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Ständestaat

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Ständestaat ist die offizielle Bezeichnung der Regierungsform in Österreich von 1933 bis zum erzwungenen Anschluss an das Deutsche Reich 1938 (auch Austrofaschismus genannt).


Bundeskanzler Engelbert Dollfuß löste 1933 den Nationalrat auf und konnte seine Diktatur in den Februarkämpfen 1934 festigen. Am 1. Mai 1934 wurde die Maiverfassung erlassen, die vor allem von Otto Ender ausgearbeitet worden war. Es wurde ein "christlich-deutscher" "Ständestaat" proklamiert, bei der die Staatsgewalt von berufständisch organisierten Kammern ausgehen sollte, die Parlament und Parteien zu ersetzen gehabt hätten.


Die Idee eines nach Berufsgruppen organisierten Staates (altertümelnd eben "Stände" genannt) geht in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und wurde schon von Papst Pius XI. in seiner Enzyklika Quadragesimo Anno vertreten. In Österreich wurde diese Idee von Karl von Vogelsang, einem der Ideengeber der Christlichsozialen Partei verteten. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es vor allem Othmar Spann, der solche Ideen propagierte.


Eine starke Stoßrichtung hatte diese Idee gegen die organisierte Arbeiterbewegung: Arbeitgeber und Arbeitnehmer wären sich innerhallb der "Berufsstände" gegenüber gesessen, wodurch eine selbständige und ständeübergreifende Gewerkschaftsbewegung verunmöglicht hätte werden sollen. Die Überwindung des Klassenkampfes war also ein vordringliches Ziel der Ständestaats-Idee.


In der politischen Wirklichkeit war diese Staatsordnung ein Torso und diente hauptsächlich dazu, den autoritären Charakter des Regimes zu verbrämen. Von den vorgesehenen sieben Kammern wurden mit der Landwirtschaftskammer und der Kammer für den Öffentlichen Dienst nur zwei tatsächlich eingerichtet. Die tatsächliche Macht wurde von der Vaterländischen Front ausgeübt. Dem Regime standen sowohl Sozialdemokraten als auch Nationalsozialisten feindlich gegenüber, so dass es von Anfang an eine schmale Basis hatte.


Nach Dollfuß' Ermordung im Juli 1934 im Zuge eines nationalsozialistischen Putschversuchs wurde Kurt Schuschnigg Bundeskanzler, bis dieser 1938 unter dem Eindruck des militärischen Einmarsches der Deutschen Wehrmacht seinen Rücktritt erklären musste.


Auf ähnliche Denkmodelle berief sich auch das faschistische Italien, sowie die autoritären Regimes in Spanien und Portugal.


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