Eine gezielte Stadtentwicklung gab es bereits im Altertum. So zeigen die Städte der Indus-Kultur wie Harappa bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. eine geordnete Struktur mit schachbrettartig angeordneten Straßen. Auch die Städte des alten Ägypten wiesen eine geplante Struktur auf. Sie kann ungeordnet verlaufen, meistens wird sie durch Stadtentwicklung, Stadtplanung und Bauleit-planung in eine bestimmte Richtung gelenkt.
Stadtentwicklung als Gesamtentwicklung
Im Unterschied zur Stadtplanung, welche primär die räumliche Entwicklung einer Gemeinde lenkt, geht es bei der Stadtentwicklung primär um die Steuerung der Gesamtentwicklung der Stadt, wie den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Bereich. Moderne Stadtentwicklung ist daher heute stark problemorientiert. Themen sind z.B. der demographische Wandel und seine Auswirkung auf die Stadt oder das Themenfeld Integration.
Erlebte die Stadtentwicklung in den 60 er und 70 er Jahren in Deutschland eine Blütezeit (Epoche der Planungseuphorie mit enger Theorie und Praxis Verbindung, Flächensanierung), konzentrierte sich die Stadtentwicklung in den 80 er und 90 er Jahren mehr auf Einzelprojekte.
Neue Herausforderungen
Durch den demographischen Wandel, die Globalisierung, die Standort-sicherung, der Verankerung der Nachhaltigkeit auf der lokalen Ebene (Lokale Agenda/ Lokale Nachhaltigkeitsstrategie) und durch eine neue Beteiligungskultur (Bürgerbeteiligung) gibt es eine neue Blüte der Stadtentwicklung. Stadtentwicklung wird heute vielfach unter Begriffen wie Leitbild, Stadtleitbild, Stadtmarketing, Stadtkonzeption, Lokale Agenda 21 oder Lokale Nachhaltigkeitsstrategie betrieben.
Nachhaltige Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert:
Ziel im 21. Jahrhundert ist eine nachhaltige Stadtentwicklung. In Europa hat die nachhaltige Stadtentwicklung in den Aalborg Commitments (Dänemark, Juni 2004) ihren Ausdruck gefunden:
"Wir haben die Vision integrativer, prosperierender, kreativer und zukunftsfähiger Städte und Gemeinden, die allen Einwohnerinnen und Einwohnern hohe Lebensqualität bieten und ihnen die Möglichkeit verschaffen, aktiv an allen Aspekten urbanen Lebens mitzuwirken" (Auszug aus den Aalborg Commitments 2004)".
Im Vordergrund steht heute bei innovativen Ansätzen, eine starke strategische Orientierung, in Verbindung mit einer breiten und qualfizierten Bürgerbeteiligung. In diesem Zusammenhang spricht man auch von strategischer Stadtentwicklung oder [[Lokale
Nachhaltigkeitsstrategie]]. Beispiele für die neue Form nachhaltiger Stadtentwicklung wurden durch die Stadt Ingolstadt (Modellprojekt: "Visionen für Ingolstadt"), die Stadt Münster ("Integrierte Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept) oder durch die Stadt Heidelberg (Nachhaltiger Stadtentwicklungsplan mit Lokale Agenda 21 ) realisiert. In Ingolstadt wurde durch die Verzahnung von Stadtentwicklungplanung, aller Fachplanungen, der Stadtentwicklungsprojekte und Lokaler Agenda 21 das neue integrative Instrument der Lokale Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt.
Neue Instrumente
Heutige Instrumente der Stadtentwicklung sind insbesondere:
der Stadtentwicklungsplan (bzw. ähnliche Instrumente wie Stadtleitbilder), der die ganze Stadt umfasst
der Stadtteilentwicklungsplan (bzw. ähnliche Instrumente wie integrierte Handlungsprogramme (wie bei Sozialer Stadt), der einzelne Stadtteile umfasst
einzelne Fachpläne z.B. Jugendhilfeplan, Lärmminderungsplan, Klimaschutzprogramme, etc.
Stadtentwicklungsprojekte/Infrastrukturprojekte
Stadtentwicklungsprogramme (Programm bestehend aus Stadtentwicklungsprojekten für einen mittelfristigen Zeitraum)
Dynamische Managementzyklen für die Umsetzung und Fortschreibung des Stadtleitbilds/Stadtentwicklungsplan
Verfahren der qualfizierten und breiten Bürgerbeteiligung
Governance Verfahren (Gegenstromverfahren zur Gesamtsteuerung), "Abstimmung" insbesondere mit den Bürgern, Institutionen, Vereinen, Unternehmen mit der Kommunalpolitik und Verwaltung)
Empirische und qualitative Sozialforschung
Literatur
Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.): Kommunen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. Köln 2004
Dörner D.: Die Logik des Misslingens.Hamburg 1989
Hall P. u. U.Pfeiffer: Urban 21. Der Expertenbericht zur Zukunft der Städte. Stuttgart-München 2000
Stadt Ingolstadt: Visionen für Ingolstadt. Ingolstadt 2002
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