F.A. Staegemann hatte früh die Eltern verloren und wurde von Verwandten ins Schindlersche Waisenhaus nach Berlin gebracht. Hier besuchte er das Gymnasium zum Grauen Kloster und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Halle-Wittenberg.
1785 wurde er Gerichtsreferendar bei der Regierung in Königsberg (heutiges Kaliningrad), später Kriminalrat und schließlich Syndikus der Ostpreußischen Generallandschaft. In Königsberg traf er seine spätere Frau, Elisabeth Graun "eine der edelsten Frauengestalten der Zeit", die einen Kreis angesehener und bedeutender Persönlichkeiten um sich sammelte, zu denen auch der Philosoph Immanuel Kant zählte.
1806 wurde Staegemann als Chef der Preußischen Bank nach Berlin berufen. In dieser Funktion begegneter er auch Napoleon, der nach dem Sieg über Preußen die Zahlen von Contribution forderte.
1807 wurde er Mitglied der auf Vorschlag von Hardenberg eingesetzten Immediatkommission zur Neugestaltung des preußischen Staates.
1812/1813 wirkte er an der Vorberetung der Befreiungskriege gegen Napoleon mit und wurd für seine Verdienste in den Adelsstand erhoben.
Staegemann gehörte zu den Vorkämpfern für eine Verfassung und setzte sich öffentlich für Pressefreiheit und Toleranz ein.
1835 wurde er zum Ehrenbürger von Berlin ernannt. Sein Ehrengrab steht auf dem Evangelischen Kirchof III der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg, Zossener Straße.
Zitat
Es ist eigentümlich, daß ein armer, im Waisenhause erzogener Knabe, dessen mißgestaltete Füße ihn fast vollständig am Gehen hinderten, nicht nur eine der höchsten Stellen im Staat erreichte, sondern sich auch die Liebe einer der schönsten, umworbenbsten und reich begabtesten Frauen errang, schrieb seine Tochter Hedwig Staegemann in ihrer Autobiographie.
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