatte Lenin gegen Sinowjew und Kamenew ein Parteiausschlußverfahren angstrengt, weil sie den geheimen Plan der Bolschewiki zum gewaltsamen Umsturz an die provisorische bürgerliche Regierung verraten hatten. Stalin hatte dafür gesorgt, das der Parteiausschluß nicht in die Tat umgesetzt wurde. Außerdem verband alle drei eine gemeinsame Abneigung gegen Leo Trotzki, Stalins härtesten Widersacher um die Machtübernahme nach Lenins Tod.
Am 16. Dezember1922 verließ Lenin die Politik aufgrund einer schweren Krankheit. Das Triumvirat setzte sich an die Spitze der Macht innerhalb des Zentralkomitees, und hielt gleichzeitig dessen andere Mitglieder von der Macht fern. Dabei produzierte sich Sinowjew vor allem als Redner, Kamenew führte den Vorsitz der Sitzungen und Stalin konzentrierte sich auf die Arbeit mit dem Apparat; damit lag die Auswahl von Funktionären für die zentralen und lokalen Posten in seinen Händen. Bereits zu Lebzeiten wurde Kritik am Triumvirat laut. Lenin schrieb in zwei Briefen an den Parteitag, dass sich die Genossen über eine Ablöse Stalins Gedanken machen sollten und nach einem Nachfolger suchen sollten, der toleranter, loyaler und höflicher sei. Aus den gleichen Briefen geht jedoch auch hervor, dass er im damaligen Politbüro keinen geeigneten Kandidaten sah.
Auch andere Versuche, z.B. geheime Unterredungen von anderen ZK-Mitgliedern in Kislowodsk, die zum Ziel hatten, Stalins Macht einzuschränken, scheiterten; teils an Meinungsverschiedenheiten der Akteure, teils an politischen Spielen Stalins.
Nach dem Tod Lenins wurden diese Briefe den Delegierten des XIII. Parteitages verlesen, allerdings wurde dies von Sinowjew erledigt, während Kamenew die Interpretation vornahm.
Rivale Trotzki richtete ebenso Schreiben an das Zentralkomitee, indem er dem Triumvirat vorwarf, ein Regime zu sein, das weiter von der Arbeiterdemokratie entfernt war als das Regime des Kriegskommunismus während des Bürgerkrieges. Er forderte die alte Garde auf, der jüngeren Generation Platz zu machen und sah das Triumvirat kurz vor der Entartung. Da die innerparteiliche Opposition gegen das Triumvirat sehr stark war, dauerte es mehr als ein Jahr heftiger Machtkämpfe, bis Trotzki Ende 1924 aus der Partei ausgeschlossen wurde. Trotzki wurde aus der Sowjetunion ausgewiesen; Stalin ließ diesen später im mexikanischen Exil ermorden.
Zur gleichen Zeit zerfiel jedoch auch das Triumvirat, Kamenew und Sinowjew wurden zu innerparteilichen Gegnern Stalins, welcher wiederum Unterstützung bei Nikolai Bucharin, Jan Rudsutak, Michail Frunse und Felix Dzierzynski fand. Kamenew und Sinowjew wurden 1926 aus der Macht gedrängt und etwa zehn Jahre später hingerichtet.
Ab 1927 war Stalin somit uneingeschränkter Alleinherrscher in der Sowjetunion.
Stalin vertrat die These vom "Aufbau des Sozialismus in einem Land", also in der Sowjetunion selbst, ohne erst auf die Unterstützung durch eine Weltrevolution zu warten, wie dies Lenins Ansatz gewesen war.
Stalinismus
Stalin betrieb unbarmherzig die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, die großflächigen Hungersnöten an der Wolga und in der Ukraine, die über 10 Millionen Menschen das Leben kosteten, nahm er dabei billigend in Kauf.
Die Ermordung seines "Gegenspielers" Sergeij Sergej Mironowitsch Kirow leitete die Politik der berüchtigten "Säuberungen" ein (russ.: "Tschistka"). Von seinen Parteigenossen, die 1934 am "Parteitag der Sieger" als Delegierte teilnahmen und dort versuchten seine Allmacht zu schmälern, ließ er 90 % umbringen.
Zwischen 1937 und 1939 ließ er anlässlich des "großen Terror" etwa 1,5 Millionen Menschen ermorden. Auch seine eigene Ehefrau fiel ihm zum Opfer.
Antisemitisch geprägte Schauprozesse zogen einige dutzend Todesurteile, vor allem aber Deportationen nach sich. Stalin war auch wegen der Errichtung eines zum Teil grotesken Personenkultes bekannt. Der Personenkult äußerte sich unter anderem in der Kunst (Lobpreisungs- und Ergebenheitswerke in Literatur sowie Malerei) und in einer unangemessen großen öffentlichen Präsenz, so wurden in fast allen Sowjetrepubliken und Ostblockstaaten Städte in Stalinstadt umbenannt, daneben öffentliche Gebäude, Werke, Sportstätten und anderes mehr.
Während des so genannten "Großen Vaterländischen Krieges" (also des Zweiten Weltkriegs nach russischer Bezeichnung) war Stalin auch Oberbefehlshaber der Armee. Trotz der vorherigen Säuberungspolitik gelang es ihm, die sowjetische Bevölkerung durch die Propagierung eines neuen Nationalismus hinter sich zu scharen.
Ganze Völker und Volksgruppen, wie die Krimtataren, die Russlanddeutschen oder die Tschetschenen ließ er in dieser Zeit als potentielle Kollaborateure zur Zwangsarbeit in die unwirtlichen Permafrostgebiete nach Sibirien deportieren, wo es kaum jemand lange überlebte. Auch die Armenier waren von diesen Deportationen betroffen. Bis 1953 wurden 40 Millionen Menschen im so genannten Gulag interniert, von denen mehr als 15 Millionen dort umkamen.
1956 distanzierte sich Nikita Chruschtschow auf dem berühmten 20. Parteikongress im Namen der Sowjetunion offiziell von Stalin. Der Prozess der Entstalinisierung folgte dann auch in allen anderen Ostblockstaaten.
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